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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

Verspürte Erdbeben Schweiz

Lokalzeit
Mag.
Ort
Verspürt?
2017-11-19 13:37 4.4 4 km SW Fornovo di Taro (PR) Verbreitet verspürt
2017-11-17 13:10 3.4 Mont-Cenis F Vermutlich nicht verspürt
2017-11-03 19:15 3.7 Innsbruck A Leicht verspürt
2017-11-03 19:04 2.8 Sion VS Verspürt
2017-11-02 15:09 3.1 Sierre VS Verspürt
2017-10-31 05:59 3.1 Lago di Garda I Vermutlich nicht verspürt
2017-10-27 03:09 3.3 Mont-Cenis F Vermutlich nicht verspürt
2017-10-25 05:41 3.2 Mont-Cenis F Leicht verspürt

Aktuelle Erdbeben

Lokalzeit
Magnitude
Ort
2017-11-20 04:09 1.3 Solothurn SO
2017-11-19 22:29 2.0 Mont-Cenis F
2017-11-19 17:11 1.8 Annecy F
2017-11-19 15:08 2.0 Lago d'Iseo I

Erdbebenzähler Schweiz

seit 01.01.2017 
000

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 4.5

UTC-Zeit
Mag.
Ort
2017-11-18 04:12:15 4.6 IRAN-IRAQ BORDER REGION
2017-11-15 19:48:01 5.1 AZERBAIJAN
2017-11-15 03:12:11 4.6 NORWEGIAN SEA
2017-11-14 01:08:50 4.5 IRAN-IRAQ BORDER REGION
2017-11-13 10:44:05 4.8 WESTERN IRAN
2017-11-13 09:19:44 4.6 Iran-Iraq Border Region
2017-11-13 09:19:28 4.8 Iran-Iraq border region
2017-11-13 08:28:51 4.6 Iran-Iraq border region
2017-11-13 05:04:25 4.5 Iran-Iraq border region
2017-11-13 04:28:05 5.0 IRAN-IRAQ BORDER REGION
2017-11-13 00:20:55 4.5 IRAN-IRAQ BORDER REGION
2017-11-12 22:31:00 4.5 Iran-Iraq border region
2017-11-12 21:33:22 4.5 Iran-Iraq border region

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 6

UTC-Zeit
Magnitude
Ort
2017-11-19 22:43:29 7.0 Loyalty Islands
2017-11-19 15:09:03 6.6 Loyalty Islands
2017-11-19 09:25:50 6.4 Loyalty Islands
2017-11-17 22:34:19 6.4 Eastern Xizang-India border region
2017-11-13 02:28:24 6.5 Costa Rica
2017-11-12 18:18:17 7.2 IRAN-IRAQ BORDER REGION
2017-11-11 00:36:14 6.1 Ascension Island region
2017-11-09 07:42:12 6.0 Southeast of Honshu, Japan
AKTUELLES

13.11.2017

Schwere Erdbeben erschüttern das Grenzgebiet zwischen Iran und Irak sowie Costa Rica

Am Sonntag, 12. November 2017, um 18:18 Uhr (UTC, 21:48 lokale Uhrzeit) hat sich im Grenzgebiet zwischen Iran und Irak 32 km südlich von Halabjah (220 km nordöstlich von Baghdad) ein schweres Erdbeben mit einer Magnitude von 7.3 ereignet. Gemäss dem amerikanischen geologischen Institut (US Geological Survey) lag der Ursprung des Bebens in einer Tiefe von etwa 23 km. Das Beben wurde sowohl im Iran als auch im Irak stark verspürt und war selbst im angrenzenden Ausland noch wahrnehmbar. Aufgrund der Stärke und Tiefe des Bebens ist mit grossen Schäden zu rechnen.

Das Beben ereignete sich an der arabisch-eurasischen Plattengrenze. Dort bewegt sich die arabische Platte mit etwa 26 mm pro Jahr auf die eurasische Platte zu. Die oberflächennahe Lokalisierung und der Bruchmechanismus des Bebens entsprechen dem, was aufgrund der Plattentektonik in der Region bekannt ist.

Das genaue Schadensausmass ist derzeit aufgrund der Abgelegenheit der betroffenen Region schwer abzuschätzen. Aufgrund der einfachen Bauweise vieler Gebäude muss jedoch von beträchtlichen Schäden ausgegangen werden. Einen Tag nach dem Beben berichten Medien bereits von mehr als 300 Todesopfern.

