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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

Verspürte Erdbeben Schweiz

Lokalzeit
Mag.
Ort
Verspürt?
2017-03-20  22:09 3.0 Chamonix F Verspürt
2017-03-20  01:30 3.3 Chamonix F Verspürt
2017-03-06  22:57 2.9 Linthal GL Verspürt
2017-03-06  21:12 4.6 Linthal GL Verbreitet verspürt
2017-03-04  02:29 2.6 Ravensburg D Vermutlich nicht verspürt

Aktuelle Erdbeben

Lokalzeit
Magnitude
Ort
2017-03-23 17:11 1.3 Waldshut D
2017-03-23 15:52 1.3 Laufenburg
2017-03-22 19:09 1.8 Mont-Cenis F
2017-03-22 14:38 1.1 Brescia

Erdbebenzähler Schweiz

seit 01.01.2017 
000

Jüngste Erdbeben ab Magnitude 4.5

UTC-Zeit
Mag.
Ort
2017-03-20 14:39:46 4.5 Turkey
2017-03-18 18:15:28 4.5 Cyprus region
2017-03-18 04:30:59 4.6 Greenland Sea
2017-03-10 16:41:12 4.8 NORWEGIAN SEA
2017-03-10 06:43:33 4.5 Pyrenees
2017-03-06 20:12:07 4.6 Linthal GL
2017-03-05 01:46:56 4.7 Northern Algeria
2017-03-03 23:17:00 4.5 Crete, Greece
2017-03-02 11:07:25 5.5 EASTERN TURKEY
2017-02-28 23:27:33 4.6 Turkey
2017-02-28 12:47:35 4.5 Aegean Sea
2017-02-27 08:51:02 5.1 Turkey
2017-02-25 21:06:04 4.6 Turkey

Jüngste Erdbeben ab Magnitude 6

UTC-Zeit
Magnitude
Ort
2017-03-19 15:43:25 6.0 Bougainville - Solomon Islands region
2017-03-14 02:51:16 6.0 Nicobar Islands, India, region
2017-03-11 18:48:13 6.0 southeast of the Ryukyu Islands, Japan
2017-03-07 10:56:40 6.0 Federated States of Micronesia region
2017-03-05 22:47:53 6.3 New Britain, Papua New Guinea, region
2017-02-24 17:28:44 6.9 South of Fiji Islands
2017-02-21 14:09:04 6.5 Southern Bolivia
2017-02-18 12:10:17 6.3 Jujuy Province, Argentina
AKTUELLES

20.03.2017

Zwei spürbare Erdbeben bei Vallorcine (F)

Am Montag, dem 20. März 2017, ereigneten sich zwei Erdbeben bei Vallorcine (F) nahe der Schweizer Grenze, die im Epizentralgebiet sowie im Unterwallis im Raum Martigny-Monthey verbreitet verspürt wurden. Das erste Erdbeben mit einer Magnitude von 3.3 ereignete sich um 1:31 Uhr. Ein zweites Erdbeben mit einer Magnitude von 3.0 folgte am Abend um 22:09 Uhr. Die Epizentren der beiden Beben liegen einige hundert Meter voneinander entfernt. Schäden sind bei Erdbeben dieser Stärke nicht zu erwarten. In der Region von Vallorcine ereigneten sich seit einem Beben mit einer Magnitude von 4.9 am 8. September 2005 ein weiteres Dutzend spürbare Beben.

06.03.2017

Hintergrundinformationen zum Beben vom 6. März mit einer Magnitude von 4.6 auf dem Urnerboden

Am 6. März um 21:12 Uhr ereignete sich ein Erdbeben mit einer Magnitude von 4.6 (Lokalmagnitude Ml). Das Epizentrum des Bebens liegt etwa 3 km nordöstlich des Dorfes Urnerboden im Grenzgebiet von Uri, Schwyz, und Glarus. Die Herdtiefe wurde bisher auf rund 5 km bestimmt. Vor dem Hauptbeben gab es mehrere Vorbeben mit Magnituden zwischen 0.2 und 2.2 (Ml). In den ersten 12 Stunden nach dem Beben hat der SED etwa 25 Nachbeben mit Magnituden zwischen 0.5 und 2.9 (Ml) registriert. In den nächsten Stunden und Tagen sind weitere Nachbeben zu erwarten, die unter Umständen auch verspürt werden können. Beben mit einer ähnlichen oder gar grösseren Magnitude sind zwar unwahrscheinlich, aber nicht auszuschliessen.

