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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössiche Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

Verspürte Erdbeben Schweiz

Lokalzeit
Mag.
Ort
Verspürt?
2017-02-18  14:22 2.1 Sion VS Leicht verspürt
2017-02-09  09:14 3.6 Trento Vermutlich nicht verspürt
2017-01-28  14:30 2.5 Poschiavo GR Leicht verspürt

Aktuelle Erdbeben

Lokalzeit
Magnitude
Ort
2017-02-24 19:39 1.4 Bormio I
2017-02-24 07:49 0.9 CHAMPERY VS
2017-02-24 06:13 0.8 Bormio I
2017-02-24 03:45 0.2 Vaduz FL

Erdbebenzähler Schweiz

seit 01.01.2017 
000

Jüngste Erdbeben ab Magnitude 4.5

UTC-Zeit
Mag.
Ort
2017-02-16 00:19:00 4.8 Turkey
2017-02-15 23:01:22 4.6 Crete, Greece
2017-02-12 13:48:15 5.0 NEAR THE COAST OF WESTERN TURKEY
2017-02-10 12:27:35 4.5 Turkey
2017-02-10 08:55:25 5.0 NEAR THE COAST OF WESTERN TURKEY
2017-02-08 15:08:20 4.7 Romania
2017-02-08 09:52:03 4.6 Romania
2017-02-08 01:38:03 4.9 Turkey
2017-02-07 21:00:54 4.5 Turkey
2017-02-07 05:17:07 4.5 Turkey
2017-02-07 02:24:03 5.1 NEAR THE COAST OF WESTERN TURKEY
2017-02-06 13:46:35 4.6 Caspian Sea
2017-02-06 11:45:01 4.9 Turkey

Jüngste Erdbeben ab Magnitude 6

UTC-Zeit
Magnitude
Ort
2017-02-24 17:28:43 6.9 South of Fiji Islands
2017-02-21 14:09:04 6.5 Southern Bolivia
2017-02-18 12:10:15 6.3 Jujuy Province, Argentina
2017-02-10 14:03:43 6.5 Mindanao, Philippine Islands
2017-02-07 22:03:55 6.3 Southwestern Pakistan
2017-01-22 04:30:22 7.9 Bougainville - Solomon Islands region
2017-01-19 23:04:21 6.5 Bougainville - Solomon Islands region
2017-01-14 06:11:48 6.1 FIJI REGION
AKTUELLES

03.02.2017

Erdbeben in der Schweiz im Jahr 2016: ein Rückblick

Mit 31 Erdbeben mit Magnituden von 2.5 oder mehr haben sich im Jahr 2016 überdurchschnittlich viele spürbare Erdbeben in der Schweiz und im grenznahen Ausland ereignet. Dies widerspiegelt sich auch in der Gesamtzahl der vom Schweizerischen Erdbebendienst an der ETH Zürich registrierten Beben: Sie liegt mit rund 880 etwas über dem Durchschnitt vergangener Jahre.

Insbesondere im Oktober erschütterten zahlreiche Erdbeben die Schweiz. Dazu gehört das stärkste Beben des Jahres 2016, welches sich am 24. Oktober bei Leukerbad im Wallis ereignete. Mit einer Magnitude von 4.1 war es in grossen Teilen der Schweiz zu spüren. Ein Beben dieser Stärke kommt in der Regel alle ein bis drei Jahre vor. Das letzte vergleichbare Ereignis hat sich 2013 bei Sargans zugetragen. Weitere von der Bevölkerung teils deutlich wahrgenommene Erdbeben im selben Monat ereigneten sich nahe Juf im Kanton Graubünden am 7. Oktober (Magnitude 3.9) und im Grenzgebiet zu Frankreich, westlich von Vallorcine am 1. Oktober (Magnitude 3.4).

Ebenfalls von zahlreichen Personen verspürt wurden das Beben südwestlich von Saint-Gingolph am Ufer des Genfersees am 22. Dezember (Magnitude 3.4) sowie ein schwächeres (Magnitude 2.2), das sich am 20. August in geringer Tiefe unter dem Stadtzentrum von Solothurn ereignete. Von wenigen Personen in der Schweiz wahrgenommen wurden zudem einige Ereignisse der Serie von schweren Erdbeben in Zentralitalien, die bisher über 300 Opfer forderte. In der Schweiz treten vergleichbar starke Beben durchschnittlich alle 50 bis 150 Jahre auf.

