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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

Verspürte Erdbeben Schweiz

Lokalzeit
Mag.
Ort
Verspürt?
2017-04-25  12:35 2.8 Grenchen SO Verspürt

Aktuelle Erdbeben

Lokalzeit
Magnitude
Ort
2017-04-26 08:21 1.5 Sarnen OW
2017-04-25 12:40 1.2 Grenchen SO
2017-04-25 12:35 2.8 Grenchen SO
2017-04-24 01:59 1.3 Vaduz FL
2017-04-23 20:25 1.7 Porrentruy JU
2017-04-23 11:41 1.5 Frick AG

Erdbebenzähler Schweiz

seit 01.01.2017 
000

Jüngste Erdbeben ab Magnitude 4.5

UTC-Zeit
Mag.
Ort
2017-04-21 14:12:22 4.9 Turkey
2017-04-21 13:09:22 5.0 Turkey
2017-04-15 23:55:23 4.5 Mar Ionio Meridionale (MARE)
2017-04-13 16:22:16 5.0 WESTERN TURKEY
2017-04-08 22:23:12 4.6 Poland
2017-04-08 13:53:02 5.0 ALBANIA
2017-04-05 15:43:29 4.8 Greece
2017-03-29 18:10:45 4.5 Turkey
2017-03-26 01:48:41 4.9 ICELAND REGION
2017-03-26 01:07:12 4.9 ICELAND REGION
2017-03-26 00:24:50 4.6 ICELAND REGION
2017-03-24 08:54:25 4.5 Turkey
2017-03-24 04:24:30 4.6 Southern Greece

Jüngste Erdbeben ab Magnitude 6

UTC-Zeit
Magnitude
Ort
2017-04-24 21:38:26 6.9 Off coast of central Chile
2017-04-18 17:11:47 6.0 Fiji Islands region
2017-04-15 08:19:41 6.2 Chile-Argentina border region
2017-04-05 06:09:12 6.1 Northern and central Iran
2017-04-03 17:40:18 6.5 Botswana
2017-03-29 04:09:23 6.6 Near east coast of Kamchatka Peninsula, Russia
2017-03-27 10:50:19 6.1 Near Islands, Aleutian Islands, United States
2017-03-19 15:43:25 6.0 Bougainville - Solomon Islands region
AKTUELLES

21.04.2017

Induzierte Seismizität erforschen

Induzierte Seismizität erforschen

Die erfolgreiche Nutzung von Ressourcen tief in der Erde ist anspruchsvoll. Sie gelingt nur, wenn mehrere Faktoren zusammenspielen. Eine derzeit viel diskutierte Problematik sind die Erdbeben, die durch Eingriffe des Menschen im Untergrund ausgelöst werden können. Im März tauschten sich auf der Schatzalp in Davos über 150 internationale Forschende zum Stand des Wissens im Bereich induzierter Seismizität aus. Der Schatzalp Workshop wurde bereits zum zweiten Mal vom Schweizerischen Erdbebendienst ausgerichtet. Hier finden Sie alle im Rahmen des Workshops präsentierten Poster und Referate.

Welche Herausforderungen sich aktuell bei der Überwachung und dem Umgang mit induzierter Seismizität stellen, thematisiert unter andren eine kürzlich veröffentliche Übersichtsstudie: Sie zeigt auf, dass eine seismische Echtzeitüberwachung der Aktivitäten im Untergrund vielerorts noch nicht zum Standard gehört. Dies erschwert es, zeitnah einzugreifen und vorbeugende Massnahmen zu treffen. Darüber hinaus fehlt es an länderübergreifenden Regelwerken oder standardisierten Anforderungen, was vorwiegend bei grenznahen Projekten zu Schwierigkeiten führt.

29.03.2017

Öffnung Geothermiebohrloch in Basel

Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt hat am 28. März 2017 in Absprache mit  den Industriellen Werken Basel (IWB) beschlossen, in den kommenden Wochen das Bohrloch wieder zu öffnen, welches im Rahmen des Geothermieprojekts „Deep Heat Mining“ im Jahr 2006 in Basel erstellt wurde. Grund dafür ist ein Anstieg der Mikrobebenaktivität in unmittelbarer Nähe des Bohrlochs in den vergangenen Monaten. Eine umfangreiche, wissenschaftliche Untersuchung des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) an der ETH Zürich hat ergeben, dass sich die erhöhte Erdbebenaktivität mit grosser Wahrscheinlichkeit durch das Öffnen des Bohrlochs langfristig erneut senken lässt.