Das Erdbeben wurde von den meisten Bewohnern in der Innerschweiz und dem Glarnerland deutlich verspürt. Beim SED gingen darüber hinaus Meldungen aus einem Gebiet mit rund 200 km Durchmesser ein: Die inzwischen über 5‘000 Verspürtmeldungen kommen aus dem ganzen Tessin sowie den Kantonen Bern, Aargau, Basel, Zürich und Graubünden bis etwa Chur. Das grosse Publikumsinteresse war auch an bis zu einer halben Million Webzugriffen pro Minute abzulesen. Dieser starke Andrang führte dazu, dass die Webseite des Erdbebendienstes in den ersten 40 Minuten nach dem Beben zeitweise nicht verfügbar war und auch danach teilweise nur mit Verzögerung.

Das Epizentrum liegt im Gebiet der Helvetischen Decken. Die vorläufige Tiefenbestimmung lässt auf einen Herd in der Grenzzone zwischen der Sedimentdecke und dem kristallinen Grundgebirge schliessen. Die erste Bestimmung des Momententensors zeigt eine Momentenmagnitude (MW) von 4.1 und einen Mechanismus, der einer Blattverschiebung in NNW-SSE oder WSW-ENE-Richtung entspricht, wie man es auch von anderen Beben in dieser Region kennt. Diese Mechanismen weisen im Gebiet der Helvetischen Decken auf eine Kompression der Erdkruste in Nordwest-Südost-Richtung hin. Das Erdbeben von Montagnacht ereignete sich in der Nähe des Bebens vom 5. Mai 2003 (Magnitude 4 Ml). Die Tiefe und der Herdmechanismus dieses Bebens waren sehr ähnlich und lassen vermuten, dass beide Beben auf derselben Verwerfung stattfanden.

Generell sind die tektonischen Spannungen in den Alpen das Ergebnis der Kollision zwischen der Europäischen und der Afrikanischen Kontinentalplatten. Durch die komplexe Tektonik und die Geschichte der Alpinen Kollisionszone variiert das tektonische Verhalten entlang des Alpenbogens aber stark.

Die höchsten während des Bebens gemessenen Bodenbeschleunigungen stammen von einem Seismometer in Linthal (GL) und erreichten 85 cm/s2. Statistisch werden Erdbeben dieser Stärke in der Schweiz einmal etwa alle fünf Jahre erwartet. Das letzte Erdbeben mit einer vergleichbaren Magnitude fand am 8. September 2005 in Vallorcine (F) (Ml 4.9), nahe der Schweizer Grenze bei Martigny (VS) statt. Es wurde vor allem im Wallis stark verspürt.

Am Dienstag, 7. März, hat der SED zwei zusätzliche mobile Seismometerstationen auf dem Urnerboden und in Bisisthal aufgestellt. Diese werden dabei helfen, die Nachbebensequenz und damit die Eigenschaften der aktivierten Verwerfung detaillierter zu untersuchen.

Das Beben im Fernsehen

SRF Tagesschau

TalkTäglich TeleZürich

Tele1

Tele Ostschweiz

 

06.03.2017

Deutlich spürbares Erdbeben in der Zentralschweiz

Ein stärkeres Erdbeben hat am Montagabend um 21.12 Uhr die Zentralschweiz erschüttert. Das Epizentrum des Bebens lag nahe des Ortstocks ungefähr 4 km westlich von Linthal (GL) und hatte eine Magnitude von 4.6 auf der Richterskala. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von 5 km. Das Beben wurde in der gesamten Zentralschweiz deutlich verspürt. Beim Schweizerischen Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich gingen zudem zahlreiche Meldungen aus den Kantonen Bern, Aargau, Zürich und Graubünden ein. Dies ist auch der Grund, weshalb die Webseite des SED teilweise nur schwer erreichbar war.

Kleinere Schäden sind in der Nähe des Epizentrums bei einem Beben dieser Stärke möglich; entsprechende Meldungen sind beim SED bisher aber keine eingegangen. In den ersten zwei Stunden nach dem Beben wurden rund ein Dutzend Nachbeben gemessen. Eines davon war stark genug, dass es in der Nähe des Epizentrums spürbar war. Nach einem Beben dieser Stärke sind in den nächsten Stunden und Tagen weitere Nachbeben zu erwarten, die unter Umständen auch verspürt werden können. Beben mit einer ähnlichen oder gar grösser Magnitude sind zwar unwahrscheinlich, aber nicht auszuschliessen. 

