Starke Erdbeben verursachen grosses menschliches Leid und verheerende Schäden an Gebäuden und Infrastrukturanlagen. Direkt nach einem grösseren Beben erweist es sich als schwierig, die Situation zu überblicken und davon ausgehend die richtigen Massnahmen einzuleiten. ShakeMaps unterstützen in dieser Phase die Krisenbewältigung, indem sie aufzeigen, welche Gebiete besonders stark betroffen sind. Sie ermöglichen damit Behörden und Hilfskräften einen gezielten Einsatz ihrer Mittel und dienen der Bevölkerung und den Medien als nützliche Informationsgrundlage. Nach schwächeren Beben zeigen sie, wo und wie stark diese verspürt worden sind und ob Schäden zu erwarten sind. ShakeMaps haben ihren Ursprung in Südkalifornien und werden mittlerweile in vielen erdbebengefährdeten Ländern routinemässig eingesetzt.
Eine ShakeMap wird in mehreren Bearbeitungsschritten erzeugt: Als erstes werden Epizentrum und Magnitude des Erdbebens aus den Daten bestimmt, welche die seismischen Stationen des nationalen Breitbandnetzes in Echtzeit aufzeichnen. Anschliessend werden diese Angaben mit den beobachteten maximalen Bodenbeschleunigungen an den Stationen des Starkebenmessnetzwerks kombiniert und mit Erfahrungswerten zu den Bodenbewegungen ergänzt. Bevor die Daten in die makroseismische Intensität (EMS-98) umgerechnet werden, bedarf es einer Bereinigung der lokalen Verstärkungseffekte. Die Modelle, welche für die Berechnung von ShakeMaps notwendig sind, wurden speziell für die Schweiz kalibriert.