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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

Verspürte Erdbeben Schweiz

Lokalzeit
Mag.
Ort
Verspürt?
2019-09-28 14:53 2.7 Goeschenen UR Leicht verspürt
2019-09-21 10:18 2.1 Stein am Rhein SH Leicht verspürt

Aktuelle Erdbeben

Lokalzeit
Magnitude
Ort
2019-10-16 21:06 1.6 Chamonix F
2019-10-16 17:12 1.7 Chamonix F
2019-10-16 03:59 0.0 Courmayeur I
2019-10-16 01:26 0.7 Chamonix F
2019-10-16 01:20 0.6 Chamonix F

Erdbebenzähler Schweiz

seit 01.01.2019 
000

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 4.5

UTC-Zeit
Mag.
Ort
2019-10-12 17:21:23 4.9 WESTERN IRAN
2019-10-12 06:49:35 4.5 IONIAN SEA
2019-10-11 22:43:18 4.5 IONIAN SEA
2019-10-05 14:51:38 4.5 Eastern Mediterranean Sea
2019-10-03 04:44:56 5.1 DODECANESE IS.-TURKEY BORDER REG
2019-09-26 20:02:41 4.5 Turkey
2019-09-26 10:59:25 5.7 WESTERN TURKEY
2019-09-25 15:21:50 4.5 EASTERN MEDITERRANEAN SEA
2019-09-24 13:38:14 4.6 North Sea
2019-09-24 09:02:00 4.7 Western Iran
2019-09-24 08:00:24 4.9 Turkey
2019-09-24 07:48:58 5.6 CRETE, GREECE
2019-09-22 20:08:41 4.5 Albania

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 6

UTC-Zeit
Magnitude
Ort
2019-10-16 11:37:06 6.4 Mindanao, Philippine Islands
2019-09-29 15:57:53 6.7 Off coast of central Chile
2019-09-29 02:02:52 6.2 Mindanao, Philippine Islands
2019-09-27 12:05:02 6.0 Kermadec Islands, New Zealand
2019-09-26 16:36:18 6.1 Central Chile
2019-09-25 23:46:44 6.5 Seram, Indonesia
2019-09-24 21:19:47 6.1 Southwest Indian Ridge
2019-09-24 03:23:35 6.0 Mona Passage
AKTUELLES

11.10.2019

Forschungsprojekt gefördert, um Erdbeben besser zu verstehen

Forschungsprojekt gefördert, um Erdbeben besser zu verstehen

Trotz intensiver Forschung können Wissenschaftler nicht vorhersagen, wann und wo genau das nächste grosse Erdbeben auftritt. Mit ihrem ERC-Synergy-Projekt «FEAR» wollen Domenico Giardini, ETH-Professor für Seismologie und Geodynamik, Florian Amann von der RWTH Aachen, Stefan Wiemer, Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes an der ETH Zürich, und Massimo Cocco vom Instituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia, Italien, die Physik von Erdbebenprozessen besser verstehen.

Das von der ETH Zürich und der Werner Siemens-Stiftung erbaute Felslabor «Bedretto Lab» in den Schweizer Alpen bietet FEAR eine einmalige Forschungsumgebung. In über einem Kilometer Tiefe und auf einer Skala von zehn bis zu hundert Metern werden die Forschenden unter kontrollierten Bedingungen kleine Erdbeben erzeugen und verschiedene Parameter mit einem dichten Sensornetzwerk vermessen und anschliessend analysieren. Davon erhofft sich das Konsortium ein besseres Verständnis der Dynamik von Erdbeben. Die neuen Erkenntnisse sollen auch Experimente zur sicheren Nutzung von Geoenergie vorantreiben sowie zur besseren Voraussagbarkeit von Erdbeben beitragen.

09.10.2019

War es das Hauptbeben?

War es das Hauptbeben?

Während sich die meisten grossen Beben nicht durch Vorbeben ankünden, ereignen sich im Anschluss daran immer tausende von Nachbeben. Deren Häufigkeit und Stärke nimmt jeweils mit der Zeit ab. In manchen Fällen folgt aber auf ein grosses Beben ein noch stärkeres. Das trifft beispielsweise auf die Bebensequenzen in Zentralitalien im Jahr 2016 zu oder auf jene bei Ridgecrest (USA) im Juli dieses Jahres.

