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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Aktivitäten sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

Aktuelle Erdbeben Schweiz

Verspürte Erdbeben Schweiz

Lokalzeit
Mag.
Ort
Verspürt?
2022-08-13 04:32 2.4 Sierre VS Leicht verspürt
2022-07-26 13:20 2.7 Domodossola I Vermutlich nicht verspürt

Aktuelle Erdbeben

Lokalzeit
Magnitude
Ort
2022-08-19 18:05 1.3 Muerren BE
2022-08-19 15:53 1.1 CHAMPERY VS
2022-08-19 05:40 0.8 Zermatt VS
2022-08-19 00:43 0.9 CHAMPERY VS
2022-08-17 08:46 0.8 Courmayeur I

Erdbebenzähler Schweiz

seit 01.01.2022 
000

Earthquake Map of Europe, last 90 days, Mag. 4.5+

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 4.5

UTC-Zeit
Mag.
Ort
2022-08-14 20:20:47 4.6 West of Gibraltar
2022-08-14 03:24:23 5.0 Turkey
2022-08-12 21:31:48 5.3 CENTRAL MEDITERRANEAN SEA
2022-08-08 14:45:22 4.5 GREECE
2022-08-07 06:49:30 4.6 IRAN-IRAQ BORDER REGION
2022-08-03 10:05:29 4.7 Turkey
2022-07-29 13:44:47 5.2 GREECE
2022-07-25 13:56:15 4.5 JAN MAYEN ISLAND REGION
2022-07-24 13:45:45 4.9 Iceland
2022-07-21 15:44:23 4.5 WESTERN TURKEY
2022-07-18 18:40:34 5.9 SVALBARD REGION
2022-07-08 01:13:57 4.5 JAN MAYEN ISLAND REGION
2022-06-29 19:04:36 4.5 Turkey

Earthquake Map of the world, last 90 days, Mag. >= 5.5

Aktuelle Erdbeben ab Magnitude 6

UTC-Zeit
Magnitude
Ort
2022-08-14 21:04:47 6.2 SOUTHEAST OF LOYALTY ISLANDS
2022-08-14 13:44:19 6.6 SOUTH OF KERMADEC ISLANDS
2022-07-28 04:15:03 6.2 ANTOFAGASTA, CHILE
2022-07-27 18:58:56 6.2 ANTOFAGASTA, CHILE
2022-07-27 00:43:24 7.1 LUZON, PHILIPPINES
2022-07-15 19:37:20 6.4 OFF COAST OF AISEN, CHILE
2022-07-12 19:17:00 6.6 EASTER ISLAND REGION
2022-07-11 21:10:49 6.1 VANUATU
AKTUELLES

28.07.2022

Seismometer zur Überwachung des Vulkans Santiaguito in Guatemala

Wo es Vulkane gibt, bebt die Erde häufig – in diesen Regionen künden Erdbeben oft vulkanische Aktivitäten an. Sowohl Erdbeben als auch Vulkane kommen hauptsächlich an den Bruchstellen sich verschiebender tektonischer Platten vor. Ein typisches Beispiel dafür ist Guatemala: Das Land in Mittelamerika, das auf dem gleichnamigen Mittelamerikagraben liegt, verfügt über 43 Vulkansysteme, von denen 25 als aktiv gelten und von denen drei (Pacaya, Fuego und Santiaguito) täglich eruptive Aktivität zeigen. Wie Erdbeben sind auch vulkanische Aktivitäten und die damit verbundenen Gefahren schwer vorherzusagen und erfordern eine genaue Überwachung. Dazu gehört in der Regel ein seismisches Netzwerk, mit dem die Hintergrundaktivität gemessen werden kann. Diese Aufzeichnungen ermöglichen es, in Echtzeit auf Ereignisse zu reagieren und die lokale Bevölkerung zu warnen, bevor ihr Leben von den Gefahren der Vulkane bedroht wird. Genau an einem solchen Projekt in Guatemala ist derzeit der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich beteiligt. 

