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Temporäre Netze

Der Schweizerische Erdbebendienst setzt temporäre Netzwerke ein, um wichtige Bau- und Industrieprojekte in der Schweiz zu überwachen. Bei diesen Projekten geht es in der Regel um die Überwachung von induzierter Seismizität, wie z. B. bei geothermischen Tiefbohrungen oder beim Bau von grösseren Tunnel mit hoher Überlagerung. Die Durchführung erfolgt zumeist in Zusammenarbeit mit industriellen Partnern. Für die Überwachung werden kleinräumige Netzwerke mit mehreren Stationen eingesetzt, die zum Teil auch in Bohrlöchern installiert sein können. Wenn möglich werden die Daten in Echtzeit über Telefonleitungen übertragen. Wichtige Projekte, in denen solche Netze zum Einsatz kamen, sind die Überwachung der Bauarbeiten im Gotthardbasistunnel und die geothermischen Tiefenprojekte in Basel und Zürich.

In Zusammenarbeit mit der Gruppe Seismologie und Geodynamik (SEG) des Instituts für Geophysik verfügt der SED über einen Pool an portablen Instrumenten. Der Pool enthält sowohl breitbandige als auch kurz- periodische Seismometer von den Firmen Streckeisen und Lennartz; die Registrierung der Daten erfolgt mit digitalen Aufzeichnungseinheiten der Firmen Lennartz, Quanterra, und Nanometrics. Die Instrumente werden vor allem im Rahmen von internationalen  Forschungsprojekten im In- und Ausland eingesetzt. Die Einsatzgebiete umfassen unter anderem Gebiete wie Costa Rica, Nicaragua, Griechenland, und Finnland. Die Einsatz- dauer beträgt dabei oft mehrere Jahre. In der Regel werden die Instrumente als unabhängige Einheiten verwendet, wobei die Daten- aufzeichnung auf lokalen Speichermedien stattfindet. Die Stromversorgung erfolgt über Batterie und Solarzellen.