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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Seine Hauptaufgaben sind die Überwachung der Seismizität der Schweiz und die Untersuchung der Erdbebengefährdung. Die Aktivitäten des SED sind im Massnahmenprogramm des Bundes zur Reduktion des Erdbebenrisikos eingebunden.

Aktuelle Erdbeben:  Schweiz /  Welt

EQ
Swiss map
Swiss Earthquake Map
Date Time
(UTC)
Lat Lon Mag Region
2012/01/28 05:31 47.97 7.26 2.6 Switzerland
2012/01/27 22:54 45.51 10.95 2.0 Prealpi_venete
2012/01/27 17:10 45.75 7.02 1.5 Pre-St-Didier / Italy
2012/01/27 07:39 46.69 10.81 2.9 Northern Italy
2012/01/27 04:51 46.97 9.31 1.0 Elm / Switzerland
2012/01/26 18:50 45.53 10.95 2.6 Prealpi_venete
2012/01/26 17:56 45.52 10.98 2.3 Prealpi_venete
2012/01/26 16:27 47.97 7.27 2.5 Switzerland
gesamte Liste der Erdbeben
 
In der Schweiz verspürte Erdbeben der letzten 72 Stunden:

Manuell überprüfte Lokalisierung

Region: NORTHERN ITALY -  2012/01/27 14:53 UTC - Magnit.: 5.2 (Aktual.:27.01.2012 15:01:36 UTC)

 Aktuelles

Erdbeben_27.01.12

Erneutes Erdbeben in Norditalien

Am Freitag 27. Januar 2012 hat um 15:53 Uhr Ortszeit in Norditalien die Erde wieder gebebt. Das Beben mit einer Magnitude von 5.4 ereignete sich zwischen Parma und La Spezia. Nach bisherigen Abschätzungen lag der Erdbebenherd in einer Tiefe von ca. 60 km.

Das Beben war etwas stärker und lag tiefer als jenes vom 25. Januar 2012, weshalb es in der Schweiz stärker und grossflächiger verspürt worden ist.

Erdbeben dieser Stärke sind in dieser Region nicht ungewöhnlich. Wahrscheinlich besteht kein direkter Zusammenhang zum Beben vom 25. Januar. Beide sind aber Ausdruck der tektonischen Situation rund um die Po-Ebene.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des INGV und auf jener des EMSC.

Erdbeben_Norditalien

Erdbeben in Norditalien

Am 25. Januar 2012 ereignete sich um 09:06 Uhr in Italien, nordöstlich von Parma, ein Erdbeben mit einer Magnitude von etwa 5. Das Beben ist in Norditalien stark verspürt worden, und war auch in weiten Teilen der Schweiz spürbar, besonders im Tessin.

Meldungen über Schäden durch das Beben liegen bis jetzt nicht vor.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des INGV und auf jener des EMSC.

Wiemer_Giardini

Wechsel an der Spitze des Erdbebendienstes

Zum Jahreswechsel hat Professor Domenico Giardini die Leitung des SED abgegeben. Bis zur Neubesetzung der Direktion hat die Schulleitung Professor Stefan Wiemer zum Direktor ad interim des SED ernannt.

Anzahl_ErdbebenPlatzhalterGroesste_Magnituden

Erdbeben in der Schweiz im 2011: ein Rückblick

Im Jahr 2011 hat der Schweizerische Erdbebendienst in der Schweiz und unmittelbarer Umgebung (Karte) mehr als 500 Erdbeben registriert. Die Magnituden dieser Ereignisse lagen zwischen 0.1 und 3.3 (sogenannte Lokalmagnitude nach Richter). Obwohl die totale Anzahl registrierter Beben grösser war als in den vergangenen drei Jahren, gilt die Erdbebenaktivität des Jahres 2011 in der Schweiz und im nahen Ausland als vergleichsweise gering. Während in den vorangehenden 36 Jahren durchschnittlich 24 Beben auftraten, die eine Magnitude von mindestens 2.5 erreichten, waren es im vergangenen Jahr lediglich 10. Zudem wies nur 1981 das stärkste Erdbeben des Jahres eine geringere Magnitude auf als 2011.

