Vom Menschen herbeigeführte Erdbeben werden als induzierte Seismizität bezeichnet. In der Regel handelt es sich hierbei um sehr kleine Bruchprozesse (Mikroerdbeben), die bei geotechnischen Tätigkeiten aller Art auftreten und nur von hochempfindlichen Instrumenten gemessen werden können. Gelegentlich sind induzierte Erdbeben jedoch so stark, dass man sie spürt oder sie im Gebiet des Epizentrums sogar Schäden verursachen. Daher muss induzierte Seismizität als nicht zu vernachlässigendes Risiko bei umfangreichen geotechnischen Tätigkeiten betrachtet werden, insbesondere in dicht besiedelten Ländern wie der Schweiz. Die Prozesse und Bedingungen, die der induzierten Seismizität zugrunde liegen, sind noch nicht ausreichend erforscht, um nützliche Vorhersagen über die wahrscheinliche seismische Reaktion des Untergrundes auf die geotechnischen Tätigkeiten machen zu können. Die SED-Forschungsgruppe für induzierte Seismizität (INDU@SED) arbeitet intensiv daran, diese Wissenslücke zu schliessen, indem sie das Problem aus verschiedenen Blickwinkeln angeht.