Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.
Erdbeben gespürt? Melden Sie ein Erdbeben
Hilfe, die Erde bebt! Was tun im Ereignisfall?
|
Lokalzeit |
Mag. |
Ort |
Verspürt? |
|---|---|---|---|
| 2021-07-01 13:11 | 4.0 | Oberwald VS | Verbreitet verspürt |
| 2021-06-30 01:45 | 3.1 | Steckborn TG | Leicht verspürt |
| 2021-06-27 12:55 | 2.1 | NEUCHATEL | Verspürt |
| 2021-06-26 05:00 | 4.0 | La Wantzenau/Dep. Bas-Rhin/F | Verbreitet verspürt |
| 2021-06-25 11:53 | 2.1 | Elm GL | Vermutlich nicht verspürt |
| 2021-06-09 10:30 | 2.5 | NEUCHATEL | Verspürt |
|
Lokalzeit |
Magnitude |
Ort |
|---|---|---|
| 2021-07-02 18:02 | 0.8 | Oberwald VS |
| 2021-07-02 09:31 | 0.6 | Oberwald VS |
| 2021-07-02 08:20 | 0.7 | Oberwald VS |
| 2021-07-02 06:46 | 0.1 | Oberwald VS |
|
UTC-Zeit |
Mag. |
Ort |
|---|---|---|
| 2021-06-28 11:06:33 | 5.4 | Barents Sea |
| 2021-06-25 18:28:38 | 5.0 | EASTERN TURKEY |
| 2021-06-21 22:14:13 | 5.5 | Dodecanese Islands, Greece |
| 2021-06-19 03:23:06 | 4.7 | STRAIT OF GIBRALTAR |
| 2021-06-09 02:36:28 | 4.5 | CRETE, GREECE |
| 2021-06-08 03:59:51 | 4.6 | NW Balkan Region |
| 2021-06-06 04:54:22 | 5.2 | IRAN-IRAQ BORDER REGION |
| 2021-06-04 01:05:26 | 4.6 | Crete, Greece |
| 2021-06-03 15:06:13 | 4.8 | Greece |
| 2021-06-01 15:56:13 | 4.7 | GREECE |
| 2021-05-29 02:17:18 | 4.5 | Southern Iran |
| 2021-05-29 02:12:53 | 4.6 | Southern Iran |
| 2021-05-28 20:35:49 | 4.9 | Southern Iran |
|
UTC-Zeit |
Magnitude |
Ort |
|---|---|---|
| 2021-06-21 11:14:12 | 6.0 | Kermadec Islands, New Zealand |
| 2021-06-20 17:05:48 | 6.3 | Kermadec Islands, New Zealand |
| 2021-06-03 10:09:58 | 6.1 | Northern Molucca Sea |
| 2021-05-31 06:59:54 | 6.1 | Central Alaska, United States |
| 2021-05-21 22:13:18 | 6.5 | Fiji Islands region |
| 2021-05-21 18:04:13 | 7.3 | Qinghai, China |
| 2021-05-21 13:48:37 | 6.1 | Yunnan, China |
| 2021-05-19 00:42:19 | 6.7 | Southern East Pacific Rise |
01.07.2021
Am Donnerstag, den 1. Juli 2021, hat um 13:11 Uhr ein Erdbeben der Magnitude 4.0 die Region nördlich des Furkapasses erschüttert. Das Hypozentrum lag in einer Tiefe von rund 7 km. Das Beben wurde vor allem in nord-südlicher Richtung bis nach Zürich und Schaffhausen verspürt, wie die bisher über 500 eingegangen Verspürtmeldungen belegen. Aus der Romandie und dem Bündnerland gingen nur wenige Verspürtmeldungen ein. Schäden sind bisher keine bekannt. Nennenswerte Schäden sind für ein Beben dieser Stärke auch nicht zu erwarten, umso mehr als das Epizentrum in einer kaum besiedelten Region liegt.
Das Gebiet vom Wallis über die Zentralschweiz bis ins Bündnerland ist für seine überdurchschnittliche Erdbebentätigkeit bekannt. In der näheren Umgebung des aktuellen Epizentrums haben sich aber in den letzten Jahrhunderten keine Schadensbeben ereignet.
