Der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich ist mit dem Institut für Geophysik und dem Departement für Erd- und Planetenwissenschaften assoziiert, organisatorisch aber als ausserdepartementale Einheit direkt dem Vizepräsidenten für Forschung der ETH Zürich unterstellt.
Der Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes, Prof. Stefan Wiemer, wird durch den stellvertretenden Direktor, Dr. Florian Haslinger, unterstützt. Zudem koordiniert ein Führungsgremium, bestehend aus verschiedenen Sektions- und Abteilungsleiterinnen und -leitern, die verschiedenen Aktivitäten des Schweizerischen Erdbebendienstes.
Die Sektion befasst sich mit allen Aspekten der Netzwerkseismologie und der damit zusammenhängenden Wissenschaft, von der Erdbebenfrühwarnung (EEW) bis hin zu fertig kuratierten Erdbebenkatalogen. Ihre Hauptaufgabe ist die Überwachung, Analyse und Dokumentation der Seismizität der Schweiz. Zudem plant und betreibt die Sektion lokale Netzverdichtungen in der Nähe von industriellen Aktivitäten, die Seismizität verursachen können, wie z.B. bei Geothermie-Projekten und Tunnelbau, und bietet spezielle Seismizitätsüberwachung und -warnung an. Sie stellt auch Software für die Echtzeit-Seismologie bereit, die in ganz Europa und weltweit weit verbreitet genutzt wird.
Die Sektion analysiert die Erdbebengefährdung und das Erdbebenrisiko in der Schweiz. Die ermittelten Erkenntnisse dienen beispielsweise dazu, Normen für eine erdbebengerechte Bauweise auszugestalten. Auch auf europäischer Ebene ist die Sektion an der Bewertung der seismischen Gefährdung und des Risikos beteiligt und beherbergt die European Facilities for Earthquake Hazard and Risk (EFEHR). Ebenfalls befasst sie sich mit von Erdbeben ausgelösten Phänomen wie Steinschlag, Erdrutschen, Bodenverflüssigungen und See-Tsunamis.
Die Sektion konzentriert sich auf das grundlegende Verständnis von Erdbeben. Im Fokus stehen die physikalischen Prozesse rund um die Entstehung von Erdbeben, was sowohl im Labormassstab als auch in gross angelegten Projekten untersucht wird. Thematisch befasst sich die Sektion mit Erdbebenprozessen in den Bereichen Geothermie, CO2-Speicherung und Einlagerung nuklearer Abfälle im Untergrund. Dazu werden Daten erfasst, analysiert, modelliert und neue Technologien und Instrumente entwickelt.
Die Sektion umfasst ein breites Spektrum an Aktivitäten in den Bereichen Kommunikation, Finanzen, Rechnungswesen und Administration sowie in IT und Technologie. Sie gewährleistet den reibungslosen Betrieb des SED als nationaler Erdbebendienst und erstklassige Forschungseinrichtung.
Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich fördert und beteiligt sich an zahlreichen nationalen und internationalen Initiativen und langfristigen Projekten von nationaler Bedeutung.