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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

Verspürte Erdbeben Schweiz

Lokalzeit
Mag.
Ort
Verspürt?
2019-06-15 15:46 2.6 Adelboden BE Leicht verspürt
2019-06-14 15:57 3.7 1 km N Verzegnis (UD) Vermutlich nicht verspürt
2019-06-12 10:57 1.8 St-Ursanne JU Vermutlich nicht verspürt
2019-06-11 16:02 3.6 4 km N Vezza d'Oglio (BS) Vermutlich nicht verspürt
2019-06-10 11:54 3.1 Saint-Hippolyte/Dep. Haut-Rhin/F Vermutlich nicht verspürt
2019-06-05 19:39 3.0 Kreuzlingen TG Leicht verspürt
2019-05-28 15:30 1.9 Brugg AG Leicht verspürt
2019-05-28 10:48 4.2 Montreux VD Verbreitet verspürt
2019-05-26 10:25 0.7 Sargans SG Leicht verspürt
2019-05-26 08:03 2.3 Tirano I Vermutlich nicht verspürt

Aktuelle Erdbeben

Lokalzeit
Magnitude
Ort
2019-06-18 07:23 1.4 Steckborn TG
2019-06-18 02:44 0.8 Courmayeur I
2019-06-17 16:19 2.0 Graechen VS
2019-06-16 10:30 1.6 Domodossola I

Erdbebenzähler Schweiz

seit 01.01.2019 
000

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 4.5

UTC-Zeit
Mag.
Ort
2019-06-09 03:45:19 4.7 JAN MAYEN ISLAND REGION
2019-06-07 05:27:12 4.6 Caspian Sea
2019-06-05 03:36:17 4.7 Iran-Iraq border region
2019-06-05 03:33:06 4.5 Iran-Iraq border region
2019-06-02 13:08:47 4.5 Turkey
2019-06-01 18:50:14 4.6 ALBANIA
2019-06-01 07:00:28 5.0 Greece-Albania border region
2019-06-01 04:51:59 4.8 Greece-Albania border region
2019-06-01 04:34:05 4.8 Western Iran
2019-06-01 04:33:09 5.0 ALBANIA
2019-06-01 04:26:19 5.2 Greece-Albania border region
2019-05-28 05:27:47 4.6 Dodecanese Islands, Greece
2019-05-26 12:07:11 4.6 WESTERN TURKEY

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 6

UTC-Zeit
Magnitude
Ort
2019-06-17 06:02:05 6.0 Kermadec Islands, New Zealand
2019-06-16 05:17:16 6.3 Kermadec Islands region
2019-06-15 22:55:02 7.2 Kermadec Islands, New Zealand
2019-06-15 21:56:09 6.1 Tonga Islands
2019-06-14 00:19:12 6.4 Off coast of central Chile
2019-06-04 04:39:17 6.3 Southeast of Honshu, Japan
2019-05-31 10:12:32 6.1 Mindanao, Philippine Islands
2019-05-30 09:03:32 6.6 El Salvador
AKTUELLES

12.06.2019

Erdbebenland Schweiz: Informationsanlass für Behörden

Erdbebenland Schweiz: Informationsanlass für Behörden

Was ist bezüglich Erdbeben zu tun? Eine Frage, die sich in Gemeinden und Kantonen immer wieder stellt. Oft gibt es nur wenige Berührungspunkte mit dem Thema Erdbeben, zum Beispiel im Rahmen von Bauvorhaben, Bewilligungsverfahren oder wenn die Behörden definieren, wie sie mit solchen Ereignissen umgehen.

Der Informationsanlass richtet sich an Behördenvertreter, die sich nicht schwerpunktmässig mit Fragestellungen rund um Erdbeben befassen, aber mehr darüber erfahren möchten. Ziel ist es, eine breite Wissensgrundlage zu vermitteln, die bei Entscheidungen in Bezug auf das Erdbebenrisikomanagement hilft.

Der Anlass findet am 23. August 2019 an der ETH Zürich statt. Anmeldung bis 5. August unter folgendem Link: bit.ly/2GSPvLO

05.06.2019

Rasche Massenbewegungen mit Seismometern überwachen

Rasche Massenbewegungen mit Seismometern überwachen

Oberhalb von Susten (VS) gräbt sich ein Bach durch eine faszinierende geologische Formation genannt «Illgraben». An den steilen Hängen der Schlucht lösen sich andauernd kleinere und grössere Gesteinsmassen. Mehrere Male pro Jahr, meist in Folge von Niederschlägen, vermengen sich diese zu einem breiartigen Gemenge aus Steinen, Schlamm und Wasser. Diese Murgänge reissen auch grosse Gesteinsblöcken aus Kalk und Quarzit mit und bewegen sich rasant talabwärts bis in den Fluss «Rotten». Am Illgraben entstehen normalerweise keine Schäden. An anderen Orten verschieben Murgänge in Extremfällen aber Millionen von Kubikmetern Gestein über mehrere Kilometer. Treffen sie auf Verkehrswege oder Siedlungen, wie dies beispielsweise beim Murgang am Pizzo Cengalo 2017 der Fall war, können die Auswirkungen verheerend sein. Ausgeklügelte Messsysteme helfen dabei, solche Prozesse besser zu verstehen oder gar vorherzusagen. Am Illgraben untersuchen dies Forschende des Schweizerischen Erdbebendienstes, des Instituts für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich sowie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).