09.06.2021
Am Mittwoch, den 9. Juni 2021, ereignete sich um 10:30 Uhr (Ortszeit) ein Erdbeben der Magnitude 2.4 in Neuenburg. Das Epizentrum lag nördlich des Bahnhofs. Das Beben ereignete sich in einer für Erdbeben sehr geringen Tiefe, in den obersten 1-2 km der Erdkruste. Es wurde daher trotz der eher niedrigen Magnitude in Neuenburg von zahlreichen Personen deutlich verspürt. Im Jahr 2021 traten in der Umgebung von Neuenburg bereits mehrere solcher sehr flachen und deutlich verspürten Beben auf. Eines mit einer Magnitude von 2.9 ereignete sich im Februar und eines Ende Mai mit einer Magnitude von 2.6. Diese scheinbare Häufung der Beben in der Region ist unserer Einschätzung nach voraussichtlich ein statistischer Zufall. Tektonisch liegt die Region rund um den Neuenburgersee an der Grenze zwischen Molassebecken und Juragebirge, einer Region innerhalb der Schweiz mit einer mittleren Erdbebengefährdung. Beben dieser Magnitude sind somit zwar seltener als etwa im Wallis, aber nicht ungewöhnlich und auch stärkere bzw., Schadensbeben sind nicht auszuschliessen. Im Jahr 1876 gab es beispielsweise in der Region Neuenburg ein deutlich stärkeres Beben mit einer Magnitude 4.5.
22.04.2021
Heute, am 22. April 2021 öffnet in der Altstadt von Sitten die interaktive Schnitzeljagd über das Erdbeben von 1946. An 13 Posten laden verschiedene Spiele die Besuchenden ein, mehr über die Ereignisse von damals sowie ihre Bedeutung für heute zu erfahren. Durch die Schnitzeljagt führt «Wallis», das Seismographen-Maskottchen des Pädagogischen Zentrums für Erdbebenprävention (CPPS).
Alles, was die Teilnehmenden dafür brauchen, ist ein Smartphone sowie die App GuidiGO, in welcher sie den die Schnitzeljagd unter dem Titel «Erdbeben von 1946» abrufen können. Die Schnitzeljagd ist auf Französisch, Deutsch und Englisch verfügbar und dauert etwa zwei Stunden.
Warum in Sitten und gerade jetzt? Am 25. Januar 1946 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 5.8 das Wallis. Das war das bisher letzte Erdbeben in der Schweiz, welches Todesopfer forderte. Heuer – 75 Jahre danach – startet in Sitten eine Veranstaltungsreihe, um an dieses Beben zu erinnern, den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Erdbebengefährdung in der Schweiz aufzuzeigen und die Bevölkerung auf das bestehende Risiko aufmerksam zu machen. Unterstützt wurde die Entwicklung der Schnitzeljagd von der Gemeinde und Burgerschaft von Sitten, dem Schweizerischen Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich und der HES-SO Valais-Wallis.
Wir wünschen allen Teilnehmenden viel Vergnügen bei der Schnitzeljagd!
Mehr Informationen finden Sie hier: www.cpps-vs.ch/de-de/Erdbeben-von-1946
Hintergrundinformationen zum Erdbeben von 1946 finden Sie hier.
06.04.2021
Die InSight-Mission der NASA hat vor Kurzem zwei grössere Marsbeben entdeckt. Möglich machte dies der auf dem Planeten einsetzende Sommer, während dessen sich die Winde jeweils beruhigen und der Staub sich legt. Jetzt, nach einem Marsjahr (oder 687 Erdtagen), ist der von der ETH Zürich geleitete Marsbebendienst schneller denn je in der Lage, die seismische Aktivität auf dem roten Planeten auszuwerten. Daran beteiligt sind die Gruppe Seismologie und Geodynamik und der Schweizerische Erdbebendienst.