Mit Unterstützung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und gemeinsam mit der guatemaltekischen NGO Vivamos Mejor hilft der SED dem guatemaltekischen Nationalen Institut für Seismologie, Vulkanologie, Meteorologie und Hydrologie (INSIVUMEH), eine seismische Überwachung des Santiaguito aufzubauen, der zu den aktiven Vulkanen Guatemalas gehört. Diese Zusammenarbeit ist Teil eines grösseren DEZA-Projekts, das darauf abzielt, das vom Santiaguito ausgehende Risiko für die lokale Bevölkerung zu mindern. Der im Südwesten Guatemalas gelegene Santiaguito gilt als der Vulkan Mittelamerikas, der das höchste Risiko darstellt. Durch die genaue Überwachung der seismischen Aktivität unter dem Vulkan können die Forschenden Ausbruchsphasen besser vorhersagen. Zu den weiteren Hauptgefahren am Santiaguito gehören heftige Schlammströme, sogenannte Lahare, und verheerende pyroklastische Ströme, die ein Gemisch aus Gestein, Gas und Asche enthalten und sich sehr schnell ausbreiten. Diese beiden Gefahren stellen ein hohes Risiko für die umliegenden Gemeinden dar.

Das INSIVUMEH installiert derzeit ein seismisches Netzwerk auf dem und um den Vulkan. Die Aufgabe des SED-Teams besteht zunächst darin, die erfolgreiche Einrichtung des Netzwerkes und die damit verbundene Datenverarbeitung sicherzustellen. Daher reisten Forschende des SED Ende Juni nach Guatemala, um die Pläne bezüglich des seismischen Netzwerkes und der Datenverarbeitung nebst deren Fortschritten zu überprüfen. Darüber hinaus hatte das Team die Gelegenheit, den Vulkan zu besuchen und sich ein besseres Bild von den Gefahren zu machen, die er für die örtlichen Gemeinden birgt. Das Netzwerk soll in diesem Sommer fertiggestellt werden. Bis Ende des Jahres wird zudem ein Ereigniskatalog mit Beispielen für seismische Aufzeichnungen von Lahar-Flüssen und vulkanisch-tektonischen Erdbeben zur Verfügung stehen. Im Rahmen früherer Forschungsprojekte in Mittelamerika zum Aufbau der Erdbebenfrühwarnung (EWARNICA / ATTAC) hat der SED eine enge Beziehung zum INSIVUMEH geknüpft und kann somit auf frühere Erfahrungen in dieser Region und insbesondere in Guatemala zurückgreifen.

Sobald das Netzwerk betriebsbereit ist, wird das SED-Team wissenschaftliche Instrumente entwickeln, um die Überwachung des Santiaguito zu verbessern. Während des zweijährigen Projekts wollen die Forschenden ein Geschwindigkeitsmodell erstellen, das zu einem besseren Verständnis der vulkanisch-tektonischen Seismizität beiträgt und die Verfolgung sich verändernder Seismizität ermöglicht. Ausserdem soll eine Methode erarbeitet werden, mit der Lahar-Ströme an den oberen Hängen des Vulkans schnell erkannt werden, so dass die Gemeinden flussabwärts gewarnt werden können.

09.07.2022

Beben in Süddeutschland in der Nordschweiz verspürt

Beben in Süddeutschland in der Nordschweiz verspürt

Ein Beben der Magnitude 4.2 ereignete sich am Samstag, 9. Juli 2022, um 13:47 Uhr (Ortszeit) bei Hechingen, nordwestlich von Albstadt, auf der Schwäbischen Alb, etwa 65 km von der Schweizer Grenze entfernt, in einer Tiefe von etwa 8 km. Das Beben wurde in der Nordschweiz verbreitet verspürt, bis etwa Luzern (ca. 150 km Entfernung). Dies belegen die mehr als 330 Verspürtmeldungen, die in den ersten 30 Minuten nach dem Beben beim Schweizerischen Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich eingegangen sind.

Das Gebiet der Schwäbischen Alb ist eine bekannte seismische Zone, die wiederholt von Erdbeben erschüttert wird. So ereignete sich 1978 ein Erdbeben der Magnitude 5.7, das circa 8'500 Gebäude beschädigte und 25 Personen verletzte. Bei einem Erdbeben der Stärke 4.2 wie am 9. Juli 2022 können lediglich in der Nähe des Epizentrums vereinzelt leichte Schäden an empfindlichen Gebäuden, die auf lockerem Boden stehen, auftreten.

11.05.2022

Grösstes Marsbeben seit Beginn der InSight-Mission der NASA beobachtet

Am 4. Mai 2022 entdeckte der InSight-Lander der NASA das stärkste jemals auf einem anderen Planeten beobachtete Beben: ein Ereignis mit einer geschätzten Magnitude von 5. Das stärkste zuvor aufgezeichnete Beben auf dem roten Planeten hatte eine Magnitude von 4.2 und wurde am 25. August 2021 erfasst.