Mit 31 liegt die Anzahl der Beben mit Magnituden von 2.5 oder mehr deutlich über dem langjährigen Mittel der letzten 41 Jahre. Im Durchschnitt ereignen sich in der Schweiz 23 solche möglicherweise spürbaren Erdbeben pro Jahr. Insgesamt wurden 2016 in der Schweiz und im nahen Ausland rund 880 Ereignisse aufzeichnet. Schwankungen im langjährigen Mittel der Erdbebenhäufigkeiten sind normal und erlauben keine Aussage über die künftige Seismizität in der Schweiz. Die Erdbebenaktivität konzentrierte sich 2016 wie in anderen Jahren vor allem auf das Wallis, den Kanton Graubünden und das Gebiet entlang des Nordrands der Alpen.

Wie in vergangenen Jahren wurden 2016 mehrere Erdbebenschwärme aufgezeichnet. Eine der aktivsten Sequenzen trat nordöstlich von Sion mit drei deutlich verspürten Beben im Mai, Juni und November auf. Insgesamt wurden mehr als 80 Ereignisse registriert. Das grösste Beben am 24. Juni erreichte eine Magnitude von 3.2. Im selben Gebiet war bereits im Jahr 2015 ein Erdbebenschwarm aktiv. Beide Schwärme stehen vermutlich im Zusammenhang mit einer Verwerfung am Nordrand des Rhonetals. Darüber hinaus registrierte der Erdbebendienst im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet nordöstlich von Thayngen eine Sequenz von mehr als 50, teilweise leicht verspürten Beben. Erdbebenschwärme sind üblicherweise durch das Fehlen eines ausgeprägten Hauptbebens gekennzeichnet. Das stärkste Beben tritt oft erst in der Mitte oder gegen Ende der Bebensequenz auf. Erdbebenschwärme können sich über einen Zeitraum von wenigen Stunden bis zu mehreren Monaten oder sogar Jahren erstrecken.

Medienmitteilung herunterladen

Karte "Erdbeben in der Schweiz 2016" herunterladen

22.01.2017

Kein Erdbeben bei Samnaun: wie Fehlalarme entstehen

Kein Erdbeben bei Samnaun: wie Fehlalarme entstehen

Am Sonntag, 22. Januar 2017 meldete der Schweizerische Erdbebendienst, basierend auf der vollautomatischen Datenauswertung, fälschlicherweise ein Erdbeben der Magnitude 3.3, das um 5:48 Uhr morgens bei Samnaun (GR) stattgefunden haben soll. Bei der anschliessenden, routinemässigen Kontrolle durch eine Seismologin stellte sich rasch heraus, dass der Algorithmus, welcher Beben automatisch erkennen und lokalisieren soll, etwas durcheinander gebracht hat! Die seismischen Wellen eines sehr grossen und tiefen Bebens in Papua-Neuguinea wurden für ein Beben in der Schweiz gehalten. Die Erdbebenmeldung wurde schnell korrigiert, und den Medien und Behörden als Fehlalarm gemeldet. Solche Fehler der Automatik kommen in allen seismischen Netzwerken alle paar Jahre einmal vor. Leider lassen sich solche Fehlalarme nicht gänzlich vermeiden. Weshalb haben wird nachfolgend erklärt:

Erdbeben ereignen sich ohne Vorwarnung und ihre Wellen breiten sich mit einer Geschwindigkeit von einigen Kilometern pro Sekunde aus. Ein grösseres, lokales Erdbeben wird somit innerhalb von 30 bis 40 Sekunden in der gesamten Schweiz verspürt und schafft Verunsicherung: Was war das, wie stark und wo haben sich die Erschütterungen ereignet? -Um diese Information innert Sekunden bereit stellen zu können scannen unsere Computer kontinuierlich die Daten von mehr als 150 Seismometern, die über die ganze Schweiz verteilt die Bodenbewegungen aufzeichnen. Da es an einer Station oft „schüttelt“, z. B. wenn ein Lastwagen vorbeifährt, verlangt der Algorithmus, dass an mehreren Stationen „gleichzeitig“ (also innerhalb von wenigen Sekunden) ein deutlicher Anstieg über das sogenannte Signal-zu-Rausch Verhältnis detektiert wird. Erst dann vermutet der Computer ein Erdbeben und bestimmt mittels einer Art Kreuzpeilung den Ort und mit dem gemessenen Ausschlag des Signals die Magnitude. Das funktioniert in 99.9 Prozent der Fälle reibungslos und ermöglicht es uns, innerhalb von einer Minute per E-Mail, Twitter und Internet zu informieren.  

