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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

Verspürte Erdbeben Schweiz

Lokalzeit
Mag.
Ort
Verspürt?
2017-07-21  19:03 3.6 Lago di Garda I Vermutlich nicht verspürt
2017-07-08  02:18 2.7 CHATEAU-D'OEX VD Verspürt
2017-07-02  12:53 2.3 Gelterkinden BL Leicht verspürt
2017-07-01  11:29 2.6 CHATEAU-D'OEX VD Leicht verspürt
2017-07-01  10:10 4.3 CHATEAU-D'OEX VD Verbreitet verspürt

Aktuelle Erdbeben

Lokalzeit
Magnitude
Ort
2017-07-27 01:19 1.2 Sion VS
2017-07-27 00:38 0.8 Leukerbad VS
2017-07-26 16:28 0.7 Saxon VS
2017-07-26 11:22 1.4 Muellheim D

Erdbebenzähler Schweiz

seit 01.01.2017 
000

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 4.5

UTC-Zeit
Mag.
Ort
2017-07-26 22:18:16 4.5 Iceland
2017-07-22 17:25:46 4.6 Dodecanese Islands, Greece
2017-07-22 17:09:21 4.7 Dodecanese Islands, Greece
2017-07-21 17:09:45 5.0 Dodecanese Islands, Greece
2017-07-21 10:36:56 4.5 CRETE, GREECE
2017-07-21 07:42:51 4.7 WESTERN IRAN
2017-07-21 05:04:00 4.5 DODECANESE IS.-TURKEY BORDER REG
2017-07-21 02:12:34 4.5 DODECANESE IS.-TURKEY BORDER REG
2017-07-21 01:38:51 4.5 WESTERN TURKEY
2017-07-20 23:23:51 4.7 Dodecanese Islands, Greece
2017-07-20 22:52:57 4.7 Dodecanese Islands, Gre
2017-07-20 22:31:11 6.7 DODECANESE IS.-TURKEY BORDER REG
2017-07-20 06:22:36 4.5 AZERBAIJAN

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 6

UTC-Zeit
Magnitude
Ort
2017-07-20 22:31:11 6.7 DODECANESE IS.-TURKEY BORDER REG
2017-07-18 02:05:19 6.4 Near coast of Peru
2017-07-18 02:05:18 6.4 Near coast of Peru
2017-07-17 23:34:13 7.7 Komandorsky Islands, Russia, region
2017-07-17 11:05:08 6.2 Komandorsky Islands, Russia, region
2017-07-13 03:36:09 6.4 New Ireland, Papua New Guinea, region
2017-07-12 19:47:32 6.4 Sea of Japan
2017-07-11 07:07:13 6.0 South Indian Ocean
AKTUELLES

21.07.2017

Starkes Erdbeben bei Bodrum (Türkei) und Kos (Griechenland)

Am Freitag, 21.07.2017 hat sich um 01:31 Uhr Ortszeit (00:31 Uhr MESZ) ein Erdbeben der Magnitude 6.7 ereignet. Das Epizentrum befand sich ca. 12 km südlich vom türkischen Ort Bodrum und ca. 12 km östlich vom Ort Kos auf der gleichnamigen griechischen Insel. Die Herdtiefe betrug ungefähr 10 km. Durch das Beben wurde auch ein kleiner Tsunami ausgelöst. Das Erdbeben wurde in weiten Teilen der türkischen Ägäis und der griechischen, südlichen Ägäis verspürt und führte auch zu Gebäudeschäden und Verletzten. Auf Kos wurden zwei Todesopfer gemeldet.

Nachbeben in der Umgebung des Epizentrums sind in den nächsten Tagen und Wochen mit Sicherheit zu erwarten, einige dieser Nachbeben werden deutlich spürbar sein oder  gar weitere Schäden anrichten. Im direkten Schadengebiet ist mit Beeinträchtigungen der Infrastruktur zu rechnen. Für offizielle Reisewarnungen ist das EDA zuständig. Personen, die planen in nächster Zeit in die betroffenen Gebiete zu reisen,  sollten sich bei konkreten Fragen an ihren Reiseveranstalter wenden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es in den nächsten Tagen oder Wochen zu einem weiteren, ähnlich starken oder gar noch grösseren Beben in der Region Kos/Bodrum kommt, ist sehr gering. Allerdings ist sie erfahrungsgemäss deutlich erhöht verglichen mit dem langjährigen Mittel.

Erdbeben der Stärke 6 und mehr sind in der gesamten Ägäis und den angrenzenden Gebieten im Prinzip überall und jederzeit möglich, die Region hat generell eine der höchsten seismischen Gefährdungen in Europa und im Mittelmeerraum.