Entdeckt hat das Magnitude-5-Beben ein Doktorand der ETH Zürich, der an dem Tag, an dem die Daten die Erde erreichten, für den Marsbebendienst den Datensatz analysierte. Das Beben erhielt die Bezeichnung S1222a, da es sich am Marstag Sol 1.222 ereignete. Das Beben war aufgrund seiner Grösse leicht zu erkennen, es löste das bei weitem stärkste seit Beginn der Mission aufgezeichnete Signal aus. Dies obwohl es in einer Jahreszeit stattfand, in der fast keine Marsbeben beobachtet werden. Grund sind die starken Winde auf dem Mars, welche die Signale stören.

Ein Beben mit einer Magnitude von 5 hat eine mittlere Stärke im Vergleich zu jenen, die auf der Erde auftreten. Das kürzlich aufgezeichnete Marsbeben liegt aber nahe an der Obergrenze der Magnitude, die Wissenschaftler während der InSight-Mission auf dem Mars zu beobachten hofften. Das Wissenschaftsteam wird das Marsbeben nun genauer analysieren, um nähere Angaben zum Ort des Bebens und der Art seiner Quelle machen zu können sowie Rückschlüsse über das Innere des Mars zu ziehen.

Kurz nach der Aufzeichnung des Ereignisses ging InSight aufgrund anhaltender Energieversorgungsprobleme in den Sicherheitsmodus über. In diesem schaltet das Raumfahrzeug alle Funktionen ausser den absolut notwendigen aus, um Energie zu sparen. Grund dafür ist die zunehmende Staubschicht auf den Sonnenkollektoren des InSight Landers. Es ist daher möglich, dass S1222a eines der allerletzten Ereignisse ist, die InSight aufzeichnete. Wenn man bedenkt, dass bereits über 1’300 Ereignisse katalogisiert wurden, sieht es ganz so aus, als habe sich der Mars die Krönung bis zum Schluss aufgehoben.

InSight ist mit einem hochempfindlichen Seismometer ausgestattet, das vom Centre National d'Études Spatiales (CNES) in Frankreich bereitgestellt wird, sowie mit einem Digitalisierer der ETH Zürich in der Schweiz. Das Team der ETH Zürich koordiniert in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Erdbebendienst auch den Marsbebenbebendienst, der die Daten auf seismische Energie untersucht, Marsbeben beschreibt und den Marsbebenkatalog erstellt.

28.04.2022

Neue Erdbebenanalysen stärken die Katastrophenvorsorge in Europa

Im 20. Jahrhundert haben Erdbeben in Europa mehr als 200'000 Todesopfer gefordert und Schäden in Höhe von über 250 Milliarden Euro verursacht (EM-DAT). Umfassende Analysen der Erdbebengefährdung und des Erdbebenrisikos spielen eine bedeutende Rolle, wenn es darum geht, die Auswirkungen katastrophaler Erdbeben zu verringern. Das kürzlich veröffentlichte aktualisierte Erdbebengefährdungsmodell sowie das erste Erdbebenrisikomodell für Europa stellen die Grundlagen bereit, um die Erdbebenprävention zu stärken und die Bevölkerung widerstandsfähiger zu machen. Die Modelle verbessern das Verständnis darüber, wo starke Erschütterungen am ehesten auftreten und welche Auswirkungen künftige Erdbeben in Europa haben werden. Seismologinnen, Geologen und Ingenieurinnen aus ganz Europa entwickelten die Modelle, mit führender Beteiligung von Mitarbeitenden des Schweizerischen Erdbebendienstes und der Gruppe für Seismologie und Geodynamik an der ETH Zürich. Die Forschungsarbeiten wurden durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union gefördert.

