MENU
Der Seiteninhalt beginnt hier

Erdbebenrisiko Schweiz

Die Schweiz ist ein Land mit moderater Erdbebengefährdung, sie weist jedoch ein hohes finanzielles Erdbebenrisiko auf. Gemäss dem „Risikobericht 2015“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS) gelten Erdbeben nach Stromengpässen und Pandemien als drittgrösstes Risiko für die Schweiz.

Obwohl aufgrund des Erdbebengefährdungsmodells bekannt ist, wo, wie häufig und wie stark Erdbeben in der Schweiz auftreten, herrscht weitgehend Unklarheit darüber, welche Schäden sie an Gebäuden und Infrastrukturen anrichten könnten. Deshalb beauftragte der Bundesrat den SED in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem BABS damit, bis im Jahr 2022 ein Erdbebenrisikomodell zu erstellen.

Basierend auf der Erdbebengefährdung berücksichtigt das Risikomodell den Einfluss des lokalen Untergrundes sowie die Verletzbarkeit und den Wert von Gebäuden und Infrastrukturen und definiert, welche finanziellen und menschlichen Risiken im Falle eines Erdbebens zu erwarten sind. Anders als bisherige, stark vereinfachte Risikomodelle, wird das neue Modell Risiken auf Gemeindeebene ausweisen. Dies soll Behörden künftig dazu dienen, ihre Raumplanung zu optimieren.

Das gesamte Schadensrisiko aufgrund von Erdbeben berechnet sich aus der Verknüpfung von vier Faktoren.

Seismic hazard

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern weist die Schweiz eine mittlere Erdbebengefährdung auf, wobei regionale Unterschiede bestehen: Das Wallis ist die Region mit der höchsten Gefährdung, gefolgt von Basel, Graubünden, dem St. Galler Rheintal, der Zentralschweiz und der übrigen Schweiz.

Die Erdbebengefährdungskarte bildet ab, wo wie häufig gewisse horizontale Beschleunigungen zu erwarten sind.

Local subsoil

Die Auswirkungen eines Erdbebens an einem bestimmten Ort unterscheiden sich vor allem aufgrund der Distanz und Tiefe zum Erdbebenherd sowie des lokalen Untergrunds. Für den Untergrund gilt: Je weicher, desto grösser die Wahrscheinlichkeit für Schäden.

Wo in der Schweiz weichere Böden vorhanden sind, zeigt die Karte des lokalen Untergrunds. Insbesondere Flusstäler und Seeufer werden wegen ihres weichen Untergrundes bis zu zehnmal stärker erschüttert als ein felsiger Standort.

Building vulnerability

Neben der Gefährdung und dem lokalen Untergrund spielt das Gebäude, in dem Sie wohnen oder sich häufig aufhalten eine wichtige Rolle für das persönliche Erdbebenrisiko. Je besser Ihr Haus einem Erdbeben standhält, weil es beispielsweise entsprechend verstärkt worden ist, desto weniger geschieht Ihnen im Ereignisfall.

Ein nicht erdbebengerecht gebautes Haus kann bereits bei einem mittelstarken Beben einstürzen, während ein besser konstruiertes Gebäude einem viel stärkeren Erdbeben standhält. Stahlbeton- und Holzbauten halten einem stärkeren Erdbeben stand und haben deshalb eine niedrige Verletzbarkeit. Gebäude aus Mauerwerk, die in der Schweiz weit verbreitet sind, sind hingegen anfälliger auf Erdbeben.

Value concentration

Je mehr Werte an einem bestimmten Ort vorhanden sind, desto grösser ist das Erdbebenrisiko für die Gesellschaft an diesem Ort. Grundsätzlich weisen dicht besiedelte, hochentwickelte Gebiete wie beispielsweise Städte eine höhere Wertekonzentration auf als ländliche Regionen.