Ein Beben dieser Stärke tritt in der Schweiz im Schnitt alle paar Jahre einmal auf. Das letzte Beben mit einer vergleichbaren Stärke ereignete sich am 8. September 2005 bei Vallorcine (F) nahe der Schweizer Grenze. Es wurde vor allem im Wallis stark verspürt.

03.02.2017

Erdbeben in der Schweiz im Jahr 2016: ein Rückblick

Mit 31 Erdbeben mit Magnituden von 2.5 oder mehr haben sich im Jahr 2016 überdurchschnittlich viele spürbare Erdbeben in der Schweiz und im grenznahen Ausland ereignet. Dies widerspiegelt sich auch in der Gesamtzahl der vom Schweizerischen Erdbebendienst an der ETH Zürich registrierten Beben: Sie liegt mit rund 880 etwas über dem Durchschnitt vergangener Jahre.

Insbesondere im Oktober erschütterten zahlreiche Erdbeben die Schweiz. Dazu gehört das stärkste Beben des Jahres 2016, welches sich am 24. Oktober bei Leukerbad im Wallis ereignete. Mit einer Magnitude von 4.1 war es in grossen Teilen der Schweiz zu spüren. Ein Beben dieser Stärke kommt in der Regel alle ein bis drei Jahre vor. Das letzte vergleichbare Ereignis hat sich 2013 bei Sargans zugetragen. Weitere von der Bevölkerung teils deutlich wahrgenommene Erdbeben im selben Monat ereigneten sich nahe Juf im Kanton Graubünden am 7. Oktober (Magnitude 3.9) und im Grenzgebiet zu Frankreich, westlich von Vallorcine am 1. Oktober (Magnitude 3.4).

Ebenfalls von zahlreichen Personen verspürt wurden das Beben südwestlich von Saint-Gingolph am Ufer des Genfersees am 22. Dezember (Magnitude 3.4) sowie ein schwächeres (Magnitude 2.2), das sich am 20. August in geringer Tiefe unter dem Stadtzentrum von Solothurn ereignete. Von wenigen Personen in der Schweiz wahrgenommen wurden zudem einige Ereignisse der Serie von schweren Erdbeben in Zentralitalien, die bisher über 300 Opfer forderte. In der Schweiz treten vergleichbar starke Beben durchschnittlich alle 50 bis 150 Jahre auf.

Mit 31 liegt die Anzahl der Beben mit Magnituden von 2.5 oder mehr deutlich über dem langjährigen Mittel der letzten 41 Jahre. Im Durchschnitt ereignen sich in der Schweiz 23 solche möglicherweise spürbaren Erdbeben pro Jahr. Insgesamt wurden 2016 in der Schweiz und im nahen Ausland rund 880 Ereignisse aufzeichnet. Schwankungen im langjährigen Mittel der Erdbebenhäufigkeiten sind normal und erlauben keine Aussage über die künftige Seismizität in der Schweiz. Die Erdbebenaktivität konzentrierte sich 2016 wie in anderen Jahren vor allem auf das Wallis, den Kanton Graubünden und das Gebiet entlang des Nordrands der Alpen.

Wie in vergangenen Jahren wurden 2016 mehrere Erdbebenschwärme aufgezeichnet. Eine der aktivsten Sequenzen trat nordöstlich von Sion mit drei deutlich verspürten Beben im Mai, Juni und November auf. Insgesamt wurden mehr als 80 Ereignisse registriert. Das grösste Beben am 24. Juni erreichte eine Magnitude von 3.2. Im selben Gebiet war bereits im Jahr 2015 ein Erdbebenschwarm aktiv. Beide Schwärme stehen vermutlich im Zusammenhang mit einer Verwerfung am Nordrand des Rhonetals. Darüber hinaus registrierte der Erdbebendienst im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet nordöstlich von Thayngen eine Sequenz von mehr als 50, teilweise leicht verspürten Beben. Erdbebenschwärme sind üblicherweise durch das Fehlen eines ausgeprägten Hauptbebens gekennzeichnet. Das stärkste Beben tritt oft erst in der Mitte oder gegen Ende der Bebensequenz auf. Erdbebenschwärme können sich über einen Zeitraum von wenigen Stunden bis zu mehreren Monaten oder sogar Jahren erstrecken.

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Erdbeben

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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

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Durchschnittlich 10-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 150 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.

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