Unter der Leitung von Dr. Tobias Diehl untersucht die Gruppe Seismotektonik die Zusammenhänge zwischen Erdbeben, einzelnen Verwerfungen und tektonischen Prozessen in der Schweiz und anderen tektonisch aktiven Regionen weltweit. Die Seismotektonik verwertet vorwiegend Informationen aus genauen Bebenlokalisierungen, Herdvorgängen und der Struktur sowie den Eigenschaften der Lithosphäre, die durch passive und aktive seismische Daten, Geodäsie und Geologie abgebildet werden.
Ein wesentliches Ziel der seismotektonischen Analysen beim SED ist die Bestimmung der Herdmechanismen von Erdbeben anhand seismischer Aufzeichnungen. Die Arbeit der Gruppe ist für die Durchführung probabilistischer seismischer Gefährdungsabschätzungen von entscheidender Bedeutung. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den seismotektonischen Prozessen im nördlichen Alpenvorland, da diese Region für künftige geologische Tiefenlager vorgesehen ist.
Die seismotektonische Forschung wird in enger Zusammenarbeit mit Geologinnen und Geologen verschiedener Schweizer Universitäten (z. B. Universität Bern) und nichtakademischen Partnern (z. B. swisstopo, Nagra) durchgeführt. Die Gruppe ist auch am Aufbau von seismischen Instrumenten und an Echtzeit-Überwachungsaufgaben beteiligt. In Zusammenarbeit mit anderen Gruppen des SED ist die seismotektonische Gruppe für die regelmässigen Erdbebenberichte verantwortlich, die im Swiss Journal of Geosciences veröffentlicht werden.