DE EN FR IT

Erdbeben

Erdbeben entstehen durch dynamische Prozesse der Erde.

 

lithosphaere

Die Erdkruste besteht aus mehreren großen Lithosphärenplatten sowie einer Vielzahl kleinerer Bruchstücke. Diese Platten konvergieren, divergieren oder bewegen sich aneinander vorbei (Transformstörung). Durch die Reibung der Gesteinsmassen bauen sich innerhalb der Erdkruste fortwährend enorme Spannungen auf, die im Moment eines Bruchs zu einem Erdbeben führen. Die daraus resultierende Erschütterung breitet sich wellenförmig vom Erdbebenherd aus. Die Erdbebenwellen treten im Epizentrumgebiet mit meistens größter Energie an die Oberfläche. An den Brüchen kommt es zu Verschiebungen, die je nach Stärke mehr oder weniger an der Erdoberfläche erkennbar werden.

Die mit der Plattentektonik zu erklärenden Beben bezeichnet man als tektonische Beben. Sie machen den Großteil der weltweit auftretenden Erdbeben aus und treten meistens an den Randbereichen der tektonischen Platten auf.

Vulkanische Beben stehen im Zusammenhang mit aktivem Vulkanismus. Sie sind in der Regel nicht so stark und oft relativ nah an der Oberfläche, werden daher meist nur in der Nähe des Erdbebenherds verspürt.

Einsturzbeben werden durch den Einsturz von Höhlen, insbesondere in Karstgebieten ("Karstbeben"), oder grosse Erdrutschungen ausgelöst.

Induzierte Beben werden durch ‚direkten äusseren Einfluss’ ausgelöst, - durch unterirdische Sprengungen (z.B. Atomwaffentests), in Bergbaugebieten durch Absenkungen , Erdöl- und Erdgasförderung, Talsperrenbau oder Tunnelbau.

In der Geothermie entstehen diese Erschütterungen in der Regel durch Erhöhung des Flüssigkeitsdrucks. Die daraus resultierenden seismischen Ereignisse liegen in der Nähe der Bohrtiefe.

Wie misst man die Stärke eines Erdbebens?

Ein Erdbeben erzeugt Druckwellen. Diese werden von einem sogenannten Seismographen aufgezeichnet. Das vom Seismographen aufgezeichnete Seismogramm dient als Grundlage zur Lokalisierung des Erdbebenherdes und zur Berechnung der Magnitude. Die Magnitudenskala ist eine sogenannte logarithmische Skala – eine Magnitudenstufe höher bedeutet eine Energieerhöhung um den Faktor 30.

Während die Magnitude eines Erdbebens instrumentell berechnet werden kann, ba­siert die Bestimmung der Intensität eines Erdbebens auf einer Klassifizierung der Wirkung (Bodenbewegung, Schäden) des Erdbebens auf der Erdoberfläche. In Europa wird heutzutage die Intensität gemäss der Europäischen Makroseismischen Skala von 1998 (EMS-98) mit Wer­ten von I bis XII angegeben. Mit Gebäude­schäden ist ab Intensität VI zu rechnen.

Die Erde bebt viel öfter, als man denkt. Kleine Beben mit Magnitude 3 oder weniger auf der Richter Skala gibt es täglich über hundert Mal. Selbst ganz große Erdeben mit Magnitude 7 kommen etwa 10-mal jährlich vor. Allerdings liegen grosse Teile der aktiven Plattengrenzen im Ozean oder in gering besiedelten Gebieten, daher fällt die eigentlich sehr hohe Zahl von Beben nicht so auf.