Vergangene Erdbebenaktivität und historische Erdbebenaufzeichnungen (z. B. Ort, Intensität und Auswirkungen) sind der Schlüssel zum Verständnis und zur Abschätzung künftiger Seismizität und Bodenerschütterungen. Historische Beschreibungen für ein Erdbeben werden in eine moderne Beschreibung mit Magnitude, Epizentrum und Herdtiefe übersetzt. Für die Berechnung des Erdbebengefährdungsmodells der Schweiz 2015 wurden Informationen über alle bekannten Schadensbeben und deren Auswirkungen bis 1975 gesammelt und neu ausgewertet. Seit 1975 ermöglicht das seismische Netzwerk der Schweiz eine flächendeckende instrumentelle Überwachung der Erdbebenaktivität. Die historischen und instrumentellen Erdbeben werden zu einem Erdbebenkatalog kombiniert, dem Erdbebenkatalog für die Schweiz (ECOS-09). Dieser Erdbebenkatalog ermöglicht eine Abschätzung der geografischen Verteilung und der Wahrscheinlichkeiten künftiger Erdbeben in der Schweiz.