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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

Verspürte Erdbeben Schweiz

Lokalzeit
Mag.
Ort
Verspürt?
2020-07-23 23:00 2.7 Dornbirn A Vermutlich nicht verspürt
2020-07-23 20:38 2.6 Dornbirn A Vermutlich nicht verspürt
2020-07-17 23:43 2.1 Val Sesia I Vermutlich nicht verspürt
2020-07-11 13:53 2.9 Bellinzona TI Verspürt

Aktuelle Erdbeben

Lokalzeit
Magnitude
Ort
2020-08-07 13:32 1.5 Stansstad NW
2020-08-05 15:06 2.0 Muellheim D
2020-08-05 06:03 0.5 Sanetschpass VS
2020-08-05 05:39 0.7 Sanetschpass VS

Erdbebenzähler Schweiz

seit 01.01.2020 
000

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 4.5

UTC-Zeit
Mag.
Ort
2020-08-07 11:13:34 4.5 Northern Algeria
2020-08-07 06:15:37 4.9 Northern Algeria
2020-08-04 18:40:04 4.5 Turkey
2020-08-04 09:37:33 5.2 EASTERN TURKEY
2020-08-01 03:43:38 4.6 CRETE, GREECE
2020-07-26 14:16:01 4.5 Albania
2020-07-25 12:13:00 4.8 STRAIT OF GIBRALTAR
2020-07-25 01:38:06 4.7 Greece
2020-07-21 13:32:29 4.5 Greece
2020-07-19 07:08:13 4.6 AZORES-CAPE ST. VINCENT RIDGE
2020-07-17 08:12:44 4.6 Northern Algeria
2020-07-16 18:09:26 4.5 Aegean Sea
2020-07-13 01:48:55 4.6 CRETE, GREECE

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 6

UTC-Zeit
Magnitude
Ort
2020-08-06 23:36:44 6.3 Prince Edward Islands, South Africa, region
2020-08-05 12:05:36 6.4 Vanuatu Islands
2020-08-01 19:22:07 6.0 Bismarck Sea
2020-08-01 17:09:01 6.4 Mindanao, Philippine Islands
2020-07-28 08:03:44 6.1 Alaska Peninsula, United States
2020-07-26 00:53:59 6.4 South Sandwich Islands region
2020-07-22 20:07:19 6.3 Xizang
2020-07-22 06:16:18 6.1 South of Alaska
AKTUELLES

24.07.2020

COVID-19-Massnahmen reduzieren seismisches Hintergrundrauschen weltweit

Die Massnahmen zur Eindämmung von COVID-19 haben von Anfang bis Mitte 2020 weltweit zu einem Rückgang des seismischen Hintergrundrauschens geführt, wie kürzlich in der Zeitschrift Science veröffentlichte Forschungsergebnisse zeigen. In der Schweiz konnten auch Forschende des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) an der ETH Zürich dieses Phänomen beobachten, wie der SED bereits in einem früheren Beitrag im April 2020 mitteilte. Der SED hat sich deshalb an der internationalen Studie beteiligt, an der insgesamt 76 Autoren aus 66 Institutionen in 27 Ländern zusammengearbeitet haben.

Durch die Analyse von monate- bis jahrelangen Datensätzen von über 300 seismischen Stationen auf der ganzen Welt konnte die Studie unter der Leitung von Dr. Thomas Lecocq vom königlichen Observatorium in Belgien zeigen, wie das seismische Hintergrundrauschen in vielen Ländern und Regionen seit Beginn der Lockdown-Massnahmen abnahm. Die Forschenden konnten die daraus resultierende «Welle der Ruhe» sichtbar machen, die sich zuerst durch China, dann nach Italien und schlussendlich in die restliche Welt ausbreitete. Die neuen Verhaltens- und Distanzregeln, die reduzierte wirtschaftliche und industrielle Tätigkeit und der Rückgang von Tourismus und Reisen widerspiegeln sich demnach in den Aufzeichnungen des seismischen Hintergrundrauschens. Diese «Ruheperiode» des seismischen Hintergrundrauschens in 2020 ist die längste und markanteste weltweit von Menschen verursachte seismische Lärmreduktion, die jemals aufgezeichnet wurde.

Traditionell konzentriert sich die Seismologie auf die Messung und Analyse seismischer Wellen, die bei Erdbeben entstehen. Aber auch jede Art von menschlicher Aktivität führt zu Vibrationen im Untergrund, die von hochempfindlichen Seismometern aufgezeichnet werden können. Herumlaufen, Autofahren oder der öffentliche Verkehr, aber auch Industrie und Bautätigkeit erzeugen seismische Wellen, die die Aufzeichnung der natürlichen Phänomene beeinflussen können. Am stärksten hat sich das seismische Hintergrundrauschen durch die COVID-19-Massnahmen in städtischen Gebieten verringert. Jedoch konnten auch Sensoren die Effekte des Lockdowns aufzeichnen, die Hunderte von Metern tief im Boden installiert sind, sowie in abgelegenen Gebieten, wie z.B. in Afrika südlich der Sahara. Die Forscher fanden zudem einen direkten Zusammenhang zwischen dem Rückgang des seismischen Rauschens und Datensätzen menschlicher Bewegungsmuster. 

