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Sierre 1946

Was geschah 1946 in Sierre?

Freitagabend, 25. Januar 1946: Es war bereits dunkel, in Sierre lag Schnee. Um 18:32 Uhr wurde der Boden für einige Sekunden erschüttert. Die Leute stürzten ins Freie, Kamine und Ziegel fielen von den Dächern und die Strassen wurden mit Schutt übersät. Der Strom fiel aus, die Stadt blieb für zehn Minuten in völlige Dunkelheit getaucht. Die Telefonlinien waren innert kurzer Zeit überlastet. Für einige Stunden herrschten grosse Ungewissheit und chaotische Zustände.

Erst am nächsten Tag nahm man die Folgen des Bebens mit einer Magnitude von 5.8 in vollem Umfang wahr: 3 Todesopfer, 3 500 schwer beschädigte Gebäude. Die Schadensumme belief sich nach heutigem Wert auf 26 Millionen CHF.

Was geschähe heutzutage bei einem vergleichbaren Beben im Rhonetal?

Aufgrund der dichteren Bebauung wären die Folgen eines gleich starken Bebens heute viel grösser.

Im Gegensatz zu 1946 ist der Talboden des Rhonetals mittlerweile dicht besiedelt und Standort grosser Industrieanlagen. Hinzu kommt ein ungünstiger Untergrund: durch sogenannte Standorteffekte wird im weichen Sediment des Talbodens die Amplitude der Erschütterungswellen bis zu zehn Mal verstärkt. Das heisst, die Erschütterungen fallen hier viel stärker aus als z. B. an felsigen Standorten, was zu grösseren Gebäudeschäden bis hin zu Hauseinstürzen führen würde. Weil auch viele neue Gebäude einem starken Erdbeben unter diesen Bedingungen wahrscheinlich nicht standhalten würden, wären viel mehr Opfer als 1946 zu erwarten.