Diese Gruppe, geleitet von Dr. Maren Böse, entwickelt fortschrittliche Methoden zur schnellen Erkennung und Charakterisierung von Erdbeben, die potenziell Menschen und Gebäude gefährden. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Erdbebenfrühwarnung (EEW), der Erstellung von schnellen und fortlaufend aktualisierten ShakeMaps, schnellen Schadensabschätzungen sowie Sensibilisierungskampagnen. Das Team arbeitet eng mit anderen SED-Gruppen zusammen, um zentrale Komponentem eines dynamischen Erdbebenrisikorahmens zu entwickeln, der verschiedene seismische Produkte nahtlos integriert und dieselben Datenbanken, Arbeitsabläufe und Software nutzt. 

Die Arbeit der Gruppe in der Erdbebenfrühwarnung umfasst die die Entwicklung, Erprobung und Anwendung von Algorithmen (Virtual Seismologist, Finite-Fault Rupture Detector (FinDer)), die Optimierung des seismischen Netzwerks und der Verarbeitungsinfrastruktur, die Übermittlung von Warnmeldungen mit geringer Latenzzeit, die Durchführung sozialwissenschaftlicher Studien und Kosten-Nutzen-Analysen. Unter anderem arbeitet die Gruppe eng mit Teams von ShakeAlert (USA, CAN), Mittelamerika (NI, CR, SV, GT), GNS Science (NZ), INGV (IT), und CWA (TW) zusammen. Die Gruppe hat die Zusatzmodule ETHZ-SED SeisComP EEW (ESE) entwickelt und verwaltet. Diese Instrumente erleichtern Echtzeit- und Wiedergabetests und gewährleisten die Kompatibilität von Standard- und Metadaten der seismologischen Forschungsgemeinde. 

Die Gruppe für Echtzeitseismologie entwickelt zudem neue Methoden zur schnellen Datenintegration von verschiedenen europäischen Webdiensten (ORFEUS, EMSC) und für den grenzüberschreitenden Austausch seismischer Wellenformdaten. So sollen Arbeitsabläufe entwickelt werden, die eine rasche Quellcharakterisierung (z. B. für ShakeMap-Berechnungen) einschliesslich endlicher Verwerfungen, ermöglichen. Ausserdem wird erforscht, wie neue Technologien wie Distributed Acoustic Sensing (DAS) in die Echtzeitseismologie integriert werden können. Darüber hinaus leitet die Gruppe das Programm seismo@school, das darauf abzielt, Schülerinnen und Schüler über die Erdbebenforschung zu sensibilisieren und zu bilden.