Seit 1900 haben sich im Umkreis von ca. 150 km um das Epizentrum des aktuellen Bebens sieben Erdbeben mit Magnituden von grösser als 6.5 ereignet (Quelle: International Seismological Center). Das stärkste wies eine Magnitude von 7.5 auf und ereignete sich 1956 südlich der Insel Amargos (ca. 130 km westlich des aktuellen Bebens). 1926 ereignete sich ein Beben der Stärke 6.9 ca. 15 km westlich von Kos.

01.07.2017

Stark verspürtes Beben in der Nähe von Château d’Oex (VD)

Stark verspürtes Beben in der Nähe von Château d’Oex (VD)

Am Samstag, 1. Juli 2017 ereignete sich in der Nähe von Château d’Oex (VD) um 10:10 Uhr (Lokalzeit) in einer Tiefe von ungefähr 4 km ein Erdbeben der Magnitude 4.3. Es wurde im Epizentralgebiet weiträumig verspürt. Möglicherweise verursachte das Beben leichte Schäden in der Region. Das Beben wurde in den Kantonen Waadt, Freiburg, Wallis und Bern deutlich verspürt. Bis 12.30 Uhr haben mehr als 1‘300 Personen das Beben auf unserer Webseite gemeldet.

In dieser Region ist seit 2016 eine Zunahme der seismischen Aktivität zu beobachten. Bisher haben sich mehrere spürbare Beben mit Magnituden von bis zu 2.7 ereignet, das letzte Mal am 13. Mai. Das Beben von Samstag war deutlich stärker und hat bereits zahlreiche Nachbeben ausgelöst. Einige dieser Nachbeben, wie jenes um 11.29 Uhr (Magnitude 2.7), sind für die Bevölkerung ebenfalls spürbar. In den nächsten Tagen bis Monaten ist mit weiteren Nachbeben zu rechnen. Ein gleich starkes oder gar stärkeres Beben wie dasjenige von Samstag ist nicht auszuschliessen aber unwahrscheinlich.

Das Beben ereignete sich in einer ost-west-orientierten Abschiebung und unterliegt damit demselben Ausdehnungsmechanismus wie die Ereignisse in der Sequenz im Jahr 2016. Eine Breitband-Inversion des Momententensors zeigt ebenfalls, dass sich das Beben relativ nahe an der Oberfläche ereignete, eine Momentmagnitude (Mw) von 4.0 aufweist, und dass es sich um eine normale Verwerfung (Abschiebung) handelt. Die seismische Station SCOD in Château d'Oex zeichnete eine maximale Bodenbeschleunigung von 1.5m/s2 auf, was dem zweithöchsten je in der Schweiz gemessenen Wert entspricht.

Das grösste bekannte Beben in der Region ereignete sich im Jahr 1770 ebenfalls bei Château d'Oex. Es hatte eine geschätzte Magnitude von 5.2 und eine (aus dem Schadensbild geschätzte) Epizentralintensität von VI. Das Beben vom Samstag wies eine Epizentralintensität von V auf.

In der Schweiz ereignet sich im statistischen Durchschnitt jedes Jahr ein Beben mit einer Magnitude von 4 oder grösser. Das letzte vergleichbare Beben erschütterte anfangs März 2017 den Kanton Glarus. Es hatte eine Magnitude von 4.6 wurde aber noch weiträumiger verspürt als das Beben vom Samstag.

Die farbigen Quadrate in der Karte zeigen Ortschaften, in denen das Beben verspürt und gemeldet wurde. Hinterlegt ist die Karte mit den instrumentell gemessenen Intensitäten.

26.06.2017

Erdrutsch und Überschwemmung in Grönland

Erdrutsch und Überschwemmung in Grönland

Am Abend des 17. Juni 2017 ereignete sich ein grosser Erdrutsch in ungefähr 20 km Entfernung des kleinen Fischerdorfes Nuugaatsiaq im Nordwesten Grönlands. Kurz darauf wurde ein grosser Teil des Dorfes überschwemmt und weitgehend zerstört – elf Häuser wurden ins Meer geschwemmt und vier Personen werden vermisst. Insgesamt wurden in der Region 200 Personen aus drei Dörfern evakuiert. Der Erdrutsch generierte seismische Energie, die um den ganzen Globus sichtbar war und alle Stationen des seismischen Netzwerk GLISN zum Erleuchten brachte. Dieses wurde im Rahmen einer  internationalen Kooperation über das letzte Jahrzehnt aufgebaut und bedeutend von der US National Science Foundation, dem Geological Survey of Denmark and Greenland, dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und acht weiteren internationalen Partnern finanziert.