Ungefähr eine Stunde vor dem grossen Beben hat sich 60 km südwestlich ein Beben mit Magnitude 4.3 ereignet, das als Vorbeben gedeutet werden kann. Vor starken Beben kommt es manchmal zu derartigen Vorbeben, allerdings treten sehr viele starke Beben ohne Vorankündigung auf. Dass es sich bei diesen kleineren Beben um ein Vorbeben gehandelt hat, lässt sich jeweils erst rückblickend feststellen.  Zwischenzeitlich haben sich zahlreiche Nachbeben ereignet. Das bisher grösste mit einer Magnitude von 5.3 erschütterte die Region etwa 10 Minuten nach dem Hauptbeben. Es war damit gross genug, um bereits beschädigte Gebäude weiter zu destabilisieren. In den nächsten Wochen und Monaten muss mit weiteren, auch starken, Nachbeben gerechnet werden.

In der Nacht auf den 13. November 2017 ereignete sich um 02:28 Uhr (UTC) zudem ein grosses Beben in Costa Rica. Es hatte eine Magnitude von 6.5 und trat in einer Tiefe von etwa 20 km auf (US Geological Survey). Das Beben wurde weit verspürt und verursachte Schäden an Gebäuden nahe des Epizentrums. Es wurde keine Tsunamiwarnung herausgegeben. Costa Rica liegt an einer konvergierenden Plattengrenze (Subduktionszone), an der sich die Cocos Platte mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 cm/Jahr unter die karibische Platte schiebt. Auf Grund der tektonischen Gegebenheiten kommt es in dieser Region immer wieder zu grossen Beben mit hohem Schadenspotential und Nachbeben. Das letzte grosse Beben ereignete sich im September 2012 mit einer Magnitude von 7.6.

Zwischen dem Beben in Grenzgebiet von Iran und Irak und jenem in Costa Rica besteht kein Zusammenhang.

03.11.2017

Erneutes spürbares Erdbeben in der Region Sion/Sierre

Erneutes spürbares Erdbeben in der Region Sion/Sierre

Am Freitag, dem 3. November 2017 hat sich um 19:04 Uhr (Lokalzeit) 5 km nordöstlich von Sion (VS) in einer Tiefe von 8 km ein Erdbeben der Magnitude 2.8 ereignet.

Die Erschütterungen waren, wie beim Erdbeben vom 2. November 2017, vor allem im Gebiet zwischen Sion und Sierre für die Bevölkerung spürbar. Das Rhonetal ist aufgrund seiner Bodenbeschaffenheit (weiche Sedimente) bekannt für die deutliche Verstärkung von Erdbebenwellen. Aus diesem Grund sind zahlreiche Verspürtmeldungen von Anwohnern auf der Webseite des Erdbebendienstes eingegangen. Bei einem Erdbeben dieser Stärke sind keine Schäden zu erwarten.

Seit Juni 2015 sind im Wallis von der Bevölkerung grösstenteils unbemerkt zwei Erdbebensequenzen im Abstand von ungefähr 12 km aktiv. Dieses Beben gehört nun zur Sequenz, welche etwa 5 km nordöstlich von Sion aktiv ist, wobei das Beben vom 2. November zur Erdbebensequenz gehört, welche rund 6 km nördlich von Sierre activ ist.

02.11.2017

Spürbares Erdbeben bei Sierre

Am Donnerstag, dem 2. November 2017 hat sich um 15:09 Uhr (Lokalzeit) 4 km nördlich von Sierre (VS) in einer Tiefe von 3.5 km ein Erdbeben mit der Magnitude von 3.1 ereignet.

Die Erschütterungen waren vor allem im Gebiet zwischen Sion und Sierre für die Bevölkerung sehr gut spürbar. Das Rhonetal ist aufgrund seiner Bodenbeschaffenheit (weiche Sedimente) bekannt für die deutliche Verstärkung von Erdbebenwellen. Aus diesem Grund sind zahlreiche Verspürtmeldungen von Anwohnern auf der Webseite des Erdbebendienstes eingegangen. Bei einem Erdbeben dieser Stärke sind keine Schäden zu erwarten.

Das Wallis und im Speziellen die Region nördlich von Sion/Sierre hat die höchste Erdbebenaktivität in der Schweiz. In diesem Gebiet ereignete sich 1946 das letzte grosse Erdbeben in der Schweiz. Mit einer Magnitude von 5.8 hat es zahlreiche Schäden an Gebäuden in den damals noch weniger dicht besiedelten Städten Sion und Sierre verursacht.