Grosse Massenbewegungen vorherzusagen, ist keine leichte Aufgabe. Die Anzeichen für ein drohendes Ereignis sind schwierig zu messen, die ursächlichen physikalischen Prozesse unzureichend verstanden und die betroffenen Gebiete oft nur schwer zugänglich. In abgelegenen alpinen Tälern ist es bereits schwer festzustellen, ob überhaupt ein Ereignis stattgefunden hat. Die räumliche und zeitliche Abdeckung von bestehenden Überwachungsmethoden ist dafür nicht ausreichend (z. B. Satelliten oder geodätische Instrumente). Lokale seismische Messnetzwerke bieten eine bisher wenig genutzte Alternative. Murgänge, Steinschläge oder Steinlawinen lösen Bodenbewegungen aus. Abhängig von der Grösse des Ereignisses können seismische Stationen diese auf mehrere Kilometer Entfernung und in selten Fällen sogar bis zu mehreren tausend Kilometern entfernt erfassen. Indem man das seismische Netzwerk lokal verdichtet und eine schnelle Datenübertragung sicherstellt, kann man gefährdete Gebiete besser überwachen und möglicherweise vor gefährlichen Massenbewegungen warnen. Seit 2017 betreibt der Schweizerische Erdbebendienst ein solches Netzwerk mit zusätzlichen Messgeräten zu Forschungszwecken im Illgraben. Die daraus gewonnenen Kenntnisse sollen dazu beitragen, Massenbewegungen künftig besser und zuverlässiger überwachen und vorhersagen zu können.

Mehr Informationen: Prof. Dr. Walter Fabian, VAW an der ETH Zürich.

28.05.2019

Beben am Südufer des Genfersees

Beben am Südufer des Genfersees

Am Dienstag, dem 28. Mai 2019, hat sich um 10:48 Uhr (Lokalzeit) am Südufer des Genfersees, südwestlich von St. Gingolph, westlich von Novel, auf französischem Boden in einer Tiefe von ungefähr 2 km ein Erdbeben der Magnitude 4.2 ereignet.

Die Erschütterungen waren im ganzen Seebecken und im Chablais gut zu spüren. Da sich das Beben relativ nahe der Erdoberfläche ereignet hat, wurde es vor allem im Gebiet des Epizentrums relativ deutlich verspürt. Die Anzahl der Erdbebenmeldungen nahm entsprechend mit der Distanz ab. Leichte Schäden sind bei einem Beben dieser Stärke vereinzelt möglich.

In den vergangenen Jahren haben sich in diesem Gebiet wiederholt oberflächennahe Beben oder Erdbebenschwärme ereignet, von denen die stärksten leicht verspürt wurden. Am 22. Dezember 2016 haben sich zum Beispiel in der Nähe des Ortes Novel zwei Erdbeben der Magnituden 3.0 und 3.4 innerhalb von 26 Minuten ereignet, die ebenfalls im Gebiet des Genfersees und im Rhonetal verspürt wurden. Damals haben sich innerhalb von zwei Wochen 13 weitere Erdbeben mit Magnituden zwischen 1.0 und 2.9 ereignet.

Das heutige Beben war damit das stärkste bisher. Mit Nachbeben ist in den nächsten Tagen und Wochen zu rechnen. Gleich starke oder gar stärkere Beben sind unwahrscheinlich, können aber nicht ausgeschlossen werden.   

Der Erdbebendienst wird in der Region im Laufe des Tages noch zwei weitere Messstationen installieren um die Nachbeben genauer zu beobachten.

24.05.2019

Erdbeben und Geothermie: Lehren aus Pohang

Erdbeben und Geothermie: Lehren aus Pohang

Im November 2017 erschütterte ein Beben der Magnitude 5.5 die südkoreanische Stadt Pohang. Die Bilanz: über 100 Verletzte und Schäden in der Höhe von 300 Millionen Dollar. Bereits kurze Zeit später wurde vermutet, dass ein Geothermieprojekt in der Nähe das Beben ausgelöst haben könnte. Zwei wissenschaftliche Untersuchungen bekräftigten diesen Verdacht, eine davon verfasst von Mitarbeitenden des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) an der ETH Zürich (siehe Aktuellbeitrag vom 26.04.2018). Infolge dessen setzte die koreanische Regierung eine internationale Expertenkommission ein, in der unter anderen Prof. Domenico Giardini von der ETH Zürich mitwirkte. In ihrem kürzlich veröffentlichen Abschlussbericht bestätigt die Kommission das Geothermieprojekt als Verursacher des schadenbringenden Bebens.