Erdbeben können weder verhindert noch genau vorhergesagt werden. Erdbebengefährdungs- und Erdbebenrisikomodelle ermöglichen es jedoch, wirksame Vorsorgemassnahmen festzuschreiben und damit die Auswirkungen auf Gebäude und ihre Bewohner erheblich zu verringern. Die Europäischen Erdbebengefährdungs- und Erdbebenrisikomodelle 2020 beschreiben, wo durch Erdbeben ausgelöste Erschütterungen zu erwarten sind, wie stark und wie häufig diese auftreten und welche möglichen Auswirkungen sie auf die bebaute Umwelt und auf Menschen haben. Zu diesem Zweck wurden alle den Modellen zugrundeliegenden Datensätze aktualisiert und harmonisiert – ein komplexes Unterfangen angesichts der riesigen Datenmengen und der stark unterschiedlichen tektonischen Gegebenheiten in Europa. Eine solche Harmonisierung ist unabdingbar, um wirksame länderübergreifende Strategien zur Katastrophenvorsorge zu etablieren, wie beispielsweise die Festlegung von Versicherungskonzepten oder die Bestimmung von zeitgemässen Bauvorschriften auf europäischer (z. B. Eurocode 8) und nationaler Ebene. In Europa beschreibt Eurocode 8 die empfohlenen Normen für eine erdbebengerechte Bauweise von Neubauten und für die Ertüchtigung bestehender Gebäude mit dem Ziel, die Auswirkungen von Erdbeben einzudämmen. Das aktualisierte Europäische Erdbebengefährdungsmodell sowie das neue Erdbebenrisikomodell sind frei zugänglich inklusive der ihnen zugrundeliegenden Datensätze.

Erweiterte Datensätze verbessern das aktualisierte Erdbebengefährdungsmodell

Die Erdbebengefährdung beschreibt potenzielle Bodenerschütterungen durch künftige Erdbeben und beruht auf dem Wissen über vergangene Erdbeben, der Geologie, Tektonik und den lokalen Bedingungen an beliebigen Orten in ganz Europa. Das kürzlich publizierte Europäische Erdbebengefährdungsmodell 2020 (ESHM20) ersetzt das Vorgängermodell aus dem Jahr 2013.

Die erweiterten Datensätze, welche in die neue Version des Modells integriert worden sind, ermöglichen eine umfassendere Beurteilung der Erdbebengefährdung in Europa. Diese hat zur Folge, dass die Einschätzungen der zu erwartenden Bodenerschütterungen in den meisten Teilen Europas im Vergleich zum Modell von 2013 nach unten korrigiert wurden und damit im Fall der Schweiz näher am nationalen Modell liegen. Hiervon ausgenommen sind einige Regionen in der westlichen Türkei, Griechenland, Albanien, Rumänien, im Süden Spaniens und Portugals. Dort wurden die Einschätzungen der zu erwartenden Bodenerschütterungen nach oben angepasst. Das aktualisierte Modell bestätigt die Türkei, Griechenland, Albanien, Italien und Rumänien als die Länder mit der höchsten Erdbebengefährdung in Europa, gefolgt von den anderen Ländern des Balkans. Aber auch in Regionen mit niedriger oder mässiger Gefährdungseinschätzung können jederzeit schadenbringende Erdbeben auftreten.

Neben diesen Erkenntnissen bilden spezifische Erdbebengefährdungskarten des aktualisierten europäischen Erdbebengefährdungsmodells eine wichtige Informationsgrundlage für die zweite Generation der Eurocode 8 Normen. Diese können als wichtige Referenz für nationale Normen dienen, wobei die nationalen Modelle, sofern vorhanden, die massgeblichen Grundlagen für die Baunormen und weitere Aspekte der Erdbebenvorsorge auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene liefern. Die Berücksichtigung von Erdbebengefährdungsmodellen in Vorschriften für eine erdbebengerechte Bauweise trägt dazu bei, Gebäude angemessen gegen Erdbeben abzusichern. Eine erdbebengerechte Bauweise ist eine der wirksamsten Massnahmen, um die europäische Bevölkerung besser vor Erdbeben zu schützen.

Ältere Gebäude, eine hohe Erdbebengefährdung und städtische Gebiete bestimmen das Erdbebenrisiko

Das Erdbebenrisiko beschreibt die erwarteten Folgen eines Erdbebens auf die Bevölkerung und die Wirtschaft. Um das Erdbebenrisiko zu bestimmen, werden Informationen über den lokalen Untergrund, die Dichte von Gebäuden und Menschen, die Verletzbarkeit des Gebäudebestandes sowie robuste Einschätzungen der Erdbebengefährdung benötigt. Gemäss dem Europäischen Erdbebenrisikomodell 2020 (ESRM20) ist das Erdbebenrisiko dort am höchsten, wo es viele ältere, das heisst vor den 1980er Jahren errichtete Gebäude gibt, in städtischen Gebieten und wo eine hohe Erdbebengefährdung besteht.

