19.07.2013

Beim geplanten Geothermieprojekt St. Gallenwerden derzeit Test- und Stimulationsmassnahmen im geothermischen Reservoirgesteine in einer Tiefe von 4000 bis 4500 Metern durchgeführt. Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) überwacht diese Arbeiten mit einem dichten Netz von sechs Erdbebenstationen, im Rahmen des Projektes GeoBest und in Zusammenarbeit mit den Sankt Galler Stadtwerken (sgsw)  und dem Bundesamt für Energie.

Seit dem Beginn des Testprogramms am 14. Juli 2013 hat der Schweizerische SED Erdbebendienst wie erwartet einige Mikrobeben registriert, die im Bereich des Fusspunkts der Tiefbohrung Sankt Gallen GT-1 lokalisiert werden konnten. Die Mikrobeben sind so klein, dass sie nur an den Stationen des speziell für die Überwachung errichteten Netzwerkes aufgezeichnet werden konnten. Für das stärkste Beben, am 14. Juli 2013 um 12:06:35 (UTC), wurde eine Lokalbebenmagnitude (Richterskala) von ML=0.9 bestimmt. Beben dieser Grösse können von Menschen nicht verspürt werden.

Die derzeit beobachtete Seismizität im Bereich der Geotehrmiebohrung GT-1 entspricht bisher den Erwartungen und stellt somit unserer Einschätzung nach keinen Grund zur Beunruhigung dar. Der Grossraum St. Gallen wird rund um die Uhr seismologisch überwacht und die Ergebnisse in Echtzeit an die Sankt Galler Stadtwerke übermittelt. So ist sichergestellt, dass das Test- und Stimulationsprograms gegebenenfalls, nach dem von Sankt Galler Stadtwerken vorab entwickelten Reaktionsplan, angepasst oder abgebrochen werden kann. Der SED wird die detailliert seismische Überwachung auch in den nächsten Monaten weiter führen.