Bislang war es nicht möglich vorherzusagen, ob auf ein starkes Beben wahrscheinlich ein noch grösseres folgt oder nicht. Die Resultate einer soeben in Nature publizierten Studie von Laura Gulia und Stefan Wiemer vom Schweizerischen Erdbebendienst an der ETH Zürich wecken die Hoffnung, dazu bald in Echtzeit in der Lage zu sein. Diese wissenschaftliche Entdeckung hätte weitreichende Folgen für den Bevölkerungsschutz: Entscheidungen über die Evakuationen von Personen könnten verlässlicher getroffen werden, Rettungskräfte ihre Arbeit entsprechend ausrichten oder kritische Infrastrukturen Kraftwerke geschützt werden.

Ausgehend von aktuellen Bebendaten haben die Autoren der Studie eine Methode entwickelt, mit der sich bestimmen lässt, ob eine Bebensequenz eher ausklingt oder ein noch grösseres Beben folgt. Als relevante Messgrösse untersuchten sie den sogenannten b-Wert. Er kennzeichnet das Verhältnis zwischen der Grösse und der Anzahl Beben. Aus Labormessungen weiss man, dass er indirekt den Spannungszustand der Erdkruste angibt. In seismisch aktiven Regionen ist er in der Regel nahe 1. Das heisst, es ereignen sich etwa 10-mal mehr Magnitude-3-Beben als solche mit einer Magnitude von 4 oder grösser.

Die Forschenden haben nun nachgewiesen, dass sich der b-Wert im Zuge einer Bebensequenz systematisch verändert. Dazu untersuchten sie die Daten von 58 Bebensequenzen und entwarfen ein Ampelsystem, das ihre künftige Entwicklung anzeigt. Bei einer Abnahme des b-Werts um 10 Prozent oder mehr geht die Ampel auf Rot. Das heisst, es besteht akute Gefahr für ein noch grösseres Beben. In den allermeisten Fällen steigt der b-Wert hingegen um 10 Prozent oder mehr und die Ampel geht auf Grün und gibt damit Entwarnung. In diesem Fall ist von einer typischen Nachbebensequenz auszugehen, die mit der Zeit ausklingt. Ausgehend von den untersuchten Datensätzen trifft dies auf 80 Prozent der Sequenzen zu. Gelb zeigt die Ampel, wenn die Zu- oder Abnahme weniger als 10 Prozent beträgt und daher unklar ist, wie es weitergeht.

Das entwickelte Ampelsystem bewährte sich in 95 Prozent der untersuchten Fälle: Die beobachtete Veränderung des b-Werts zeigte, wie sich eine Sequenz entwickelt, also ob noch ein grösseres Beben folgt oder nicht. Weitere Überprüfungen mit zusätzlichen Datensätzen sind jedoch unbedingt notwendig, bevor ein solches System effektiv für den Bevölkerungsschutz eingesetzt werden könnte. Für eine erfolgreiche Anwendung benötigt es zudem ein dichtes seismisches Netzwerk und entsprechende Datenverarbeitungskapazitäten. Darüber verfügen derzeit längst nicht alle Regionen, die von einem solchen Ampelsystem profitieren könnten.

Nature Artikel Real-time discrimination of earthquake foreshocks and aftershocks

25.09.2019

Schweizer Beitrag zur Verbesserung des ShakeAlert-Erdbebenfrühwarnsystems in den USA

Schweizer Beitrag zur Verbesserung des ShakeAlert-Erdbebenfrühwarnsystems in den USA

Stellen Sie sich vor, Sie erhalten eine Warnung vor einem Erdbeben bevor Sie es spüren. Science-Fiction? Nicht ganz: In Japan und Mexico sind solche Systeme etabliert und seit mehreren Jahren im Einsatz. An der Westküste der USA ist ein solches System – genannt ShakeAlert – zurzeit in der ersten Phase eines öffentlichen Rollouts. Der US Geological Survey (USGS) vergab nun Fördergelder an mehrere Institutionen, darunter der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich, um ShakeAlert für die Alarmierung der Öffentlichkeit zu optimieren.

ShakeAlert ist ein Erdbebenfrühwarnsystem für die Westküste der USA. Entwickelt über die letzten 13 Jahre wird das System derzeit von ausgewählten kommerziellen und institutionellen Nutzern getestet. Mit den vom USGS bewilligten Fördergeldern wird ShakeAlert demnächst einer weitaus grösseren Bevölkerungsgruppe zugänglich gemacht werden, welche zum Beispiel über ihr Mobiltelefon alarmiert wird. Dazu muss ShakeAlert in verschiedener Weise optimiert und erweitert werden, einschliesslich des Sensornetzwerks, der Algorithmen und der Schulung der betroffenen Bevölkerung.