In der Schweiz haben vor allem die Stationen des Schweizerischen Starkbebenmessnetzes (SSMNet) ähnliche Effekte gezeigt. Viele dieser Messstationen befinden sich in städtischen Gebieten und verzeichneten unter anderem in Lugano, Martigny, Zürich, Basel und Genf einen deutlichen Rückgang des seismischen Hintergrundrauschens. Nachdem Mitte März der schweizweite Lockdown verkündet wurde, war das seismische Rauschen in diesen Städten an Werktagen fast genauso niedrig wie an den Wochenenden vor Beginn des Lockdowns. Inzwischen befindet sich das seismische Hintergrundrauschen beinahe wieder auf normalem Niveau in der Schweiz und den meisten anderen Ländern, die in der Studie analysiert wurden.

Ermöglicht der Rückgang des seismischen Hintergrundrauschens im 2020 es nun, neue Arten von Signalen zu erkennen? Die Studie hat erste Anzeichen dafür gezeigt, dass seismische Messstationen in städtischen Gebieten während des Lockdowns, insbesondere tagsüber, bisher kaum sichtbare Erdbebensignale viel deutlicher aufzeichnen konnten. In der Schweiz führte dies landesweit zu einer Verringerung der Detektionsschwelle für Erdbeben um etwa 0,1 - 0,2 Magnitudeneinheiten. In vielen städtischen Gebieten war dieser Effekt mit einer Verringerung um 0,3 Magnitudeneinheiten oder mehr sogar noch grösser.

SED Seismologe Dr. Frédérick Massin, einer der Co-Autoren der Studie sagt, dass die an der Studie beteiligten hoffen, dass ihre Arbeit weitere Forschung zu den Auswirkungen des seismischen Lockdowns inspirieren wird. Ein wichtiges Ziel wird es sein, bisher verborgene Signale von Erdbeben und Vulkanen zu finden. Aufgrund der immer grösseren Urbanisierung und der wachsenden Bevölkerung wird es wichtiger denn je, das von Menschen verursachte seismische Hintergrundrauschen zu charakterisieren, damit Forschende die Erde, insbesondere in Städten, besser hören und die Bodenbewegungen unter unseren Füssen überwachen können.

Link zur Studie: https://science.sciencemag.org/lookup/doi/10.1126/science.abd2438

11.07.2020

Beben zwischen Locarno und Bellinzona

Beben zwischen Locarno und Bellinzona

Am Samstag, 11. Juli 2020, ereignete sich um 13:53 Uhr Ortszeit ein Erdbeben nördlich der Magadinoebene zwischen Locarno und Bellinzona (TI) mit einer Magnitude 2.9 und einer Tiefe von ca. 14 km.

Das Erdbeben wurde weiträumig verspürt, insbesondere in Bellinzona und Giubiasco. Beim SED gingen in der Stunde nach dem Beben über 80 Verspürtmeldungen ein. Bei einem Erdbeben dieser Stärke sind keine Schäden zu erwarten.

Obschon seismisch weniger aktiv als zum Beispiel das Wallis, kann es auch im Bergkanton Tessin gelegentlich zu Erdbeben kommen. Das letzte verspürte Beben in der Region war am 1. Mai 2010 mit einer Magnitude von 2.6 bei Lodrino.

23.06.2020

Beben bei Vallorcine (F)

Beben bei Vallorcine (F)

Am Dienstag, 23. Juni 2020, ereignete sich um 08:25 Uhr Ortszeit ein Erdbeben bei Vallorcine (F) nahe der Schweizer Grenze mit einer Magnitude 3.8 und einer Tiefe von ca. 5 km.

Das Erdbeben wurde weiträumig verspürt, insbesondere im Rhonetal, von Sitten bis zum Genfersee. Beim SED gingen in der Stunde nach dem Beben über 250 Verspürtmeldungen ein. Bei einem Erdbeben dieser Stärke sind keine Schäden zu erwarten.

In der Region von Vallorcine kommt es seit einem Beben mit einer Magnitude von 4.9 am 8. September 2005 immer wieder zu kleineren Beben. Etwa 15 davon waren stark genug, um von der lokalen Bevölkerung verspürt zu werden.

