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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

Verspürte Erdbeben Schweiz

Lokalzeit
Mag.
Ort
Verspürt?
2020-01-14 23:47 2.5 St-Imier BE Leicht verspürt
2020-01-04 15:24 2.5 Chiavenna I Leicht verspürt
2019-12-29 23:36 2.6 CHAMPERY VS Leicht verspürt

Aktuelle Erdbeben

Lokalzeit
Magnitude
Ort
2020-01-21 20:25 2.2 Lecco I
2020-01-21 14:20 1.6 Monthey VS
2020-01-21 06:54 0.5 Sanetschpass VS
2020-01-20 19:00 0.7 Pragelpass GL/SZ

Erdbebenzähler Schweiz

seit 01.01.2020 
000

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 4.5

UTC-Zeit
Mag.
Ort
2020-01-19 02:52:08 5.0 GREECE
2020-01-17 17:47:34 5.0 Ionian Sea
2020-01-11 13:37:37 4.9 Turkey
2020-01-09 10:52:05 4.7 IRAN-IRAQ BORDER REGION
2020-01-07 04:31:52 5.2 North of Svalbard
2020-01-06 22:55:53 4.7 IONIAN SEA
2020-01-05 04:32:53 5.0 Iceland
2019-12-30 18:01:41 4.5 Bulgaria
2019-12-28 21:34:04 4.5 Greece
2019-12-28 10:20:28 4.6 Iran-Iraq border region
2019-12-27 07:02:26 5.0 EASTERN TURKEY
2019-12-22 11:27:35 5.1 WESTERN IRAN
2019-12-19 16:03:13 4.7 Costa Albanese settentrionale (ALBANIA)

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 6

UTC-Zeit
Magnitude
Ort
2020-01-20 06:51:37 6.1 South Sandwich Islands region
2020-01-19 16:58:20 6.1 Minahassa Peninsula, Sulawesi, Indonesia
2020-01-19 13:27:56 6.0 Southern Xinjiang, China
2020-01-18 16:38:13 6.0 Near north coast of Irian Jaya, Indonesia
2020-01-09 08:38:08 6.3 Eastern Siberia, Russia
2020-01-07 19:11:35 6.0 New Britain, Papua New Guinea, region
2020-01-07 08:24:26 6.4 Puerto Rico region
2020-01-07 06:05:20 6.2 Northern Sumatera, Indonesia
AKTUELLES

14.01.2020

Erdbeben in der Schweiz im Jahr 2019

Im vergangenen Jahr haben sich in der Schweiz und im grenznahen Ausland doppelt so viele spürbare Erdbeben ereignet wie im langjährigen Durchschnitt. Aus der Bevölkerung gingen beim Schweizerischen Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich zu beinahe fünfzig der insgesamt 1'670 aufgezeichneten Erdbeben fünf oder mehr Verspürtmeldungen ein. Die Mehrheit der Beben steht in Zusammenhang mit fünf aktiven Erdbebensequenzen, welche die Erdbebenaktivität im Jahr 2019 geprägt haben. Eine davon lag im Wallis im Gebiet zwischen Anzère und dem Sanetschpass. Die vier weiteren ereigneten sich im Grenzgebiet zur Schweiz bei Courmayeur (I), Novel (F), Konstanz (D) sowie Chamonix (F).

Erdbeben treten in der Schweiz oft in Form von Sequenzen auf, die auch Erdbebenschwärme genannt werden und sich durch eine zeitliche Häufung von Beben an einen bestimmten Ort auszeichnen. Ungewöhnlich am vergangenen Jahr ist die Anzahl der sehr aktiven Erdbebensequenzen, infolge derer sich mehr spürbare Beben als üblich ereigneten und so viele Beben aufgezeichnet wurden wie noch nie seit Beginn der modernen Erdbebenüberwachung in den 1970er Jahren. Für Menschen spürbare Beben weisen in der Regel eine Magnitude von 2.5 oder mehr auf. Eine ähnliche Häufung von wahrnehmbaren Beben trat letztes Mal im Jahr 1964 auf, als bei Sarnen (OW) über mehrere Monate eine ausgeprägte Erdbebensequenz mit Beben von Magnituden von bis zu 5.3 die Bevölkerung stark beunruhigte. Eine so hohe Erdbebenaktivität wie im Jahr 2019 ist zwar selten, aber weder unerwartet noch ein Hinweis auf eine erhöhte Erdbebengefährdung in den nächsten Monaten und Jahren.

