DE EN FR IT

Makroseismische Bestimmung

Wenn in der Schweiz ein Erdbeben registriert wird, werden makro- seismische Daten dieses Ereignisses gesammelt und analysiert. Diese Analyse hat folgende Ziele:

 

  • Schnelle Abschätzung der Auswirkungen des Erdbebens durch eine automatische Analyse der via Internet oder Fragebogen an den SED gesendeten Berichte
  • Makroseismische Charakterisierung und Dokumentation von aktuellen Erdbeben
  • Charakterisierung von lokalen Effekten zur Unterstützung der Mikrozonierungsforschung
  • Sammlung und Adaption von Inputdaten für Erdbeben-Szenarien und Gefährdungsabschätzung.

Die Genauigkeit der makroseismischen Analyse und der darauf folgenden Abschätzung der Intensität hängt vorallem von der Qualität der Beobachtungen ab. Ein Bericht sollte Notizen über Schäden an Gebäuden und anderen Objekten, aber auch subjektive Beobachtungen enthalten. Die Datenerhebung basiert auf der Verteilung von Erdbeben-Fragebögen.

Makroseismische Intensität ist eine Klassifizierung der Bodenbewegung basierend auf den beobachteten Effekten in einem begrenzten Gebiet. Diese Beobachtungen können in fünf Kategorien eingeteilt werden: Schäden an der Bevölkerung, Objekten, Gebäuden, Tieren und der weiteren Umwelt. Diese fünf Gruppen werden für die Berechnungen mit numerischen Werten skaliert. Es existieren mehrere Skalen; momentan in Gebrauch ist die Europäische Makroseismische Skala (EMS-98), welche 1998 eingeführt wurde (Grünthal ed. 1998). Eine Intensitätsskala weist eine Serie von idealisierten Beschreibungen der Effekte eines Erdbebens auf, angefangen bei den schwächsten (Intensität I in EMS-98: Das Beben wird nicht wahrgenommen) bis hin zu den stärksten (Intensität XII in EMS-98: Totale Zerstörung). Jeder Lokalität wird ein Intensitätsgrad zugeschrieben. Die daraus resultierende Intensitätskarte ergibt ein umfassendes Bild der Effekte eines Erdbebens.

Die Bewertungsmethoden zur Festlegung der Intensität sind alles andere als standardisiert – sie sind grundsätzlich subjektiv. Wenn man ein breites Spektrum betrachtet, ist eine gewisse Übereinstimmung von Nöten. Die Festlegung eines Wertebereichs durch minimale und maximale Werte gibt Auskunft über Informationslücken und Unsicherheiten bei der Interpretation. Deshalb werden für jede Lokalität minimale und maximale Werte angegeben (Imin und Imax) und der Wert mit der höchsten Wahrscheinlichkeit wird festgesetzt (Iw). Die Katalogeinträge und Karten basieren auf dem Iw Wert.

Quelle:

Grünthal, G. ed. 1998. ‘European Macroseismic Scale 1998 (EMS–98)’, Cahiers du Centre Européen de Géodynamique et de Séismologie 15, Helfent-Betrange (Luxembourg).