Das im Jahr 2006 lancierte Geothermieprojekt in Basel strebte an, in einer Tiefe von 4'000 bis 5'000 Metern ein künstliches Risssystem im Gestein zu erzeugen und als geothermisches Reservoir zur Energiegewinnung zu nutzen. Zu diesem Zweck wurde unter hohem Druck kaltes Wasser in den Untergrund gepresst. Im Zuge dieses Prozesses ereigneten sich zahlreiche Mikroerdbeben, einige spürbare sowie ein Beben mit einer Magnitude von Magnitude 3.4 (ML), das kleinere Schäden an Gebäuden anrichtete. Die Projektarbeiten wurden daraufhin unterbrochen und im Jahr 2009 nach einer umfassenden Risikoanalyse ganz eingestellt. Das Bohrloch wurde im Dezember 2006 aufgrund der erhöhten Seismizität geöffnet und im April 2011 wieder verschlossen.

Die Erdbebenaktivität in der Umgebung des Bohrlochs wird seit Projektbeginn mit einem seismischen Netzwerk überwacht. Aus den gesammelten Daten lässt sich ablesen, dass die Erdbebenaktivität im stimulierten Bereich seit dem Projektende im Jahr 2006 erst mehr oder weniger stetig abgenommen hat. Etwa ein Jahr nach dem Verschluss des Bohrlochs im April 2011 und speziell seit der zweiten Hälfte des Jahres 2016 ist die Erdbebenaktivität in der unmittelbaren Nähe des Bohrloches erneut deutlich angestiegen. Dabei traten die Mikrobeben typischerweise schwarmartig auf, das heisst, Phasen von erhöhter Aktivität während einiger Wochen waren gefolgt von ruhigeren Perioden. Bisher wurde keines dieser Beben von der Bevölkerung verspürt.

Neben der seismischen Aktivität hat sich in den letzten Monaten auch die räumliche Ausbreitung der Beben verändert: Die jüngsten Beben ereigneten sich am südlichen und nördlichen Rand der bisher betroffenen Fläche und deuten auf eine Ausdehnung des erzeugten Risssystems hin. Messungen zeigen zudem, dass der hydraulische Druck im Reservoir (Porendruck) seit dem Verschluss des Bohrlochs kontinuierlich angestiegen ist. Eine detaillierte Analyse der seismischen Daten sowie die Modellierung des Zusammenhangs zwischen Erdbeben und steigendem Porendruck haben ergeben, dass bereits geringe Druckanstiege im Reservoir ausreichen, um die Seismizität merklich zu erhöhen.

Die Analysen des SED legen dar, dass ohne druckreduzierende Massnahmen ein leicht spürbares Beben mit einer Magnitude von 2 innerhalb der nächsten zwölf Monate durchaus möglich ist. Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt zwischen 55 und 85 Prozent. Für ein ähnlich starkes Beben wie 2006 mit einer Magnitude von 3.4 liegt die Wahrscheinlichkeit aktuell bei ungefähr fünf Prozent. Basierend auf seinen Modellierungen und ausgehend vom beobachteten Rückgang der Seismizität zwischen 2007 und 2011 erwartet der SED, dass sich die durchschnittliche Erdbebenrate durch das abermalige Öffnen des Bohrloches über die nächsten ein bis zwei Jahre um 50 bis 90 Prozent reduzieren lässt.

In den letzten zehn Jahren hat der SED im Bereich Tiefengeothermie Projektbetreiber und insbesondere kantonale Behörden auf Anfrage beraten und unterstützt (z. B. Kantone Basel-Stadt, Jura, Waadt, Thurgau und Stadt St. Gallen). Der Fokus lag dabei auf den seismologischen Aspekten der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), der seismischen Überwachung und der Überprüfung von Betriebs- und seismischen Sicherheitskonzepten.

Weiterführende Informationen

Hintergrundbericht „Induzierte Erdbeben im Bereich des Geothermieprojekts in Basel“

Medienmitteilung des Kantons Basel-Stadt zur Öffnung des Bohrlochs

Geothermieprojekt Basel – Informationen des SED zum Projekt

Erdbeben und Geothermie – die wichtigsten Zusammenhänge kurz erläutert

20.03.2017

Zwei spürbare Erdbeben bei Vallorcine (F)

Am Montag, dem 20. März 2017, ereigneten sich zwei Erdbeben bei Vallorcine (F) nahe der Schweizer Grenze, die im Epizentralgebiet sowie im Unterwallis im Raum Martigny-Monthey verbreitet verspürt wurden. Das erste Erdbeben mit einer Magnitude von 3.3 ereignete sich um 1:31 Uhr. Ein zweites Erdbeben mit einer Magnitude von 3.0 folgte am Abend um 22:09 Uhr. Die Epizentren der beiden Beben liegen einige hundert Meter voneinander entfernt. Schäden sind bei Erdbeben dieser Stärke nicht zu erwarten. In der Region von Vallorcine ereigneten sich seit einem Beben mit einer Magnitude von 4.9 am 8. September 2005 ein weiteres Dutzend spürbare Beben.