Am meisten Beachtung in der Bevölkerung erlangte ein Erdbebenschwarm im Wallis mit 16 spürbaren Beben, zu denen aus der Bevölkerung insgesamt etwa 2'000 Verspürtmeldungen eingingen. In der ersten Novemberhälfte ereigneten sich nördlich von Sion zwischen Anzère und dem Sanetschpass insgesamt mehr als 300 Beben, die zwei grössten mit einer Magnitude von 3.3. Erste Analysen deuten darauf hin, dass bei dieser Sequenz mehrere Verwerfungen gleichzeitig aktiviert wurden, die sich gegenseitig beeinflussten. Im Unterschied dazu weist die Bebenaktivität auf der Halbinsel Bodanrück in der Nähe von Konstanz (D) auf eine einzelne aktivierte Struktur im Untergrund hin. Die Beben dort zeigen alle einen ähnlichen Bruchmechanismus. Dieser Schwarm mit insgesamt sieben spürbaren Beben verweist auf eine seismisch aktive Grabenstruktur in der Region Hegau-Bodensee.

Das grösste Beben im Jahr 2019 mit einer Magnitude von 4.2 ereignete sich Ende Mai als Teil des Erdbebenschwarms bei Novel (F). Aus der Bevölkerung erreichten den SED alleine zu diesem Ereignis 600 Verspürtmeldungen. Das zweitstärkste Beben trat in Zusammenhang mit dem Schwarm bei Konstanz (D) mit einer Magnitude von 3.7 auf. Mit 410 Beben verzeichnet die schon länger aktive Sequenz bei Courmayeur (I) im Bereich des Mont-Blanc-Massivs die grösste Anzahl an Ereignissen im Jahr 2019. 

Die Gesamtanzahl von 1’670 aufgezeichneten Beben stellt einen neuen Rekord dar. Neben der hohen Erdbebenaktivität im vergangenen Jahr ist dieser auch eine Folge der fortschreitenden Verdichtung und Modernisierung des seismischen Messnetzes. Für Seismologinnen und Seismologen sind mehr aufgezeichnete Beben hilfreich, weil sie es erlauben, den Untergrund und die Seismotektonik der Alpen zunehmend detaillierter abzubilden. Damit lassen sich unter anderem die Grundlagen für zukünftige seismische Gefährdungs- und Risikoabschätzungen verbessern.

Medienmitteilung herunterladen (PDF)

Karte herunterladen (PDF)

18.12.2019

Frohe Weihnachten und alles Gute fürs neue Jahr

Ein erinnerungswürdiges Ereignis im vergangenen Jahr war mit Sicherheit das Auftreten des Erdbebenschwarms nördlich von Sion im Wallis im November. Er inspirierte auch die diesjährige Weihnachtskarte: Die Weihnachtskugeln am Baum stellen die zahlreichen Beben des Schwarms dar und die Bergkette dahinter repräsentiert die kumulative Anzahl der selbigen. Klicken Sie auf das Bild für eine Detailansicht.

Der Erdbebenschwarm von Sion ereignete sich in einem Gebiet, das historisch für seine seismische Aktivität bekannt ist und wo auch künftig mit zahlreichen kleinen und vereinzelt grösseren Beben zu rechnen ist. Wie genau sich die seismische Aktivität in diesem Gebiet weiterentwickelt, lässt sich jedoch nicht vorhersagen. Die Auswertung der zahlreichen Daten, die dieser Schwarm geliefert hat, hilft nun mit, die Erdbebenaktivität in der Gegend besser zu verstehen.

Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein glückliches sowie lehrreiches, neues Jahr!

30.11.2019

Erdbeben bei Verbier (VS)

Erdbeben bei  Verbier (VS)

Am Samstag, den 30. November 2019, ereignete sich um 03:14 Uhr (Ortszeit) ein Erdbeben der Magnitude 3.0 in einer Tiefe von ca. 2 km östlich von Verbier (VS).

Das Erdbeben wurde weiträumig verspürt, insbesondere im Rhonetal, wo die weichen Sedimente die Erdbebenwellen verstärkten. Beim SED gingen in der Stunde nach dem Beben etwa 200 Verspürtmeldungen ein. Bei einem Erdbeben dieser Stärke sind keine Schäden zu erwarten.

Das Wallis ist der erdbebenreichste Kanton der Schweiz. Die Region südlich des Rhonetals ist dabei im Allgemeinen weniger aktiv als die Region nördlich der Rhone, wo sich im November ein Erdbebenschwarm mit über 300 Erdbeben ereignete, wovon über ein Dutzend verspürt wurden. Das aktuelle Beben hat keinen kausalen Zusammenhang mit diesem Erdbebenschwarm.