Die Alarmierung in ShakeAlert basiert auf zwei Algorithmen: EPIC und FinDer. EPIC berechnet das Hypozentrum und die Magnitude des Erdbebens. Bei stärkeren Erdbeben (Magnitude 6 und höher) erstreckt sich die Bruchzone jedoch typischerweise über mehrere zehn bis hunderte von Kilometern entlang einer Verwerfung. Daher nutzt ShakeAlert einen zweiten Algorithmus – FinDer –, welcher in Echtzeit die Bruchausdehnung berechnet. Dies ist entscheidend, um die Bewegungen des Untergrundes so genau wie möglich vorherzusagen.

Maren Böse, Wissenschaftlerin am Schweizerischen Erdbebendienst an der ETH Zürich, hat FinDer entwickelt. Mit den bewilligten Forschungsgeldern wird sie nun zusammen mit dem USGS und dem California Institute of Technology (Caltech) erforschen, wie FinDer noch leistungsfähiger und robuster gemacht werden kann. Ihre Forschung wird sich insbesondere auf Starkbeben entlang der San-Andreas-Störung und der Cascadia-Subduktionszone konzentrieren, welche ein enormes Schadenspotential haben.

Erdbebenfrühwarnsysteme wie ShakeAlert können Erdbeben nicht vorhersagen. Sie geben an, dass ein Erdbeben begonnen hat und warnen, bevor Erdbebenwellen einen Standort erreichen. Dies verschafft der Bevölkerung wertvolle Sekunden, um sich vorzubereiten und potentielle Schäden und Verletzungen zu verhindern. Erdbebenfrühwarnsysteme können auch automatische Aktionen auslösen, wie zum Beispiel Züge bremsen oder Aufzüge stoppen.

Erfahren Sie mehr über Erdbebenfrühwarnsysteme und FinDer.

Über ShakeAlert erfahren Sie hier mehr.

Abbildung: Von FinDer abgeschätzte Bruchausdehnung des Magnitude-7.1-Ridgecrest-Erdbebens in Kalifornien (USA) am 6. Juli 2019.

05.09.2019

Erneut verspürtes Beben bei Konstanz

Erneut verspürtes Beben bei Konstanz

Am Donnerstag, 05.09.2019 um 16.19 Uhr (Lokalzeit; genau eine Woche nach dem Beben mit einer Magnitude von 3.5 im selben Gebiet ) hat sich ein erneutes Beben, diesmal mit einer Magnitude von 3.0, auf dem Bodanrück ereignet. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von ungefähr 5 km. Bei Beben dieser Stärke sind in der Regel keine Schäden zu erwarten. Seit dem 30.07.2019 haben sich auf der Halbinsel Bodanrück fünf Beben mit einer Magnitude 3.0 oder grösser ereignet.

Das Beben ist Teil einer derzeit aktiven Erdbebensequenz auf der Halbinsel, die etwa 10 km nordwestlich von Konstanz (D) liegt. Das bisher stärkste Beben mit einer Magnitude von 3.7 ereignete sich am 30. Juli 2019. Diesem Hauptbeben ging ein spürbares Beben der Stärke 2.9 voraus. In der Folge wurden einige Nachbeben registriert.

Weitere Informationen zur Erdbebensequenz auf der Halbinsel Bodanrück finden Sie in diesem Beitrag.

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Erdbeben

Hilfe, die Erde bebt!

Hilfe, die Erde bebt!

Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zu erwartenden Schäden mit relativ einfachen Mitteln zu verringern. Informieren Sie sich über das empfohlene Verhalten vor, während und nach einem starken Erdbeben.

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Wissen

Erdbebenland Schweiz

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In der Schweiz ereignen sich zwischen 1'000 und 1'500 Erdbeben pro Jahr. Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden etwa 10 bis 20 Beben jährlich. Diese weisen in der Regel Magnituden von 2.5 oder mehr auf. Im langjährigen Durchschnitt ereignen sich 23 Beben pro Jahr mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.

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Alarmierung

Jederzeit informiert

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Sie möchten stets auf dem Laufenden sein? Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Informationsangebote des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).

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Erdbebengefährdung

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Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.

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Forschung & Lehre

Forschungsfelder

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Wir werden oft gefragt, was die Mitarbeitenden des SED machen, wenn es nicht gerade bebt. Die Antwort lautet: Sie forschen. Woran, beleuchten verschiedene Forschungsfelder, die zentrale wissenschaftliche Aktivitäten des SED kurz und bündig beschreiben.

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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

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Erdbeben

Erdbebenüberwachung

Erdbebenüberwachung

10 bis 20-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 200 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.

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