28.05.2020

Weiterhin aktive Erdbebensequenz im Glarnerland

Weiterhin aktive Erdbebensequenz im Glarnerland

Seit Dienstag, dem 26. Mai 2020, ist im Sernftal (westlich von Elm GL) eine Erdbebensequenz aktiv. Sie begann um 07:50 Uhr Ortszeit mit einem Beben der Magnitude 3.1 (siehe vorangegangener Beitrag). Seitdem und bis am Mittag des 28. Mai 2020 konnten mit dem Messnetz des Schweizerischen Erdbebendienstes an der ETH Zürich (SED) 13 weitere Beben mit hoher Qualität lokalisiert werden. Die beiden stärksten Beben hatten Magnituden von 2.9 und 2.8 und wurden jeweils am Mittwoch, um 02:55 Uhr und 09:11 Uhr, nahe beim Epizentrum schwach verspürt.

Die Grafik oben zeigt, wie sich die Bebenaktivität über die Zeit entwickelt hat. Die Abbildung umfasst einerseits die 22 lokalisierten Beben (rot umrandet; darunter neun Beben geringerer Lokalisierungsqualität, die nicht im Erdbebenkatalog erscheinen). Anderseits sind weitere, sehr kleine Ereignisse abgebildet. Diese konnten nachträglich durch einen systematischen Vergleich der Wellenformen ermittelt werden; jene der kleinen Beben weisen ähnliche Muster auf wie die der standardmässig aufgezeichneten. Die dazu angewendete Methode des «template-matching» wird derzeit am SED erforscht und weiterentwickelt. Sie ermöglicht, solche Sequenzen noch besser zu verstehen.

In vorherigen Beitrag wurde bereits auf die Nähe zum Urnerboden Erdbebenschwarm von 2017 hingewiesen. In etwas kleinerer Entfernung ereignete sich 10 km westlich der aktuellen Beben am 17. März 2001 ein Beben der Magnitude 3.8 bei Linthal (GL). Im Gebiet der aktuellen Sequenz registrierte der SED bereits im Sommer 1987 eine ähnliche Erdbebenserie von damals 34 Erdbeben, die über einen Monat dauerte. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 2.4. Eine Relativlokalisierung der Erdbeben zueinander zeigte, dass sie alle entlang einer fast senkrechten Störung auftraten, die Ost-West orientiert ist. Die Bewegung ist dabei dextral: Das heisst, dass egal auf welcher Seite der Verwerfung man sich befindet, die gegenüberliegende Seite sich nach rechts bewegt.

Erste vorläufige Untersuchungen der bisher aufgezeichneten Beben scheinen die fast gleiche Verwerfungsgeometrie für die jetzige Sequenz zu zeigen. Das deutet darauf hin, dass aktuell das selbe Verwerfungssystem wie 1987 reaktiviert wurde. In diesem Teil der Alpen sind aus der Oberflächengeologie sowohl solche Ost-West streichende Störungen bekannt, wie auch Nord-Süd streichende. Wie schon in der Sequenz von 1987 deuten vorläufige Analysen darauf hin, dass die aktuellen Beben relativ oberflächennah auftreten. Mit einer Tiefe von ca. 2 km liegen sie wahrscheinlich im Kontaktbereich zwischen Sedimentüberdeckung und kristallinem Grundgebirge. Aufgrund bestehender Unsicherheiten in der Tiefenbestimmung ist eine genauere Einschränkung derzeit noch nicht möglich.

Obwohl sich die seismische Aktivität in den letzten 24 Stunden verringert hat, ist es schwierig, eine Prognose über die Erdbebenaktivität in den nächsten Tagen und Wochen zu machen. Solche Schwärme können erfahrungsgemäss sehr unterschiedlich verlaufen. Es ist aber immer noch möglich – wenn auch wenig wahrscheinlich – dass weitere, noch stärkere Beben auftreten werden. Allgemein kann daran erinnert werden, dass grössere Erdbeben mit einer Magnitude von 6 oder mehr zwar selten sind, in der Schweiz aber überall und jederzeit auftreten können. Im Durchschnitt ist in der Schweiz alle 50 bis 150 Jahre mit einem Erdbeben mit einer Magnitude von etwa 6 zu rechnen.

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Erdbeben

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Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zu erwartenden Schäden mit relativ einfachen Mitteln zu verringern. Informieren Sie sich über das empfohlene Verhalten vor, während und nach einem starken Erdbeben.

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Wissen

Erdbebenland Schweiz

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In der Schweiz ereignen sich zwischen 1'000 und 1'500 Erdbeben pro Jahr. Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden etwa 10 bis 20 Beben jährlich. Diese weisen in der Regel Magnituden von 2.5 oder mehr auf. Im langjährigen Durchschnitt ereignen sich 23 Beben pro Jahr mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.

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Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.

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Forschung & Lehre

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Wir werden oft gefragt, was die Mitarbeitenden des SED machen, wenn es nicht gerade bebt. Die Antwort lautet: Sie forschen. Woran, beleuchten verschiedene Forschungsfelder, die zentrale wissenschaftliche Aktivitäten des SED kurz und bündig beschreiben.

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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

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Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

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10 bis 20-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 200 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.

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