15.11.2019

Erdbebenschwarm nördlich von Sion (VS): Entwicklung vergangene Woche

Erdbebenschwarm nördlich von Sion (VS): Entwicklung vergangene Woche

Der Erdbebenschwarm nördlich von Sion (VS) ist nach wie vor aktiv. In den vergangenen sieben Tagen haben sich über 100 weitere Beben ereignet, womit die Gesamtzahl der aufgezeichneten Ereignisse aktuell bei mehr als 300 liegt. Für die Bevölkerung waren in diesem Zeitraum zwei weitere Beben spürbar. Sie ereigneten sich am 11. und 12. November 2019 und wiesen eine Magnitude von 2.7 auf. Mit aktuell 16 verspürten Beben weist der Erdbebenschwarm eine ungewöhnliche Häufung an Erschütterungen auf, die genug stark sind, um von der Bevölkerung wahrgenommen zu werden. Wie sich der Erdbebenschwarm weiterentwickelt, bleibt weiterhin unklar. Es kann zudem nach wie vor nicht ausgeschlossen werden, dass sich ein stärkeres Beben ereignet.

Der letzte Erdbebenschwarm in der jüngeren Vergangenheit, der eine annähernd gleich hohe Anzahl an verspürten Beben auslöste, wurde 2003 im Sertigtal (GR) beobachtet. Innerhalb von 26 Tagen ereigneten sich sechs Beben mit einer Magnitude von 2.5 oder mehr, wobei die zwei grössten eine Magnitude von 3.9 aufwiesen. 1992 ereignete sich zudem in Vaduz (FL) ein deutlich spürbares Beben mit einer Magnitude von 4.7, dem in den kommenden sieben Tagen sechs Beben mit Magnituden von 2.5 oder mehr folgten. Weiter zurück in der Vergangenheit und deutlich stärker und aktiver war der Erdbebenschwarm, der zwischen Februar und Mai 1964 im Raum Sarnen zu über 50 verspürten Beben geführt hat. Das grösste ereignete sich am 3. März 1964 und richtete mit einer Magnitude von 5.3 beträchtliche Gebäudeschäden an. Der Blick in die Vergangenheit belegt, dass 16 verspürte Beben innerhalb von zehn Tagen dennoch vergleichsweise selten auftreten.

Im Durschnitt hat sich seit Beginn des Schwarms alle 43 Minuten ein Beben ereignet, das manuell lokalisiert werden konnte (rot umrandet). Die Aktivität ist dabei nicht gleichmässig verteilt, es wechseln sich Phasen gesteigerter Aktivität mit eher ruhigen Perioden. Dies ist auf der Grafik oberhalb deutlich zu erkennen. Sie zeigt, wie sich die Bebenaktivität über die Zeit entwickelt hat. Dabei scheint es, als ereignen sich vor allem nachts mehr kleine Beben. Das ist nicht der Fall, aber aufgrund des geringeren Umgebungslärms (z. B. Strassenverkehr) können nachts mehr kleine Beben aufgezeichnet werden. Die Abbildung umfasst einerseits die über 300 Beben (rot umrandet), die mittels der standardmässigen Auswertung der aufgezeichneten Daten eindeutig bestimmt werden konnten. Anderseits sind weitere, sehr kleine Ereignisse abgebildet. Diese konnten nachträglich durch einen systematischen Vergleich der Wellenformen ermittelt werden, jene der kleinen Beben weisen ähnliche Muster auf wie die der standardmässig aufgezeichneten. Die dazu angewendete Methode des «template-matching» wird derzeit am SED erforscht und weiterentwickelt. Sie ermöglicht, solche Sequenzen noch besser zu verstehen.

Als mögliche Ursache für solche Schwärme werden oft Änderungen der lokalen Spannungsverhältnisse im Gestein diskutiert, die beispielsweise durch Umlagerungen und Bewegungen von Fluiden (z. B. Wasser) hervorgerufen werden können. Ob solche Prozesse auch im gegenwärtigen Schwarm eine grössere Rolle spielen ist Gegenstand aktueller Forschungsarbeiten am SED.

THEMEN

Erdbeben

Hilfe, die Erde bebt!

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Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zu erwartenden Schäden mit relativ einfachen Mitteln zu verringern. Informieren Sie sich über das empfohlene Verhalten vor, während und nach einem starken Erdbeben.

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Wissen

Erdbebenland Schweiz

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In der Schweiz ereignen sich zwischen 1'000 und 1'500 Erdbeben pro Jahr. Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden etwa 10 bis 20 Beben jährlich. Diese weisen in der Regel Magnituden von 2.5 oder mehr auf. Im langjährigen Durchschnitt ereignen sich 23 Beben pro Jahr mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.

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Alarmierung

Jederzeit informiert

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Sie möchten stets auf dem Laufenden sein? Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Informationsangebote des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).

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Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.

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Wir werden oft gefragt, was die Mitarbeitenden des SED machen, wenn es nicht gerade bebt. Die Antwort lautet: Sie forschen. Woran, beleuchten verschiedene Forschungsfelder, die zentrale wissenschaftliche Aktivitäten des SED kurz und bündig beschreiben.

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Über uns

Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

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Erdbeben

Erdbebenüberwachung

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10 bis 20-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 200 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.

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