Somit nahm die Bevölkerung 2011 nur drei Erdbeben deutlich wahr, nämlich die zwei in der Gegend von Sierre Anfang Januar 2011 (Magnitude 3.3 und 3.2) und das Beben bei Delémont (Magnitude 3.1) zwischen Weihnachten und Neujahr. Die Beben von Sierre waren Teil einer Bebensequenz von 31 Ereignissen, die sich über das ganze Jahr hinzog, wobei 16 Ereignisse allein in den ersten fünf Stunden der Sequenz aufgetreten sind. Ein weiteres Magnitude 3.3 Ereignis, das sich am 27. Januar bei Bregenz ereignete, lag mit einer Herdtiefe von 31 km so tief, dass es kaum verspürt wurde. Die Erde bebte im Jahr 2011 wie in den vergangenen Jahren am häufigsten im Wallis und in Graubünden, wobei auch im Tessin eine verstärkte Aktivität zu verzeichnen war.

Die Erdbebenaktivität des vergangenen Jahres lässt keine Schlüsse für 2012 zu, wo allein in den ersten zwei Tagen schon zwei Beben in Graubünden deutlich spürbar waren. Gerne informieren wir Sie auch dieses Jahr auf unserer Website in Echtzeit über aktuelle Erdbeben und wünschen Ihnen ein erschütterungsfreies 2012!

  Erdbebenkarte_2011


Erdbebenkarte der Schweiz 2011

Erdbeben_Graubuenden

Kleine Erdbebensequenz bei Filisur GR

Seit dem Neujahrstag registriert der Schweizerische Erdbebendienst eine Serie von kleinen Erdbeben nordöstlich von Filisur, GR. Die bisher stärksten Beben hatten Magnituden von 3.2 (1. Januar, 16:33 Schweizer Zeit) und 3.5 (2. Januar, 02:42). Beide Ereignisse wurden teilweise deutlich verspürt. Insgesamt registrierte der SED bis zum 3. Januar abends 7 Beben, die alle nahe beieinander liegen. Die Herdtiefen sind mit grösseren Unsicherheiten behaftet. Die Ähnlichkeit der aufgezeichneten Signale deutet aber darauf hin, dass alle Herde in ungefähr der gleichen Tiefe zwischen ca. 5 und 10 km unter der Erdoberfläche liegen, wie auch frühere Beben in dieser Region.

Derartige Erdbeben-Serien sind in dieser Region nicht ungewöhnlich. Ob diese Sequenz ähnlich wie die Bebensequenzen von Sertig (2003) oder Paspels (2007 - 2009) über mehrere Monate andauern wird, oder in den nächsten Tagen zur Ruhe kommt, ist nicht abzusehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in näherer Zukunft zu einem stärkeren Erdbeben kommt, erhöht sich durch diese Serie jedoch nicht signifikant. Das letzte stärkere Beben (Magnitude 5), das auch kleinere Schäden an Gebäuden verursachte, ereignete sich im November 1991 in der Nähe von Vaz.

Auch wenn stärkere Erdbeben (Magnitude 5 bis 6) in der Schweiz selten vorkommen, können sie im Prinzip jederzeit überall auftreten.

Haben Sie eines der Erdbeben gespürt? Bitte melden Sie uns Ihre Beobachtungen.

Beitrag in der "Tagesschau" im SF.

Groenland_Messung_2

Grönland Expedition

Fünf Mitarbeitende des Schweizerischen Erdbebendienstes verbrachten den Sommer 2011 in Grönland, wo sie auf dem Inlandeis ein seismisches Netzwerk installierten und betreuten. Als Bestandteil eines glaziologischen Projekts mit Fokus auf Tiefenbohrungen gewannen sie wichtige Messdaten über die Bewegungen des Inlandeises sowie das subglaziale Abflusssystem. Die erhobenen Daten liefern wichtige Grundlagen zur Stabilität des Inlandeises in einem wärmer werdenden Umfeld. Alle Expeditionsmitglieder kehrten mit bleibenden Eindrücken über die einzigartige arktische Landschaft zurück.