Obwohl die meisten europäischen Länder über neuere Bauvorschriften und -normen ver­fügen, die einen angemessenen Schutz vor Erdbeben gewährleisten, gibt es noch immer viele nicht oder nur unzureichend ertüchtigte ältere Gebäude. Sie bergen ein höheres Risiko für ihre Bewohner. Das höchste Erdbebenrisiko betrifft daher insbesondere städtische Gebiete, die zudem oft eine Geschichte von schadenbringenden Erdbeben aufweisen und damit Städte wie Istanbul und Izmir in der Türkei, Catania und Neapel in Italien, Bukarest in Rumänien und Athen in Griechenland. Allein auf diese vier Länder entfallen fast 80 % des modellierten wirtschaftlichen Schadens von 7 Milliarden Euro, den Erdbeben im jährlichen Durchschnitt in Europa verursachen. Aber auch Städte wie Zagreb (Kroatien), Tirana (Albanien), Sofia (Bulgarien), Lissabon (Portugal), Brüssel (Belgien) und Basel (Schweiz) tragen ein überdurchschnittlich hohes Erdbebenrisiko verglichen mit weniger exponierten Städten wie Berlin (Deutschland), London (Vereinigtes Königreich) oder Paris (Frankreich).

Die Entwicklung der Modelle beruht auf einer gemeinsamen Anstrengung – die Rolle der ETH Zürich

Ein Kernteam von Forschenden aus verschiedenen Einrichtungen in ganz Europa, mit führender Beteiligung der ETH Zürich, hat gemeinsam an der Entwicklung des ersten offen zugänglichen Erdbebenrisikomodells für Europa und an der Aktualisierung des europäischen Erdbebengefährdungsmodells gearbeitet. Sie haben an einem Vorhaben mitgewirkt, das vor mehr als 30 Jahren begann und an dem Tausende von Menschen aus ganz Europa beteiligt waren. Diese Anstrengungen wurden in all diesen Jahren durch mehrere von der Europäischen Kommission finanzierte Projekte und durch nationale Gruppen unterstützt.

Forschende des Schweizerische Erdbebendienstes (SED) und der Gruppe für Seismologie und Geodynamik an der ETH Zürich leiteten zahlreiche dieser Projekte. Am SED ist zudem EFEHR (European Facilities for Earthquake Hazard and Risk) beheimatet. EFEHR ist ein gemeinnütziges Netzwerk, das sich der Entwicklung und Aktualisierung von Erdbebengefährdungs- und Risikomodellen im europäisch-mediterranen Raum verschrieben hat. Die ETH Zürich übernimmt damit eine zentrale Drehscheibenfunktion für die Datensammlung- und Aufbereitung, den offenen Zugang zu Erdbebengefährdungs- und Risikomodellen inklusive aller Grundlagendatensätze sowie den Wissensaustausch.

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THEMEN

Erdbeben

Hilfe, die Erde bebt!

Hilfe, die Erde bebt!

Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zu erwartenden Schäden mit relativ einfachen Mitteln zu verringern. Informieren Sie sich über das empfohlene Verhalten vor, während und nach einem starken Erdbeben.

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Wissen

Erdbebenland Schweiz

Erdbebenland Schweiz

In der Schweiz ereignen sich zwischen 1'000 und 1'500 Erdbeben pro Jahr. Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden etwa 10 bis 20 Beben jährlich. Diese weisen in der Regel Magnituden von 2.5 oder mehr auf. Im langjährigen Durchschnitt ereignen sich 23 Beben pro Jahr mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.

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Alarmierung

Jederzeit informiert

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Sie möchten stets auf dem Laufenden sein? Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Informationsangebote des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED).

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Erdbebengefährdung

Erdbebengefährdung

Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.

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Forschung & Lehre

Forschungsfelder

Forschungsfelder

Wir werden oft gefragt, was die Mitarbeitenden des SED machen, wenn es nicht gerade bebt. Die Antwort lautet: Sie forschen. Woran, beleuchten verschiedene Forschungsfelder, die zentrale wissenschaftliche Aktivitäten des SED kurz und bündig beschreiben.

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Über uns

Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED die Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.

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Erdbeben

Erdbebenüberwachung

Erdbebenüberwachung

10 bis 20-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 200 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.

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Produkte & Software

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Zugang zu seismischen Daten und verschiedenen Softwareapplikationen finden Sie auf unserer Produktseite.

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