Manchmal geht aber auch etwas schief: Im heutigen Fall war es ein Beben in Papua-Neuguinea, das unsere Computer verwirrte. Um 5.30 Uhr in der Früh brach in einer Tiefe von mehr als 130 km die Erde entlang einer Bruchfläche von ca. 100 bis 150 km Länge. Es handelt sich dabei um ein grosses Beben mit einer Magnitude von 7.9. Da es sich weit im Untergrund ereignete, sind hoffentlich keine Menschen zu Schaden gekommen. Die Erdbebenwellen breiteten sich durch die ganze Erde aus und nach ca. 18 Minuten erreichten sie auch die Schweiz (schauen Sie dieses kurze Video). Die ersten Wellen treffen fast senkrecht von unten auf die Schweiz und werden deshalb an allen Stationen beinahe gleichzeitig erfasst. Unsere Computer detektieren richtigerweise ein Erdbeben, meinen aber, es läge 60 km tief unter dem Engadin. Die Qualität der Lokalisierung wurde von der Software als nicht besonders gut eingestuft, sie war aber gerade noch ausreichend, um unseren vorgeschrieben Grenzwert für eine Veröffentlichung der Meldung zu erreichen. Die Magnitude wird glücklicherweise viel kleiner eingeschätzt, denn die Energie der Wellen hat sich auf ihren langen Weg von Papua-Neuguinea bis hin zur Schweiz schon stark abgeschwächt. Und so wird die Meldung eines Schweizer Bebens in die Welt verschickt - wenn auch mit der Warnung, dass es sich um eine automatische, nicht von einem Seismologen überprüfte Lokalisierung handelt.

Wir könnten das Risiko solcher Fehlalarme weiter verringern, aber nicht ohne Nebenwirkung. Striktere automatische Qualitätskriterien würden helfen, aber damit steigt auch das Risiko, ein Erdbeben zu verpassen und nicht zu melden (was für uns mindestens so schlimm ist wie ein Fehlalarm). Wir könnten alle Beben erst von einem Seismologen überprüfen lassen, aber das würde mindesten 20 bis 30 Minuten beanspruchen, eine lange Zeit im Zeitalter der online Medien. Deshalb bleibt uns Seismologen, wenn dann doch einmal etwas schiefgeht, nur übrig, uns zu entschuldigen (was wir hiermit noch einmal tun möchten), stetig die Algorithmen unserer automatischen Meldungen zu verfeinern, und zu guter Letzt der doch auch beruhigende Gedanke: Computer können (noch?) nicht alles besser als Menschen!

22.12.2016

Zwei spürbare Erdbeben bei Vouvry (VS)

Zwei spürbare Erdbeben bei Vouvry (VS)

Am Donnerstag 22. Dezember 2016 um 20:24 Uhr (Lokalzeit) hat sich ca. 10 km nordwestlich von Vouvry (VS) nahe der Erdoberfläche ein leichtes Erdbeben mit einer Magnitude von 2.7 ereignet. Das Epizentrum lag nahe der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz auf französischer Seite. Um 20:50 Uhr des gleichen Tages ereignete sich ein weiteres leichtes Beben an der gleichen Stelle mit einer Magnitude von 3.4.

Die Erschütterungen wurden vor allem entlang des Genfersees zwischen Lausanne und Montreux sowie in der Region Chablais zwischen Saint Gingolph und Vouvry verspürt. Es gingen sowohl von der Süd- als auch der Nordseite des Genfersees Verspürtmeldungen ein. Das zweite Beben wurde aufgrund seiner grösseren Magnitude verbreiteter verspürt. Bei Erdbeben dieser Stärke sind keine Schäden zu erwarten. Im Wallis ereignen sich durchschnittlich etwas mehr als 200 Beben pro Jahr.

21.12.2016

Frohe Fesstage und alles Gute fürs neue Jahr

Frohe Fesstage und alles Gute fürs neue Jahr

O Tannenbaum, o Tannenbaum,

was bringt dich heut zum Zittern?

Ein Beben scheint es nicht zu sein,

auch unser Web sagt dazu «Nein».

O Tannenbaum, o Tannenbaum,

was bringt dich heut zum Zittern?

 

Wir wünschen frohe Festtage und

alles Gute fürs neue Jahr!

THEMEN

Erdbeben

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Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zu erwartenden Schäden mit relativ einfachen Mitteln zu verringern. Informieren Sie sich über das empfohlene Verhalten vor, während und nach einem starken Erdbeben.

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Wissen

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In der Schweiz ereignen sich zwischen 500 und 800 Erdbeben pro Jahr. Ungefähr zehn davon sind genug stark (ca. Magnitude 2.5 oder grösser), um von der Bevölkerung verspürt zu werden. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.

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Alarmierung

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Sie möchten stets auf dem Laufenden sein? Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Informationsangebote des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).

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Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.

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Wir werden oft gefragt, was die Mitarbeitenden des SED machen, wenn es nicht gerade bebt. Die Antwort lautet: Sie forschen. Woran, beleuchten verschiedene Forschungsfelder, die zentrale wissenschaftliche Aktivitäten des SED kurz und bündig beschreiben.

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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

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Erdbeben

Erdbebenüberwachung

Erdbebenüberwachung

Durchschnittlich 10-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 150 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.

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