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Versicherungen

Im Gegensatz zu anderen Naturgefahren gibt es heute keine schweizweite Versicherung für Erdbeben.

 

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Katastrophale Erdbeben wie sie in den letzten Jahren etwa aus China, Sumatra, Algerien oder der Türkei gemeldet wurden, treten in der Schweiz selten auf. Doch das nächste Erdbeben kommt auch bei uns bestimmt! Wiederholt sich etwa das Erdbeben von 1356 in Basel, könnte es viele Tausende Opfer und Obdachlose geben, Sachwerte in Milliarden Höhe würden heute zerstört. Solch ein Erdbeben würde in der ganzen Schweiz verspürt werden. Schäden an Gebäuden wären auch in einem Umkreis von 50 oder gar 100 Kilometern noch zu erwarten.

Damit die Volkswirtschaft keinen längerfristigen Schaden erleidet, ist es wichtig, dass möchlichst rasch Geld für den Wiederaufbau zur Verfügung steht. Eine Erdbebenversicherung kann einen Teil dieser Ausgaben abdecken und private Hausbesitzer vor dem Bankrott retten.

Im Gegensatz zu anderen Naturgefahren gibt es heute keine schweizweite Versicherung für Erdbeben. Ob bei einem Erdbeben ein Teil der Schäden durch eine Versicherung übernommen würde, hängt vom Kanton ab. Im Kanton Zürich versichert die Gebäudeversicherung Zürich die Gebäude gegen Erdbebenschäden. Pro Erdbeben steht dafür maximal eine Milliarde Franken zur Verfügung.

In 18 weiteren Kantonen haben sich die kantonalen Gebäudeversicherungen in dem Schweizerischen Pool für Erdbebendeckung zusammengeschlossen. Dieser Erdbebenpool erbringt im Fall eines Erdbebens freiwillige Leistungen. Pro Erdbeben zahlt er maximal 2 Milliarden Franken.

In den übrigen 7 Kantonen stehen mit dem Elementarschadenpool der Privatversicherungen 200 Mio. Franken für freiwillige Entschädigungen nach einem Erdbeben bereit. Ergänzend bieten Privatversicherer individuelle Erdbebenversicherungen für Hauseigentümer an. Für Gebäude mit einem Wert von 500’000 Franken kostet sie einige hundert Franken Prämie pro Jahr. Um die heute bestehende Versicherungslücke zu schliessen, haben die kantonalen Gebäudeversicherungen und die Privatassekuranz gemeinsam ein Versicherungsmodell entwickelt. Ziel ist es, nach einem grösseren Erdbeben rasch genügend Geld für den Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig sollen die Prämien niedrig sein. Deshalb wird eine flächendeckende und obligatorische Versicherung vorgeschlagen. Die Prämie wäre für alle gleich hoch und der Selbstbehalt dieser Erdbebenversicherung würde 10% des Gebäudewertes betragen, mindestens aber 50'000 Franken.

Für ein Haus mit einem Gebäudewert von 500’000 Franken müsste pro Jahr eine Prämie von 40 Franken bezahlt werden. Pro Erdbeben stünden so maximal 10 Milliarden Franken zur Verfügung. Dadurch würde der Schaden eines Erdbebens abgedeckt, das durchschnittlich alle 500 Jahre auftritt. Bei einem stärkeren Erdbeben müssten die Versicherungsleistungen gekürzt werden. Eine solche flächendeckende und obligatorische Erdbebenversicherung könnte frühestens in ein paar Jahren eingeführt werden.

Quelle: focusTerra