See-Tsunamis

Tsunamis kommen nicht nur im Meer vor. In seltenen Fällen treten auch in (Schweizer) Seen grössere Flutwellen auf.

Ursachen

In Ozeanen entsteht ein Tsunami, wenn sich der Meeresboden aufgrund eines Bebens abrupt hebt oder senkt (wenn der Meeresgrund lediglich in der Horizontalen verschoben wird, hat das keinen grossen Einfluss auf die darüber liegenden Wassermassen) und / oder durch submarine Rutschungen.

Solange sich die Wellen im tiefen Wasser fortbewegen, stellen sie in der Regel keine Gefahr dar und sind höchstens durch Messbojen wahrnehmbar. Sobald sie aber seichtere Gewässer erreichen, türmen sich die Wassermengen auf und überfluten, je nachdem wie stark sich der Grund in der Vertikalen bewegt hat, ganze Küstenabschnitte.

Da Tsunamiwellen langsamer laufen als die P-Wellen eines Erdbebens (siehe häufig gestellte Frage: „Was sind P-, S-, Love- und Rayleigh-Wellen?“), ist es möglich, gefährdete Gebiete wenige Minuten bis mehrere Stunden vor dem Eintreffen eines Tsunamis zu warnen.

In Seen entstehen Tsunamis vor allem durch Bergstürze und Über- oder Unterwasserrutschungen, die oft aber nicht zwingend durch ein Erdbeben ausgelöst wurden. Bei Unterwasserrutschungen hängt die resultierende Wellenhöhe eines Tsunami vor allem vom Sedimentvolumen und der Geschwindigkeit der Rutschung ab.