06.03.2017

Hintergrundinformationen zum Beben vom 6. März mit einer Magnitude von 4.6 auf dem Urnerboden

Hintergrundinformationen zum Beben vom 6. März mit einer Magnitude von 4.6 auf dem Urnerboden

Am 6. März um 21:12 Uhr ereignete sich ein Erdbeben mit einer Magnitude von 4.6 (Lokalmagnitude ML). Das Epizentrum des Bebens liegt etwa 3 km nordöstlich des Dorfes Urnerboden im Grenzgebiet von Uri, Schwyz, und Glarus. Die Herdtiefe wurde bisher auf rund 5 km bestimmt. Vor dem Hauptbeben gab es mehrere Vorbeben mit Magnituden zwischen 0.2 und 2.2 (ML). In den ersten 12 Stunden nach dem Beben hat der SED etwa 25 Nachbeben mit Magnituden zwischen 0.5 und 2.9 (ML) registriert. In den nächsten Stunden und Tagen sind weitere Nachbeben zu erwarten, die unter Umständen auch verspürt werden können. Beben mit einer ähnlichen oder gar grösseren Magnitude sind zwar unwahrscheinlich, aber nicht auszuschliessen.

Das Erdbeben wurde von den meisten Bewohnern in der Innerschweiz und dem Glarnerland deutlich verspürt. Beim SED gingen darüber hinaus Meldungen aus einem Gebiet mit rund 200 km Durchmesser ein: Die inzwischen über 5‘000 Verspürtmeldungen kommen aus dem ganzen Tessin sowie den Kantonen Bern, Aargau, Basel, Zürich und Graubünden bis etwa Chur. Das grosse Publikumsinteresse war auch an bis zu einer halben Million Webzugriffen pro Minute abzulesen. Dieser starke Andrang führte dazu, dass die Webseite des Erdbebendienstes in den ersten 40 Minuten nach dem Beben zeitweise nicht verfügbar war und auch danach teilweise nur mit Verzögerung.

Das Epizentrum liegt im Gebiet der Helvetischen Decken. Die vorläufige Tiefenbestimmung lässt auf einen Herd in der Grenzzone zwischen der Sedimentdecke und dem kristallinen Grundgebirge schliessen. Die erste Bestimmung des Momententensors zeigt eine Momentenmagnitude (MW) von 4.1 und einen Mechanismus, der einer Blattverschiebung in NNW-SSE oder WSW-ENE-Richtung entspricht, wie man es auch von anderen Beben in dieser Region kennt. Diese Mechanismen weisen im Gebiet der Helvetischen Decken auf eine Kompression der Erdkruste in Nordwest-Südost-Richtung hin. Das Erdbeben von Montagnacht ereignete sich in der Nähe des Bebens vom 5. Mai 2003 (Magnitude 4 ML). Die Tiefe und der Herdmechanismus dieses Bebens waren sehr ähnlich und lassen vermuten, dass beide Beben auf derselben Verwerfung stattfanden.

Generell sind die tektonischen Spannungen in den Alpen das Ergebnis der Kollision zwischen der Europäischen und der Afrikanischen Kontinentalplatten. Durch die komplexe Tektonik und die Geschichte der Alpinen Kollisionszone variiert das tektonische Verhalten entlang des Alpenbogens aber stark.

Die höchsten während des Bebens gemessenen Bodenbeschleunigungen stammen von einem Seismometer in Linthal (GL) und erreichten 85 cm/s2. Statistisch werden Erdbeben dieser Stärke in der Schweiz einmal etwa alle fünf Jahre erwartet. Das letzte Erdbeben mit einer vergleichbaren Magnitude fand am 8. September 2005 in Vallorcine (F) (4.9 ML), nahe der Schweizer Grenze bei Martigny (VS) statt. Es wurde vor allem im Wallis stark verspürt.

Am Dienstag, 7. März, hat der SED zwei zusätzliche mobile Seismometerstationen auf dem Urnerboden und in Bisisthal aufgestellt. Diese werden dabei helfen, die Nachbebensequenz und damit die Eigenschaften der aktivierten Verwerfung detaillierter zu untersuchen.

Das Beben im Fernsehen

SRF Tagesschau

TalkTäglich TeleZürich

Tele1

Tele Ostschweiz

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Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zu erwartenden Schäden mit relativ einfachen Mitteln zu verringern. Informieren Sie sich über das empfohlene Verhalten vor, während und nach einem starken Erdbeben.

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In der Schweiz ereignen sich zwischen 500 und 800 Erdbeben pro Jahr. Ungefähr zehn davon sind genug stark (ca. Magnitude 2.5 oder grösser), um von der Bevölkerung verspürt zu werden. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.

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Sie möchten stets auf dem Laufenden sein? Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Informationsangebote des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).

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Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.

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Wir werden oft gefragt, was die Mitarbeitenden des SED machen, wenn es nicht gerade bebt. Die Antwort lautet: Sie forschen. Woran, beleuchten verschiedene Forschungsfelder, die zentrale wissenschaftliche Aktivitäten des SED kurz und bündig beschreiben.

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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

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Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

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Durchschnittlich 10-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 150 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.

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