Bei der Entwicklung des Erdbebenrisikomodells der Schweiz wurde ein Schwerpunkt auf die Aufbereitung der Datengrundlagen gelegt. Über drei Millionen einzelne Erdbeben wurden simuliert, die sich in der Schweiz und dem grenznahen Ausland ereignen könnten.
Das Modell macht Abschätzungen zur Verletzbarkeit der mehr als zwei Millionen Wohn-, Geschäfts- und Industriegebäude in der Schweiz. Dazu wurde für unterschiedliche, repräsentative Gebäudearten die Verletzbarkeit aufgrund von Gebäudeeigenschaften abgeleitet und in sogenannte Verletzbarkeitsklassen eingeteilt. Der Gebäudebestand wurde auf dieser Basis ausgehend von einfachen Merkmalen wie der Anzahl Stockwerke oder der Bauperiode statistisch diesen Klassen zugeordnet. Zusammen mit Angaben zu den betroffenen Personen und Werten lassen sich die Folgen für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die finanziellen Verluste bestimmen. Letztere sind ausgedrückt als Anteil der Wiederherstellungskosten der Gebäude. Die Mehrheit der Schweizer Gebäude wurde nicht gemäss den heute geltenden Baunormen für eine erdbebengerechte Bauweise gebaut.
Darüber hinaus liefern verbesserte Datengrundlagen zu den Verstärkungseffekten des Untergrunds ein deutlich besseres Bild der lokalen Auswirkungen. Die Daten umfassen die Verstärkungen in Relation zum Referenzfels für Erdbeben, die in den Jahren 2000-2022 an 245 seismischen Stationen in der Schweiz registriert wurden. Die an vielen Standorten gemessenen Scherwellengeschwindigkeits-Profile und Boden-Eigenfrequenzen halfen, die beobachteten Verstärkungen zu modellieren.
Eine umfassende Dokumentation des Erdbebenrisikomodells der Schweiz bietet der technische Bericht «Earthquake Risk Model for Switzerland (ERM-CH23)».