Erdbeben_Tuerkei

Erdbeben am 23. Oktober 2011 Türkei

Am 23. Oktober 2011 ereignete sich in der Türkei nahe der Stadt Van um 10:41 GMT (12:41 in der Schweiz) ein Erdbeben mit einer Magnitude von 7.2. Auf das Hauptbeben folgten mehrere, teils starke Nachbeben mit Magnituden von bis zu 5.7. Beben in dieser Region sind auf die Kollision der Arabischen mit der Europäischen Platte zurückzuführen, die sich dort mit ca. 24 mm/Jahr aufeinander zu bewegen.

Weil das Hypozentrum lediglich 5 Kilometer unter der Erdoberfläche lag, forderte es nach aktuellen Schätzungen zwischen 500 und 1’000 Todesopfer und richtete erhebliche Sachschäden an. Die Türkei liegt in einem tektonisch aktiven Gebiet und ist immer wieder von schweren Erdbeben betroffen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links:

USGS

INGV

KOERI


Berichte des "Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology":

CEDIM_ForensicEarthquakeAnalysisGroup_1

CEDIM_ForensicEarthquakeAnalysisGroup_2

CEDIM_Shelter_report

epimap_2010

Jahresbericht 2010 online

Der Jahresbericht des SED zur seismischen Aktivität in der Schweiz 2010 ist ab sofort online als pdf verfügbar. Das Dokument umfasst alle Jahresberichte seit 1996 und eine aktualisierte Einleitung.

Matterhorn

AlpArray

AlpArray steht für ein neues Projekt, welches den gesamten Alpenraum mit neuen seismologischen Experimenten untersucht. Der Fokus liegt auf der Installation und dem Betrieb von temporär angebrachten Breitbandseismometern. Das Hauptziel von AlpArray besteht darin, verschiedene nationale Forschungsinteressen und Instrumentenpools zu bündeln sowie die Daten in transnationaler Zusammenarbeit zu erfassen und auszuwerten. Die geodynamische Interpretation wird durch andere Disziplinen der Erdwissenschaften vervollständigt (z. B. nummerische Modellierungen, Schwereanomalie).

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebseite

ECOS-09

Erdbebenkatalog ECOS-09

Wie viele Erdbeben ereigneten sich im Jahr 2003 in der Schweiz?

Wie häufig bebte die Erde in den 50er Jahren?

Erfuhr die Schweiz seit Beginn des 20. Jahrhunderts mehr als 20 Mal ein Erdbeben mit einer Magnitude von über 5?

Neu steht Interessierten der Erdbebenkatalog ECOS-09 zur Verfügung, um individuelle Fragen bezüglich Erdbeben in der Schweiz zu beantworten. Er umfasst alle natürlichen und induzierten Beben im Zeitraum von 250 n.Chr. bis 2008 und deckt die Schweiz sowie das grenznahe Ausland ab. Die Eingabe ausgewählter Kenndaten in eine Suchmaske genügt, um die gewünschten Antworten zu erhalten.

SDSNet_ZH

Neuer Zugang zu Erdbebendaten

Ein Grundprinzip der Arbeit des SED ist die freie Verfügbarkeit der Daten der nationalen seismischen Stationsnetze. Mit der Einführung der neuesten Software-Systeme ist dieser Zugriff jetzt über das Web-Interface ArcLink möglich. Im Rahmen dieser Umstellung ist der SED auch Teil des Europäischen Integrierten Datenarchivs EIDA geworden, das Zugriff auf seismologische Wellenformdaten aus ganz Europa erlaubt. Hauptsächlich die wissenschaftliche Gemeinde, aber auch interessierte Laien mit Grundkenntnissen in der Datenvisualisierung, können nun sowohl über ein interaktives Web-Tool als auch Skript-gesteuert Daten in nahezu Echtzeit abrufen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Produktseite.