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Auftrag

Rechtliche Grundlagen

Die gesetzlichen Grundlagen und der Auftrag des SED sind durch die folgenden Dokumente gegeben:

  • Bundesgesetz vom 7. Dezember 1956 (SR 414.113), das den Erdbebendienst an der ETHZ etabliert und beauftragt, die Erdbebentätigkeit in der Schweiz zu erfassen, Erdbebenforschung zu betreiben, und sich an internationalen seismologischen Projekten zu beteiligen;
  • Bundesratsbeschluss vom 29. August 1990 zur Schaffung nationaler Messnetze für die Erfassung von Erdbeben;
  • Bundesratsbeschluss vom 16. September 1996 (Verifikation des Atomteststoppvertrags und Mitwirken bei der CTBTO);
  • Bundesratsbeschluss vom 13. Januar 2009 (Erdbebenvorsorge-Massnahmen des Bundes 2009-2012);
  • Bundesratsbeschluss vom 18. Februar 2009 (Erneuerung des Schweizerischen Starkbebenmessnetzes);

Auf der Basis dieser Gesetze und Beschlüsse ist eine Vereinbarung zwischen der ETHZ und dem SED getroffen (im Moment für die Periode 2009-2011), in der Struktur und Finanzierung des SED innerhalb der ETHZ geregelt sind.

Erdbebenüberwachung

Weitere Infos:
Erdbebenüberwachung »

Zur Überwachung der Erdbebenaktivität in der Schweiz und in den angrenzenden Gebieten betreibt der SED ein digitales, hochempfindliches Messnetz (SDSNet). Da die Seismometer eine extrem hohe Empfindlichkeit aufweisen, um auch kleinste Signale gut aufzeichnen zu können, stehen die Instrumente an abgelegenen Orten auf festem Fels. Alle seismischen Signale werden kontinuierlich an das Datenzentrum des SED in Zürich übertragen. Am SED werden die Daten automatisch und bei Bedarf von Hand ausgewertet und archiviert. Die jährlich gespeicherte Datenmenge beläuft sich auf rund 700 GByte.

Neben dem hochempfindlichen SDSNet unterhält der Erdbebendienst ein landesweites Netz von Starkbeben Messgeräten. Diese Geräte sind in der Lage auch bei sehr starken Beben unverzerrte Signale aufzuzeichnen. Ihre Verteilung orientiert sich an den seismisch aktiven Zonen der Schweiz. Sehr gefährdete Regionen, wie das Wallis oder Basel sowie die  grösseren Agglomerationen sind dabei von besonderem Interesse. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Energie und den Betreibern der grossen Wasserkraftwerke sind Starkbeben Messstationen auch in einigen grossen Staumauern in der Schweiz installiert.

SDSNet and SSMNet (August 2009)

SDSNet & SSMNet (August 2009)

Seismische Gefährdung

Weitere Infos:
Gefährdung und Risiko »
Gruppe Erdbebenstatistik »

Die Seismische Gefährdung beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der in einer bestimmten Region über einen Zeitraum eine gewisse Bodenbewegung überschritten wird – zum Beispiel mit 10% innerhalb von 50 Jahren eine Beschleunigung von 1.5 m/s2 (entspricht 15% der Erdbeschleunigung g).

Zur Bestimmung der seismischen Gefähr­dung verwenden Seismologen regionale Infor­mationen aus der Erdbebengeschichte, der Tektonik und Geologie, historische Schadens­beschreibungen und Modelle der Wellenaus­breitung. Die Erstellung und regelmässige Überarbeitung der seismischen Gefährdungs­abschätzung der Schweiz ist eine der Haupt­aufgaben des Schweizerischen Erdbeben­dienstes.

Gefährdungskarte


Gefährdungskarte

Forschung

Weitere Infos:
Forschung am SED »

Der SED betreibt ein aktives Forschungsprogramm, in der Regel innerhalb wissenschaftlicher Projekte die durch Drittmittel gesponsort werden. Derzeit sind 18 Doktoranden am SED beschäftigt. Häufig sind ebenfalls Gastwissenschaftler zu Besuch.

Lehre

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Bildung »

Die SED Mitarbeiter halten Vorlesungen und betreuen Praktika in den Bachelor- und Masterstudiengängen des D-ERDW, oft in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern des Instituts für Geophysik, speziell der Gruppe Seismologie & Geodynamik.

Dienstleistung

Als Fachstelle des Bundes für Erdbeben versteht sich der SED als kompetenter Partner, Industrie und Behörden im Feld seismischer Überwachung zu beraten. Dies betrifft zum einen Geothermieprojekte und zum anderen auch die seismische Überwachung in Zusammenhang mit Standort-Abklärungen für Kernkraftwerke und möglicher geologischer Tiefenendlager.

Daneben unterstützt der SED Kantone und Gemeinden in der Mikrozonierungsplanung (seismische Gefährdungsabschätzung).

Öffentlichkeitsarbeit

Das Interesse der Öffentlichkeit an Erdbeben ist gross, vor allem wenn ein Beben in der Schweiz verspürt wurde, oder irgendwo auf der Welt sich ein grösseres Beben ereignet hat. Der SED beantwortet dann Anfragen von Medien und Bevölkerung.

Ausserdem versucht der SED über eigene Aktivitäten das Bewusstsein für die Erdbebengefährdung und richtige Vorsorge in der Schweiz zu stärken. (In Verbindung mit Partnern wie z. B. focusTerra oder BAFU.)