Die Expertenkommission untersuchte dafür die tektonischen Spannungsverhältnisse, die lokale Geologie, die induzierte Seismizität, die Bohrdaten sowie jene der hydraulischen Stimulationen. Das Projekt in Pohang sah vor, in 4 bis 5 Kilometern Tiefe im kristallinen Grundgestein einen Wärmetauscher zu erzeugen. Ein solches petrothermales Geothermieprojekt wurde 2006 auch in Basel angestrebt. Dazu wird unter hohem Druck Flüssigkeit in den Untergrund gepumpt, was erwartungsgemäss zahlreiche kleinere Beben auslöst. In Pohang haben diese Injektionen, unbemerkt von den Betreibern, immer wieder Erdbeben auf einer vorher unbekannten grösseren Verwerfungszone angeregt. Die anscheinend tektonisch vorgespannte Verwerfung wurde dadurch geschwächt bis es zum Magnitude 5.5 Erdbeben kam. Während der kausale Zusammenhang nun gesichert ist, stellt sich die Expertenkommission die Frage, welche Lehren aus diesem Ereignis zu ziehen sind.

Die Expertenkommission stellt dem Projekt kein gutes Zeugnis aus: Rückblickend wurden Versäumnisse in allen Phasen des Projekts festgestellt. Vor Beginn der Arbeiten zeigten die geologischen Untersuchungen, dass gewisse Brüche kritisch vorgespannt waren. Dieser Umstand hätte aufgrund der Nähe zu einer mittelgrossen Stadt samt wichtigem Industriehafen zu einer Anpassung der Risikoeinschätzung führen sollen. Anschliessend begannen die ersten Stimulationen beim Bohrloch PX-2. Die geologischen Berichte halten fest, dass grosse Mengen der hineingepumpten Flüssigkeit versickerten. Dies ist unüblich und deutet darauf hin, dass das Bohrloch eine grösser Störzone durchläuft – ein weiteres Alarmzeichen. Das Austreten der Flüssigkeit vergrösserte lokal den Druck auf der Verwerfungszone und verursachte schon frühzeitig zahlreiche kleinere Erdbeben. Diese erhöhte induzierte Seismizität wurde jedoch erst im Anschluss an das Magnitude 5.5 Beben analysiert.

Die Kommission geht auch auf die zwei Monate ein, welche zwischen den letzten Stimulationsarbeiten und dem schadenbringenden Beben liegen. Sie wurden immer wieder als Hinweis gedeutet, dass kein Zusammenhang zwischen dem Projekt und dem Beben besteht. Der Bericht verweist jedoch auf Erkenntnisse aus anderen Projekten. Sie belegen, dass induzierte Seismizität oft nicht mit dem Ende der Stimulationen endet. Für künftige Projekte empfiehlt die Kommission im Vorfeld unter Einbezug der Behörden und aller relevanten Experten eine umfassende Risikoanalyse zu erarbeiten und diese laufend zu aktualisieren. Zudem gilt es ein verlässliches Echtzeit-Überwachungssystem einzurichten, stetig die Prozesse und die Injektionsstrategie zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren sowie Massnahmen zur Risikoreduktion festzuschreiben und zu kommunizieren.

Der Kanton Jura hat kurz nach dem Beben in Pohang eine Überprüfung der Risikoanalyse für das geplante petrothermale Geothermieprojekt in Haut-Sorne angeordnet. Der Betreiber, die Geo Energie Suisse AG, hat dazu ein Gutachten verfasst, das der SED nun im Auftrag des Kantons unter Berücksichtigung aller bekannten Erkenntnisse aus Pohang prüft. Der SED ist zudem an den Forschungsarbeiten im «Bedretto Underground Laboratory for Geoenergies» beteiligt. Dort erforscht die ETH Zürich gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern, ob es Techniken und Verfahren gibt, die es ermöglichen, Erdwärme sicher, effizient und langfristig zu nutzen.

 

Science Artikel «Managing injection-induced seismic risk» (Englisch)

Bericht der Kommission (Koreanisch und Englisch)

Science Artikel «The November 2017 Mw 5.5 Pohang earthquake: A possible case of induced seismicity in South Korea» (Englisch)

THEMEN

Erdbeben

Hilfe, die Erde bebt!

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Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zu erwartenden Schäden mit relativ einfachen Mitteln zu verringern. Informieren Sie sich über das empfohlene Verhalten vor, während und nach einem starken Erdbeben.

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Wissen

Erdbebenland Schweiz

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In der Schweiz ereignen sich zwischen 1'000 und 1'500 Erdbeben pro Jahr. Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden etwa 10 bis 20 Beben jährlich. Diese weisen in der Regel Magnituden von 2.5 oder mehr auf. Im langjährigen Durchschnitt ereignen sich 23 Beben pro Jahr mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.

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Alarmierung

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Sie möchten stets auf dem Laufenden sein? Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Informationsangebote des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).

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Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.

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Forschung & Lehre

Forschungsfelder

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Wir werden oft gefragt, was die Mitarbeitenden des SED machen, wenn es nicht gerade bebt. Die Antwort lautet: Sie forschen. Woran, beleuchten verschiedene Forschungsfelder, die zentrale wissenschaftliche Aktivitäten des SED kurz und bündig beschreiben.

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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

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Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

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Erdbeben

Erdbebenüberwachung

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10 bis 20-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 150 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.

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