Seismische Daten lieferten wichtige erste Erkenntnisse über den Erdrutsch. Eine Schlüsselrolle nahm dabei die Station NUUG ein, die im Dorf Nuugaatsiaq steht und eine von drei Stationen im Nordwesten Grönlands ist. Sie werden durch den Schweizerischen Erdbebendienst betrieben und vom SNF unterstützt. Diese Stationen verzeichneten nicht nur das Signal des Erdrutsches, sondern auch die Wellen, die das Dorf aufgrund der Seiche des Fjords überfluteten. Weitere Informationen zum Signal des Erdrutsches finden Sie hier.

Weitere Informationen über die seimische Überwachung von Gletschers, den Hauptzweck des seismischen Netzwerks in Grönland, finden sie hier.

16.06.2017

Ein Erdbebenrisikomodell für die Schweiz

Ein Erdbebenrisikomodell für die Schweiz

Welche Schäden könnten Erdbeben in der Schweiz anrichten? Diese wichtige Frage lässt sich derzeit nur ansatzweise beantworten. Dank des nationalen Erdbebengefährdungsmodells des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) an der ETH Zürich ist zwar bekannt, wo und wie oft mit bestimmten Beben zu rechnen ist und wie starke Erschütterungen sie an einem Standort verursachen. Weitgehend unklar bleibt aber, welche Schäden Erdbeben an Gebäuden und Infrastrukturen anrichten könnten. Der Bundesrat beauftragte nun den SED in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS), diese Lücke zu füllen und bis im Jahr 2022 ein Erdbebenrisikomodell zu erstellen.

Basierend auf der Erdbebengefährdung berücksichtigt das Risikomodell den Einfluss des lokalen Untergrundes sowie die Verletzbarkeit und den Wert von Gebäuden und Infrastrukturen. Es ermöglicht künftig, kantonalen und nationalen Behörden verbesserte Risikoübersichten zu erstellen und darauf basierend ihre Planung zu optimieren. Neben der Prävention dient das Modell im Ereignisfall dazu, rasch abzuschätzen, wo welche Schäden zu erwarten sind. Die Erarbeitung des Modells wird mit Beiträgen des BAFU, des BABS und der ETH finanziert.

Das Massnahmenprogramm Erdbebenrisikomanagement für die Jahre 2017 bis 2020 sieht darüber hinaus folgende Aktivitäten im Bereich Erdbeben vor, die im Detail in der Medienmitteilung des Bundes beschrieben sind:

  • Die institutionalisierte Zusammenarbeit auf Bundesebene sicherstellen.
  • Die Erneuerung der nationalen Erdbebenmessnetze abschliessen.
  • Die Grundlagen zur Gefährdungsabschätzung und zu den Anforderungen an die Erdbebensicherheit verbessern.
  • Das Inventar zur Erdbebensicherheit der wichtigen Bundesbauten im In- und Ausland fertigstellen.
  • Die Qualität des Erdbebenschutzes bei Bauvorhaben der Bau- und Liegenschaftsorgane des Bundes sicherstellen.
  • Grundlagen und Kriterien für die Beurteilung und Behandlung von Anträgen der Kantone für Sonderfinanzhilfen des Bundes im Falle eines Erdbebens erarbeiten.
  • Ein Konzept für den Aufbau und den Betrieb einer Schadenorganisation in Zusammenarbeit mit den Versicherungen und den Kantonen erstellen.

Neben der Erstellung des Erdbebenrisikomodells ist der SED verantwortlich für die Erneuerung der nationalen Erdbebenmessnetze.

THEMEN

Erdbeben

Hilfe, die Erde bebt!

Hilfe, die Erde bebt!

Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zu erwartenden Schäden mit relativ einfachen Mitteln zu verringern. Informieren Sie sich über das empfohlene Verhalten vor, während und nach einem starken Erdbeben.

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Wissen

Erdbebenland Schweiz

Erdbebenland Schweiz

In der Schweiz ereignen sich zwischen 500 und 800 Erdbeben pro Jahr. Ungefähr zehn davon sind genug stark (ca. Magnitude 2.5 oder grösser), um von der Bevölkerung verspürt zu werden. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.

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Alarmierung

Jederzeit informiert

Jederzeit informiert

Sie möchten stets auf dem Laufenden sein? Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Informationsangebote des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).

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Wissen

Erdbebengefährdung

Erdbebengefährdung

Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.

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Forschung & Lehre

Forschungsfelder

Forschungsfelder

Wir werden oft gefragt, was die Mitarbeitenden des SED machen, wenn es nicht gerade bebt. Die Antwort lautet: Sie forschen. Woran, beleuchten verschiedene Forschungsfelder, die zentrale wissenschaftliche Aktivitäten des SED kurz und bündig beschreiben.

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Über uns

Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

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Erdbeben

Erdbebenüberwachung

Erdbebenüberwachung

Durchschnittlich 10-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 150 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.

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Zugang zu seismischen Daten und verschiedenen Softwareapplikationen finden Sie auf unserer Produktseite.

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