Seit Juni 2015 sind im Wallis von der Bevölkerung grösstenteils unbemerkt zwei Erdbebensequenzen im Abstand von ungefähr 12 km aktiv. Eine ist etwa 5 km nordöstlich von Sion gelegen und die andere ungefähr 6 km nördlich von Sierre. Die Mehrheit der registrierten Beben ereignete sich in einer Tiefe von etwa 8 km und damit vermutlich im kristallinen Grundgebirge. Das Beben vom 2. November 2017 ist das zweite Beben der Sierre-Sequenz, das eine Magnitude von 3.1 erreicht. Das erste Beben mit gleicher Magnitude ereignete sich am 14. Oktober 2015 nördlich von Sierre.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass dieses Gebiet bereits in der Vergangenheit ähnliche Aktivitätsraten aufwies. Im Sommer 1996 ereigneten sich beispielsweise gleich drei Beben mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser. Auch 2011 wurde eine ähnliche Bebensequenz 2 km nordwestlich von Sierre beobachtet. Historische Analyse zeigen, dass solche Sequenzen im Wallis nichts Ungewöhnliches darstellen. In der Regel enden Schwarmaktivitäten nach einigen Wochen oder Monaten, in seltenen Fällen nehmen die Beben mit der Zeit an Stärke und Anzahl zu.

04.10.2017

Der Tsunamigefahr in der Schweiz auf der Spur

Der Tsunamigefahr in der Schweiz auf der Spur

Tsunamis kommen nicht nur im Meer vor. In seltenen Fällen treten auch in (Schweizer) Seen grössere Flutwellen auf. Historische Berichte und Untersuchungen von Seesedimenten belegen, dass im Jahr 1601 eine lokal bis zu 8 Meter hohe Flutwelle den Vierwaldstädtersee durchquerte. Sie führte zu zahlreichen Überschwemmungen. Der Auslöser war ein Erdbeben im Kanton Nidwalden mit einer Magnitude von 5.9. Dessen Erschütterungen verursachten im Vierwaldstädtersee mehrere unterseeische Rutschungen sowie einen Bergsturz am Bürgenstock, die ihrerseits den Tsunami auslösten. Weitere Tsunamis sind für den Genfer-, den Brienzer und den Lauerzersee dokumentiert (siehe See-Tsunamis).

Festzustellen, welche Gefahren von diesen seltenen Ereignissen ausgehen, was es braucht, um Seetsunamis auszulösen, wie häufig sie bisher auftraten und welche Auswirkungen sie haben, ist das Untersuchungsziel eines kürzlich vom Schweizerischen Nationalfonds bewilligten Forschungsprojekts. Dazu planen die Wissenschaftler der ETH Zürich, der Universität Bern und des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften Bremen unter anderem neun Ozeanboden-Seismometern auf dem Grund des Vierwaldstädtersees anzubringen. Sie sind das Kernstück, um die Sedimente seismisch und geotechnisch zu vermessen. Entsprechende Gesuche wurden den Kantonen Luzern, Nidwalden und Schwyz unterbreitet. Die Wahl fiel auf den Vierwaldstädtersee, weil er einerseits in einem Gebiet mit vergleichsweise hoher Erdbebengefährdung liegt und anderseits aus vorangehenden Forschungsprojekten gute Kenntnisse über seinen Seegrund vorliegen.

Es ist vorgesehen, die Messgeräte während 22 Monaten an verschiedenen Standorten im See zu platzieren. Die dabei gesammelten seismischen Daten dienen in Kombination mit weiteren Messergebnissen dazu, den inneren Aufbau von Hanginstabilitäten zu charakterisieren, deren Rutschungsmechanik besser zu verstehen sowie die Entstehung und Ausbreitung von Tsunamiwellen zu modellieren. Eine solch umfassende Untersuchung von Gefahrenprozessen unter der Wasseroberfläche ist bisher einzigartig für die Schweiz und ihre Ergebnisse für ein besseres Verständnis solcher Prozesse weltweit zuträglich. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 2 Millionen CHF, wobei ein Grossteil des Geldes für die aufwendigen Messungen eingesetzt wird.

THEMEN

Erdbeben

Hilfe, die Erde bebt!

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Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zu erwartenden Schäden mit relativ einfachen Mitteln zu verringern. Informieren Sie sich über das empfohlene Verhalten vor, während und nach einem starken Erdbeben.

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Wissen

Erdbebenland Schweiz

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In der Schweiz ereignen sich zwischen 500 und 800 Erdbeben pro Jahr. Ungefähr zehn davon sind genug stark (ca. Magnitude 2.5 oder grösser), um von der Bevölkerung verspürt zu werden. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.

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Jederzeit informiert

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Sie möchten stets auf dem Laufenden sein? Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Informationsangebote des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).

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Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.

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Forschung & Lehre

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Wir werden oft gefragt, was die Mitarbeitenden des SED machen, wenn es nicht gerade bebt. Die Antwort lautet: Sie forschen. Woran, beleuchten verschiedene Forschungsfelder, die zentrale wissenschaftliche Aktivitäten des SED kurz und bündig beschreiben.

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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

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Erdbeben

Erdbebenüberwachung

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Durchschnittlich 10-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 150 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.

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Zugang zu seismischen Daten und verschiedenen Softwareapplikationen finden Sie auf unserer Produktseite.

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