Nach mehreren Monaten mit windigem Wetter und Staubstürmen beruhigte sich die Marsatmosphäre wieder, und das Seismometer auf dem InSight-Lander hat begonnen, stärkere Marsbeben aufzuzeichnen. Anfang März wurden zwei neue Marsbeben mit Magnituden von 3.3 und 3.1 beobachtet. Innerhalb von zwölf Stunden nach Eingang der Daten auf der Erde haben Forschende des Marsbebendienstes der ETH Zürich Ort, Magnitude und in einem Fall sogar den Herdmechanismus bestimmt. Das schnelle Ergebnis zeigt, dass die gesamte von der InSight-Mission eingerichtete Kette von Datenaufzeichnung, -übertragung und -analyse effizient und schnell funktioniert. Die beiden Ereignisse zeichnete eine einzelne Station in über 1’200 Kilometer Entfernung auf (eine ähnliche Station auf der Erde wäre dazu nicht in der Lage). Sie reichen aus, um die im Lauf des vergangenen Jahres gewonnenen geologischen Erkenntnisse zur inneren Struktur und Oberflächentektonik des roten Planeten zu bestätigen.
Seit dem Beginn der InSight-Mars-Mission am 26. November 2018 wurden über 500 Marsbeben aufgezeichnet. Mit Magnituden zwischen 1 und 4 sind dies kleine Ereignisse im Vergleich zu Beben auf der Erde. Nur wenige dieser Marsbeben konnten zuverlässig geortet werden, indem man deren Richtung und die Entfernung zum Seismometer bestimmte. Die jüngst erfassten grösseren Marsbeben ereigneten sich in Cerberus Fossae, einem langen, etwa 1’200 Kilometer von Elysium Planitia entfernten Grabensystem, wo InSight gelandet war. Die Beben weisen einen Ausdehnungsmechanismus auf, der mit den regionalen tektonischen Gegebenheiten übereinstimmt und zeigen, dass die Marskruste weiterhin einer starken Verformung unterliegt.
Im Rahmen der InSight-Mission werden die auf dem Mars aufgezeichneten Daten in regelmässigen Übertragungen, oft mehrmals täglich, über das NASA Deep Space Network zur Erde zurückgesendet. Dort werden sie vom Jet-Propulsion Laboratory (JPL) in den USA und dem Nationalen Zentrum für Weltraumforschung (CNES) in Frankreich zeitnah aufbereitet, einer Qualitätskontrolle unterzogen und danach an den Marsbebendienst der ETH Zürich in die Schweiz geschickt. Der Marsbebendienst hat die Aufgabe, eine erste Analyse der Daten vorzunehmen mit dem Ziel, Marsbeben zu identifizieren und periodisch Marsbebenkataloge herauszugeben. Diese bilden den Ausgangspunkt für weitere wissenschaftliche Untersuchungen. Es handelt sich hierbei um ein gemeinschaftliches Unterfangen zu dem Seismologinnen und Seismologen der ETH Zürich, des Instituts für Erdphysik Paris (IPGP), der Universität Bristol und des Imperial College London beitragen. Zu Beginn der Mission waren die auf dem Mars aufgezeichneten Daten voller Überraschungen und schwer zu entschlüsseln. Nachdem seismische Daten vom Mars ein ganzes Jahr lang verarbeitet wurden, ist der Marsbebendienst nun in der Lage, die Signale binnen weniger Stunden nach ihrer Aufzeichnung auf dem Mars vollständig zu charakterisieren. Diese Leistung ist vergleichbar mit jener moderner seismischer Netzwerke auf der Erde.
In Anerkennung der erfolgreichen Leistung von InSight hat die NASA die Verlängerung der Mission um ein zweites Marsjahr genehmigt. Leider sammelt sich der rote Staub, der für alle Bilder vom Mars charakteristisch ist, auch auf den Solarpanels von InSight an, was deren Stromproduktion verringert und Bedenken über den langfristigen Betrieb der Mission aufkommen lässt.
Um mehr über die NASA-Mission InSight zu erfahren, besuchen Sie www.insight.ethz.ch oder www.mars.nasa.gov/insight/.
Zugang zur gemeinsamen Pressemitteilung über das jüngste Marsbeben.
Wissen
In der Schweiz ereignen sich zwischen 1'000 und 1'500 Erdbeben pro Jahr. Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden etwa 10 bis 20 Beben jährlich. Diese weisen in der Regel Magnituden von 2.5 oder mehr auf. Im langjährigen Durchschnitt ereignen sich 23 Beben pro Jahr mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.
Wissen
Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.
Über uns
Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED die Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.
Erdbeben
10 bis 20-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 200 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.